Vereinschef Meyer steuert seine Anlagen lieber analog

Modellbahnmarkt im Rathaus findet sein Publikum

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Dorado für Fans von Modellbahnen.

Langwedel – Von wegen angestaubt und „Aus-der-Mode-Hobby“: Der Langwedeler Modellbahnmarkt am vergangenen Sonntag hat erneut mehrere hundert Interessierte ins Rathaus gelockt, wo sie von rund einem Dutzend Aussteller erwartet wurden.

Die meisten waren zum wiederholten Mal dabei, aber Christoph Meyer, Vorsitzender des veranstaltenden Langwedeler Touristikvereins, konnte auch einige neue Aussteller akquirieren. „Man braucht auch frischen Wind im Angebot, sonst würden die Leute irgendwann nicht mehr so zahlreich kommen“, erklärt er.

Auf dem Langwedeler Modellbahnmarkt geht es nach seinen Worten schließlich nicht um die Vorführung von Eisenbahnen, sondern die Besucher wollten handeln und feilschen und damit Dinge tun, die bei den Auktionshäusern im Netz nicht möglich seien. „Und es geht, ganz wichtig, auch ums Fachsimpeln mit Gleichgesinnten.“

Natürlich ist Meyer auch selbst vom Modellbahnvirus infiziert und hat erst unlängst eine weitere Anlage fertiggestellt. „Es ist aber keine klassische, wie Sie sie jetzt sicher vor Augen haben“, merkt er an, sondern, dass der naturgetreue Nachbau des in der Altmark gelegenen Bahnhofs von Klein-Rossau dabei im Fokus stehe. „Diese Anlage zu bauen, hat mich ungeheuer gereizt. Es führen vier Gleisstrecken, zwei Nord-Süd- und zwei Ost-West-Stränge zum Bahnhof hin“, nennt er einige Details.

Wieviel Zeit er in die Umsetzung des Projekts investiert hat, vermag er jedoch nicht zu sagen. „Eine Modellbahnanlage wird eigentlich nie fertig.“ Das Fundament sei zwar in wenigen Wochen erstellt, „aber bis der Kleingarten angelegt und die letzte Lampe angebracht ist, also das schmückende Beiwerk vollständig steht, gehen leicht sogar Jahre ins Land.“

Trotz der guten Besucherresonanz, die der Modellbahnmarkt alljährlich erfährt, weiß auch er, dass das Hobby Federn gelassen hat und die Zahl der Hobbyeisenbahner rückläufig ist. Doch mit mangelndem Interesse hat das nach Einschätzung von Meyer weniger zu tun. „Der Einstieg ist durch die Digitalisierung teuer geworden“, sagt er. „Eine elektrische Lok kostet schnell 500 bis 600 Euro.“

Außerdem fehle heute die klassische Spielbahn im Kinderzimmer. „Die hat über Jahrzehnte den Einstieg in das Hobby markiert.“ „Aber wenn man heute junge Leute dabei haben will, müssen die digital fahren.“ Hightech sei für den Nachwuchs wichtig, aber halt auch teuer.

Meyer selbst gehört übrigens nicht dazu und zwar aus Überzeugung. „Ich bin kein Freund von digitaler Steuerung und halte meine Anlagen bewusst analog, zumal ich auch so pro Meter Gleis bereits die vierfache Menge an Kabel benötige.“

Dass man alleine mit digitalem Schnickschnack Nachwuchs ködern kann, glaubt er ohnehin nicht. „Das Hobby braucht vor allem Geduld für Anlagen- und Geländegestaltung. „Man muss eine Fülle von Elektro- und Bastelarbeiten erledigen“, schildert Meyer, der fast alles von Hand macht. Im Handel könne man natürlich vieles fertig kaufen, doch wer wie Meyer ein echter Modellbahn-Fan ist, der baut, klebt, schraubt und malt immer noch überwiegend selbst.  nie

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