„Jan Wind“ und die Förderung der dörflichen Kultur

Dorfverein Etelsen lädt am Sonnabend zum Weinfest ein

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Auch aus dem Jahr 2009 stammt dieses Foto, als Heiner Königsfeld jungen Besuchern sein Museum up'n Böhn zeigte.

Etelsen - Der Dorfverein in Etelsen hat Jubiläum. Eigentlich schon längt gehabt. Vor 25 Jahren, am 12. Dezember 1991, gründeten 30 Etelser Bürger den Dorfverein. Im Sommer kann aber viel schöner feiern, vor allem, wenn es ein bisschen größer werden soll.

Natürlich hat der Dorfverein für den kommenden Sonnabend, 12. August, schon einige Gäste ganz direkt eingeladen, darunter die ganzen Gründungsmitglieder. Wenn um 16 Uhr an der Mühle „Jan Wind“ das zweite Etelser Weinfest eröffnet wird, sind selbstverständlich auch alle Nachbarn, Vereine, Bürger und überhaupt Interessierte eingeladen, mitzufeiern.

Dorfverein und Mühle sind eng miteinander verbunden

Die Geschichte des Dorfvereins ist ganz eng und untrennbar mit der Mühle verbunden, dem Gallerieholländer, den man heute mit Fug und Recht als echtes Schmuckstück und neben dem Schloss als Wahrzeichen Etelsens bezeichnet.

Nur, vor gut 25 Jahren war „Jan Wind“, wie die Mühle heute genannt wird, mal in gar nicht so gutem Zustand. Wie das so ist, alte Gebäude brauchen Zuwendung und ständig gute Pflege, will man sie in einem ordentlichen Zustand erhalten.

Zur Geschichte des Dorfvereins gehören auch die Tage mit den Grundschülern aus Langwedel und Etelsen. Hier hatte im Jahr 2009 Heinrich Struckmann viel über den Weg vom Korn zum Brot zu erzählen.

Was tat man in Etelsen? Ein Förderkreis, eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (BGR) erwarb die Mühle. Also Privatleute. Wieder Privatleute gründeten den Dorfverein Etelsen, und dessen Mitgliederversammlung formulierte folgende Ziele als Sinn und Zweck des Vereins: 1. Die Förderung der dörflichen Kultur, des Zusammenlebens und der Heimatkunde. 2. Die Erhaltung und Pflege von Gebäuden, Bau- und Kulturdenkmalen. 3. Erhaltung und Gestaltung des jeweiligen Dorfbildes. 4. Identitätspflege der einzelnen Ortschaften (im Ganzen heißt der Verein nämlich Dorfverein Etelsen/ Cluvenhagen/Hagen-Grinden), 5. Erhaltung und Gestaltung der Naturlandschaften.

Erster Mühlentag 1994

Am 1. Mai 1994 veranstaltete man in Etelsen den ersten Mühlentag. Um den Menschen ihre Mühle zu zeigen und näherzubringen. Zwischenzeitlich drehen sich zum bundesweiten Mühlentag, an Pfingstmontag, wieder die Flügel, und in Jan Wind wird Korn zu Schrot gemahlen. Man freute und freut sich nicht nur beim Mühlentag, sondern auch bei diversen anderen Veranstaltung über viele Besucher.

Weil man auf die restaurierte Mühle stolz ist – und weil man, da sind sie in Etelsen ganz ehrlich, die Einnahmen braucht, die die Ehrenamtlichen samt und sonders in den Erhalt der Mühle stecken.

Natürlich gab und gibt es dankenswerterweise auch immer wieder Zuwendungen der öffentlichen Hand, die ebenfalls unbedingt gebraucht werden.

Heiraten kann man in der Windmühle seit geraumer Zeit auch. Aber „Jan Wind“ ist nicht nur zum Feiern da.

Schon seit Jahren pilgern im Herbst die Viertklässler aus Etelsen und Langwedel zur Mühle.

Das Geheimnis hinter „Jan Wind“

„Vom Korn zum Brot“ heißt dann ihr Thema. Früher zeigte und erklärte Heinrich Struckmann als Müller den Kindern die Mühle, das Korn, das Sähen, das Dreschen, das Mahlen. Struckmann ist mittlerweile im Ruhestand, seine Aufgabe (auch am deutschen Mühlentag) hat jetzt Robert Nannen übernommen. Innerhalb des Schatzkästchens „Jan Wind“ wartet dann noch ein weiterer Schatz auf die Mühlenbesucher. Das „Museum up’n Böhn“ von Heiner Königsfeld, der hier auf dem Mühlenboden Gebrauchsgegenstände unserer Eltern, Großeltern und Urgroßeltern ausstellt.

Jetzt stellt sich für manchen vielleicht noch die Frage, warum die Mühle denn „Jan Wind“ heißt?

Ganz einfach: In Etelsen haben sie den Spitznamen des letzten Müllers auf seine alte Mühle übertragen.

Die braucht bald eine neue Außenhaut, soll sie die kommenden Jahre weiter gut überstehen. An einem alten Gebäude ist wie gesagt eben wirklich immer etwas zu machen. 

jw

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