Fortsetzung von Kirsten Winkelmanns historischem Roman „Der Speersohn“ erschienen

Daverden: „Jeden einzelnen Moment ...“

Kirsten Winkelmann aus Daverden hat dieser Tage den zweiten Teil und damit den Schluss ihres Romans „Der Speersohn“ veröffentlicht.
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Kirsten Winkelmann aus Daverden hat dieser Tage den zweiten Teil und damit den Schluss ihres Romans „Der Speersohn“ veröffentlicht.

Daverden – Och, nicht doch. Das darf nicht wahr sein. Ist es aber doch – und sogar ein gern genutzter dramaturgischer Kniff. Selbstverständlich darf der erste Teil von Kirsten Winkelmanns Buch „Der Speersohn“ mit einem offenen Ende aufwarten, die Geschichte an einer spannenden Stelle stoppen. Schließlich gibt es noch eine Fortsetzung „Der Speersohn – Die Frau des Bleityrannen“.

Der zweite Teil des historischen Romans ist jetzt zu haben.

Wer den ersten Band noch nicht gelesen hat: Die Geschichte beginnt im Jahre 8 nach Christus – also acht Jahre nach Christi Geburt, und zwar in Norddeutschland. Die Varusschlacht spielt eine Rolle als wichtiges Ereignis, aber nicht so, dass die Daverdener Autorin das Schlachtgeschehen und das Drumherum detailliert und blutig schildert, bei Kirsten Winkelmann stehen die Menschen im Mittelpunkt. Die waren auch vor gut 2 000 Jahren nicht viel anders als heute, also ganz unterschiedlich in ihren Anlagen, Interessen und Charaktereigenschaften.

Worin sich aber das Altertum, zumindest in unseren europäischen Breiten, von den heutigen Zeiten unterschied: Egal ob germanisches Stammeswesen oder römisches Weltimperium – wer es sich leisten konnte, der hielt sich Sklaven.

So spinnt sich die Geschichte nicht nur um den Germanen Garlef (den Speersohn) und die römischen Senatorentochter Mina und ihre Liebe, der unglaublich viele Steine in den Weg gelegt werden. Ein ganz großes Thema ist: Sklaverei, und das in verschiedenen Facetten.

Weit gespannt sind auch das Leben, die Reisen und die Entwicklung der Figuren. Rein geografisch geht es von der norddeutschen Tiefebene quasi durch die ganze bekannte antike Welt bis nach Palästina – und zurück.

Die politischen Ereignisse jener Zeit haben natürlich auch ihre Auswirkungen auf Mina, Garlef und ihre Geschichte. Die beiden haben ihren Anteil an den enorm bedeutsamen Tagen der Menschheitsgeschichte und der Ereignisse rund um und mit dem Menschensohn, den man Jesus von Nazareth nennt.

Preisfrage: Was erwartet den Leser, die Leserin nun bei den beiden Bänden von „Der Speersohn“? Bis dato hat sich Kirsten Winkelmann als Autorin von Liebes- und Entwicklungsromanen einen Namen gemacht. Nun hat sie einen historischen Roman vorgelegt, pickepackevoll mit geschichtlichen Details und akribisch recherchiert.

Ja, sie hat das Genre gewechselt. Das muss und sollte die alten Fans von Kirsten Winkelmanns Geschichten auf keinen Fall abschrecken. Die Liebesgeschichte, die Entwicklung der Figuren bekommt den ihr zustehenden Raum. Die ausufernde Schilderung von Schlachten, Kämpfen, Gemetzeln entfällt, was den Blick hin bis zum letzten Blutspritzer anlangt. Was hingegen ganz und gar nicht fehlt, ist die Beschreibung von Grausamkeiten, die Menschen in der Lage sind anderen Menschen anzutun. Und ja, Kirsten Winkelmann ist bekennende Christin. Nein, „Der Speersohn“ ist nicht einmal im entferntesten ein missionarisches Buch. Wer auf solches aufgrund der Widmung schließt, liegt verkehrt.

Aber es gibt da ein Angebot an Garlef, den Speersohn, den Gladiator wider Willen, das spätestens am Ende offenbar wird, wenn sich der Kreis schließt. „Und doch bin ich da ... war es immer ... jeden einzelnen Moment deines Lebens“, meint Garlef eine Stimme zu hören, als er geschunden an Leib und Seele im wahrsten Sinne mit Gott und der Welt hadert. „Du hast recht, Garlef. Mich kann man nicht festhalten. Aber ich könnte dich festhalten ...“, glaubt er zu hören.

„Der Speersohn“ von Kirsten Winkelmann ist in zwei Bänden im Brunnen-Verlag und bei SonShineStories erschienen, die Paperback-Bände kosten je 16 Euro, sind über den Buchhandel und die einschlägigen Internethändler zu beziehen. In Langwedel bekommt man die Bücher wunderbarerweise auch in der Buchhandlung Rohrberg und bei Edeka Redling.

„Ich kann jetzt historischen Roman“, hat Kirsten Winkelmann nach der Veröffentlichung des ersten Bandes von „Der Speersohn“ gesagt. Stimmt. Man darf gespannt sein, was als Nächstes von ihr kommt.

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