50 Jahre Etelser Kirche „Zum guten Hirten“: Festgottesdienst und Festakt

Viel mehr als ein Gebäude

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Landrat Peter Bohlmann, Landessuperintendent Dr. Hans-Christian Brandy, Ortsbürgermeisterin Irmtraud Kutscher, Superintendentin Elke Schölper, Pastor Martin Beckmann und Bürgermeister Andreas Brandt (v.li.) nach dem Festgottesdienst.

Etelsen - 50 Jahre Kirche Etelsen wurden in diesem Jahr schon mehrfach gefeiert: mit Konzerten, mit einem großen Fest am 6. Juni. An diesem Sonntag gab es nun den offiziellen Festgottesdienst und den Festakt – vor 50 Jahren wurde die Etelser Kirche „Zum Guten Hirten“ am Erntedankfest geweiht.

Schon 1959 hielt der Daverdener Pastor Viktor Kühn Gottesdienste in Etelsen. 1961 wurde dann der Kirchenbauverein gegründet, die Etelser brauchten ein Grundstück, Geld - und die Zustimmung des Landeskirchenamtes. Aber dorthin hatte Pastor Viktor Kühn einen guten Draht… Im November 1962 wurde der Grundstein gelegt, drei Jahre später erfolgte zum Erntedankfest die Einweihung der Etelser Kirche .

Der Festgottesdienst am Sonntag war noch einmal ein besonderer Höhepunkt im Jubiläumsjahr. Aus Stade war der Landessuperintendent Dr. Hans-Christian Brandy gekommen, um die Predigt zu halten, auch die Verdener Superintendentin Elke Schölper war dabei.

„Viele Menschen haben hier Früchte des Segens Gottes empfangen“, so der Landessuperintendent in seiner Predigt. Er erinnerte an den Bau der Orgel und die Errichtung des Gemeindehauses 1979, ein Anbau folgte 1992. Brandy nannte auch die vielen Institutionen, wie den Gospelchor.

Eine Kirche ist viel mehr als ein Gebäude. Wichtig sei auch die Integration der Kirchengemeinde ins Dorfleben sowie die Verbindung zu Vereinen und Verbänden. „Eine Kirche ist aber nicht schon dann eine Kirche, wenn sie fertig gestellt und geweiht ist, sondern sie wird Kirche mit jedem Kind, das darin getauft ist und mit jedem Toten, der darin beweint wird“ so Dr. Brandy.

Dann erzählte er die Geschichte von einem ostpreußischen Bauern, der vom preußischen Staat ein Stück Brachland geschenkt bekam. Der Bauer arbeitete im Schweiße seines Angesichts an dem kargen Stück Land, jätete Unkraut, pflügte und streute Mist. Nach einigen Jahren Schufterei war er dabei, die erste Ernte einzubringen, als der Ortspfarrer am Acker vorbei kam.

Der Pfarrer blieb stehen, schaute dem Bauern zu und rief: „Karl, du weißt doch, dass du diese Ernte doch dem Herrgott zu verdanken hast?“ Der Bauer überlegte kurz und rief zurück: „Jawoll, Herr Pfarrer, das weiß ich wohl, aber sie hätten einmal das hohe Unkraut sehen sollen, als der Herrgott diesen Acker noch allein bewirtschaftet hat.“

Brandy ging auch auf die aktuellen Flüchtlingsströme ein und verglich die Lage mit der nach dem 2. Weltkrieg. Wie damals werde das heutige Flüchtlingsproblem uns noch Jahrzehnte beschäftigen, man stünde vor gewaltigen politischen und logistischen Herausforderungen. Den Flüchtlingen sollte man als Christ aber im Geist der Nächstenliebe begegnen, forderte Brandy.

Nach dem Festgottesdienst ging es hinaus auf den Platz vor der Kirche, der für den Erntedank herbstlich geschmückt war. Bei dem Empfang in Form eines kleinen Kartoffelfestes wurden die Grußworte gesprochen, moderiert vom Vorsitzenden des Kirchenvorstands Jürgen Neumann.

Ortsbürgermeisterin Irmtraud Kutscher erinnerte an die Zeit vor 50 Jahren, als es im Dorf noch Ackerland gab, wo heute Häuer stehen. Bürgermeister Andreas Brandt wies auf den Bau des Verdener Domes hin, der 33 Jahre dauerte, beim Kölner Dom sogar mehrere hundert Jahre. Die Etelser Kirche hingegen ist in nur drei Jahren Bauzeit entstanden. „Es ist eine lebhafte Gemeinde, die noch viele hundert Jahre alt wird.“

Auch Landrat Peter Bohlmann zeigte seine Verbundenheit mit der Etelser Kirche, in der er geheiratet hat, in der sein Sohn getauft wurden und seine Tochter konfirmiert wurde.

Superintendentin Elke Schölper fand es richtig, eine Kirche im Dorf zu haben. Sie lobte die Dorfgemeinschaft, auch das Kirchenfest am 6. Juni wurde von allen Einwohnern gefeiert. Für die einstige Daverdener Mutterkirche gratulierte deren Pastor Lars Quittkat. Glückwünsche überbrachten auch Erich Norden für den Schützenverein Etelsen, Johann Krüger für den Schützenverein Cluvenhagen und Willem Wildschut für den Dorfverein Etelsen

Jürgen Neumann dankte Lisa und Lena Folkers, die das kleine Kartoffelfest musikalisch umrahmten. Dann konnten sich die Gäste mit Gerstensaft und anderen Getränken sowie Kartoffelgerichten stärken.

hu

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