Vortrag beim Verein für Kultur und Geschichte

Kanalbau und Handarbeit

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Auf ein ausgemacht großes Interesse stieß die Veranstaltung zur Geschichte des Kanalbaus. 

Daverden - Vor 80 Jahren gab es den ersten Spatenstich für den Stichkanal, der den Weserbogen begradigte. „Ich habe den Kanalbau noch miterlebt“ verriet Harald Gerken jetzt bei seinem Dia-Vortrag über den Kanalbau im „Waldschlößchen“ Daverden. Dazu begrüßte die Vorsitzende des Vereins für Kultur und Geschichte Theda Henken über einhundert interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Harald Gerken hatte in drei Artikeln in dieser Zeitung bereits über den Kanalbau berichtet – hatte bei seinem Vortrag aber noch viel mehr Informationen und vor allem Fotos parat: An 50 Fotos konnte man das Ausmaß des großen Bauvorhabens ermessen. „Ich habe so viele Bilder davon, sodass ich sortieren musste“, so Gerken. Zu sehen war unter anderem ein Bild aus Zeiten, als auf der Weser noch getreidelt wurde, also Pferde oder Menschen die Schiffe zogen.

An der Schachtschleuse in Minden stieg Gerken in die Mittelweserkanalisierung zwischen dem Mittellandkanal und dem Weserwehr in Bremen-Hemelingen ein. Bereits vor dem 1. Weltkrieg wurde die Staustufe in Dörverden fertiggestellt und die versorgte auch den Kreis Verden mit Strom.

Harald Gerken zeigte Häuser, die dem Kanalbau weichen mussten, darunter auch die es beliebten Fährmanns und Gastwirt Johann Dittmer.

Nach 1938 gab es dann keine weiteren Arbeiten am Kanal. Erst 1952 ging es mit neuen Ausschreibungen weiter. Es war der „Auftakt zu goldenen Zeiten“, wie er es nannte. Sehenswert war da ein Foto von der Angebotseröffnung im „Alten Krug“ in Daverden. Hier war eine Ansammlung von alten VW-Käfern der ersten Generation zu sehen, eine „Käferversammlung“. In den Anfängen der Bauarbeiten war alles größtenteils Handarbeit, erst eine Schürfkübelraupe brachte Erleichterung. Und immer waren auf den Fotos die Männer vom Wasserwirtschaftsamt zu sehen, die die Arbeiten überprüften.

Arbeiter entluden von einem Schiff mit der Hand Ziegelsteine. Mit einem Foto von der fast fertigen Schleuse ging es in die Endrunde.

Dokumentiert war auch ein Hochwasser, das bis zum Dorfrand Daverdens ging. Es entstand eine Insel: Hagen-Grinden war nur über Brücken zu erreichen.

Über die neue Brücke von Etelsen nach Hagen-Grinden zeigte der Wilhelm Meyer aus Etelsen einen 15-minütigen Film des Wasser- und Wirtschaftsamts Helmstedt. Zu sehen war der Brückenabriss und der Brückenneubau. Die Sicherheit der alten Spannbetonbrücke war nicht mehr gewährleistet und musste weichen. Schwertransporter brachten die neuen Brückenteile zur Baustelle. Ein Jahr nach Baubeginn wurde die neue Brücke dann Zentimeter um Zentimeter über den Kanal geschoben – und das bei strömenden Regen. Trotz dieser widrigen Wetterverhältnisse verlief der Einschub planmäßig. 500 Tonnen mussten über den Kanal bewegt werden. Der Kanal war an nur zwei Tagen für die Schifffahrt voll gesperrt erklärte Wilhelm Meyer.

hu

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