Die wilden Sieben sind nicht unterzukriegen

Kartsportfans aus Langwedel: Immer wenn sie Benzin riechen

Die wilden Sieben auf ihrer Hauskartbahn in Walsrode, wo sie zwar nicht mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs sind, aber schon ganz schön heftig.
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Die wilden Sieben auf ihrer Hauskartbahn in Walsrode, wo sie zwar nicht mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs sind, aber schon ganz schön heftig.

Langwedel – Ja, es gibt sie noch, „Die wilden Sieben“. Und das nach 14 Jahren. Davon die vergangenen zwei Jahre unter erschwerten Bedingungen, Stichwort Corona. Sie sind nicht totzukriegen. Ist ja auch kein Wunder, denn wie hier schon berichtet, sind die wilden Sieben mit einem um ein vielfaches stärkeren Virus als dem Corona-Virus infiziert … nämlich dem Racer-Virus.

Wer jetzt das Bild einer Männertruppe vor Augen hat, wie sie sich in leuchtend blauen Rennanzügen strahlend in Positur stellt, liegt genau richtig – und hat von den Langwedeler Männern mit ihrer unverhohlenen Begeisterung für den Kartsport hier an dieser Stelle vielleicht schon einmal gelesen.

14 Jahre die wilden Sieben – das bedeutet, dass die Saison 2022 wieder ein Jubiläumsjahr sein wird. Man kann auch ein 15-Jähriges Bestehen zu einem Jubiläum erklären. So sieht es zumindest die Truppe. „Und große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus“, merkt Martin Wenski aus den Reihen der Rennsportfreunde an. Denn die Hausbahn der wilden Sieben, das Ralf-Schumacher-Kartcenter, feiert im kommenden Jahr sein 25-jähriges Jubiläum.

Höhepunkt des Jubiläumsjahres der wilden Truppe wird voraussichtlich ein Mehrstundenrennen sein. „Das bedeutet: üben, üben, üben. Denn ein jeder Teilnehmer möchte natürlich mit einer guten Platzierung glänzen“, weiß Martin Wenski und fügt eine Erläuterung des Kartsports mit an: „Kartrennen fahren bedeutet nämlich nicht einfach mit Vollgas durch die Gegend brackern. Wer das macht, der wird einen der hinteren Plätze ergattern. Kartfahren ist ganz gewiss nicht nur ein bisschen lenken, das Gaspedal durchtreten und der Rest kommt von alleine. Es ist wie bei allen anderen Sportarten auch: Vor dem Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt.“

Natürlich muss zur rechten Zeit Gas gegeben werden. Aber gilt auch der alte Spruch „Wer bremst, verliert?“ Absolut nein. „Rennen werden mit den Bremsen gewonnen. Wann wird gebremst? Wo wird gebremst? Dazu Kontrolle auf der Strecke: Welche Linie muss gefahren werden? Wann darf eingelenkt werden? Wann nicht?“, erläutert Wenski. Dazu verlangt der Kartsport noch mehr von den Fahrern: Sie müssen ihre Konkurrenten im Auge behalten. „Was macht das Fahrerfeld um uns herum? Welche Taktik wendet man an, um vorne zu landen?“ Das sind zwei weitere wichtige Preisfragen. Und dann gibt es noch einen weiteren, ganz wichtigen Aspekt, den hat der unbedarfte Zuschauer vielleicht gar nicht im Kopf: Hat man genug Kondition, die gesamte Renndistanz durchzustehen? „Denn nach einer Stunde im Cockpit ist man fix und fertig, einfach nass geschwitzt“, schildert Martin Wenski aus seiner langen Rennerfahrung. Mit dem Thema Kondition ganz eng verbunden, ist noch ein weiterer Punkt, der bei allen Wettkampfsportarten eine entscheidende Rolle spielt: Hat man die Fähigkeit, die Konzentration vom Anfang bis zum Ende aufrechtzuerhalten?

So viel erst einmal zum Hintergrund. Im offensichtlichen Mittelpunkt der wilden Sieben steht ihr eigener Cup mit dem Titel: „DWS-Cup, Die Rennserie im Norden“. Dabei handelt es sich um zwölf Rennen im Jahr, eines jeden Monat. Ein Renntag hat meistens 60 Minuten auf der Bahn, kann aber auch bis zu 120 Minuten dauern. Dabei sind dann zwischen 20 und 25 Fahrer am Start.

Diese Aufnahme aus einer Helmkamera lässt erahnen: Kart fahren ist weit mehr, als einfach Gas geben – sondern ein in vielerlei Hinsicht anspruchsvoller Sport.

Ein Renntag sieht meistens so aus: Es werden zwei Rennen gefahren. Einmal rechts herum, einmal links herum. Zuvor gibt es ein Qualifying, um die Startreihenfolge festzulegen. Im Winter wird in der Halle gefahren, im Sommer draußen. „Und unter bestimmten Bedingungen In- und Outdoor gemeinsam. Ein Highlight, dass man mal mitgemacht haben muss“, schwärmt Wenski.

Der DWS-Cup alleine ist schon eine Menge Rennstoff für so manch einen Fahrer. Für die wilden Sieben reicht er nach deren Bekunden nicht. Denn diese kartsport-verrückten Männer fahren zusätzlich bei Rennen befreundeter Teams und bei Veranstaltungen des Ralf-Schumacher-Kartcenters mit.

Das klingt nicht nur nach einem ziemlich zeitaufwendigen Hobby, das ist es auch. Was sagen denn die Frauen der wilden Sieben dazu? „Ja, die verdrehen manchmal ein wenig die Augen, wenn sie das Wort Kartrennen hören“, gibt Wenski zu. „Aber da müssen sie mit durch.“

„Übrigens: Jeder ist bei den wilden Sieben herzlich willkommen. Denn die Racertruppe besteht durchweg aus netten Menschen“, macht Wenski Werbung für sein Team mit: Rainer Güers, Martin Wenski, Torben Wendelborn, Nick Braschkies, Nico Rohleder, Ulrich Büttner und Björn Gatermann. Eine bunt gemischte Truppe größtenteils aus Langwedel – Hamburg und Bispingen sind aber auch vertreten.  jpw

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