MTV Langwedel feiert Jubiläum mit Festakt im Rathaus und Party am Abend / „Keine Angst vor dem, was kommen wird“

125 Jahre alt – und auf der Höhe der Zeit

Viel und absolut verdienten Beifall gab es für den Showact am Abend im Vereinszentrum. - Foto: Wessling

Langwedel - Von Jens Wenck. Der Bürgersaal des Langwedeler Rathauses ist voll. Alle Ehrengäste – vorneweg Dr. Jörg Mielke, Staatssekretär und Leiter der niedersächsischen Staatskanzlei, die Landtagsabgeordnete Dr. Dörte Liebetruth, der Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt und Landrat Peter Bohlmann – sind auch alle da.

Die Sonne brennt durch die hohen Fenster, es wird immer wärmer, es ist nach halb Vier. „So. Nun kann das losgehen, würde ich sagen“, fand Marco Behrmann der Vorsitzende des MTV Langwedel. Der Verein feierte am Sonnabend sein 125-jähriges Bestehen. „Angesichts der Temperaturen habe ich Wasserflaschen an den Plätzen verteilt. Jede zehnte Flasche habe ich geschüttelt. Mal sehen, wen es erwischt. Wir werden schon unseren Spaß haben.“ Das mit den Flaschen war nur Spaß, aber sonst sollte der Mann recht behalten.

Es wurde ein ebenso würdiger, wie unterhaltsamer Festakt. Was zum Einen am Auftritt von „Zuschneids Jungs“ lag. Der fast 87-jährige Trainer war mit einer Riege junger Turner ins Rathaus gekommen, die nur einen Bruchteil ihres Könnens zeigten – und trotzdem schwer beeindruckten. Zwischen den ganzen Reden lockerten Gerd Alsleben und die Künstlerinnen und Künstler von „Souly“ die Veranstaltung musikalisch auf.

Irgendjemand musste Staatssekretär Mielke die Chronik zum 100-jährigen Bestehen des MTV gegeben haben. Der Mann zeigte sich gut informiert. „Sie tun etwas für die Gesundheit, die Jugend, den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Das kann kein Staat leisten, das bekommen nur sie hin“, so Mielke.

Sigrid Holtmann, selbst auch als Übungsleiterin im MTV unterwegs, überbrachte die besten Wünsche des Niedersächsischen Turnerbundes. Gerhard Behling sprach nicht nur als MTV-Ehrenvorsitzende, sondern auch für den Kreissportbund und den Landessportbund die besten Wünsche aus.

Die Grußworte von Dörte Liebetruth, Peter Bohlmann und ALS-Sprecher Holger Flömer viel kurz, knackig und umso herzlicher aus. Langwedels Bürgermeister Andreas Brandt nahm sich etwas mehr Zeit.

Warum der MTV nach 125 Jahren nun so gut da steht, wie er es tut, arbeitete der Vereinsvorsitzende Marco Behrmann heraus. Da ist schon mal die stetige Offenheit gegenüber neuen Angeboten, die starke Ausrichtung auf den Gesundheitssport. „Wie viele Herzis hier im MTV unterwegs sind...“ meinte Behrmann und musste unbedingt einen dicken Dank an die Ärzte im Flecken Langwedel loswerden, die die Herzsportgruppen begleiten.

Abgehoben – das war der Festakt zum 125-jährigen Vereinsbestehen nur in puncto Auftritt von „Zuschneids Jungs“, wie das Programm titelte. - Foto: Wenck

Dazu gab es Ereignisse, Entscheidungen, die den heutigen MTV geprägt haben. Bis 1927 wurde im MTV Schlagball, Fußball, Handball noch auf Weiden und Wiesen gespielt. Bis der eigene Sportplatz an der Marienstraße gekauft wurde. Den wollte 1955 schon einmal die Gemeinde haben, um dort Bauland auszuweisen. Der MTV hat nicht verkauft. Gut 40 Jahre später hat der Flecken das Land doch noch bekommen, um hier eine neue Grundschule bauen zu können. Nach absolut kontroversen Diskussionen und zwei turbulenten Abstimmungen stimmten die Vereinsmitlieder zu. Der damalige Vorstand um Gerd Behling war mit dem Konzept angetreten, mithilfe des Verkaufserlöses neben der Grundschule ein Vereinssportzentrum zu bauen. Mit zwei Hallen und einer Vereinsgaststätte.

Der Bau steht nun auch schon 20 Jahre. Errichtet mit bemerkenswerter Eigenleistung vieler Vereinsmitglieder. „Heute undenkbar. Da findest du ja schwer jemanden, der die Altpapiersammlung macht“, so Behrmann. Darauf gönnte er sich einen Rundumschlag gegen die Bürokratie, mit der die Vereine überzogen werden. „Das ist Willkür und nicht zu Ende gedacht.“ Das musste mal gesagt werden. „Aber ich habe keine Angst vor dem, was kommen wird. Der Verein ist gut aufgestellt.“

Abends kam dann noch die Geburtstagsparty im MTV-Heim, für alle, die mitfeiern wollten. Ganz ohne Reden, aber mit einem tollen, stimmungsvollen Zirkus-Tanztheater (wir berichteten), mit dem Kinder und Jugendliche in gut 20 Minuten eine ganz eigenen Variante der Vorgeschichte der MTV-Vereinsgründung erzählten.

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