Nicht irgendein Kochkurs

Archaisches und feines Kochen für Männer im Langwedeler Häuslingshaus

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Einfach, elementar kochen – mit exzellenten Zutaten. Das gab es beim Männerkochkurs mit Wolfgang Pade und Carsten Fischer am Langwedeler Häuslingshaus.

Langwedel - Teilweise wussten die Kerle vorher gar nichts von ihrem Glück. Ein Kochkurs für Männer stand jetzt im Langwedeler Häuslingshaus auf dem Programm. Aber nicht irgendein Kochkurs: „Archaisches Kochen / Fein essen“ hieß die Veranstaltung. Für die Ahnungslosen war es mal ein Geburtsgeschenk für den Liebsten oder eine kleine Überraschung – die dann auch gelang.

Organisiert wurde dieses besondere Kochen vom Langwedeler Kulturverein zusammen mit Wolfgang Pade, der seit 1992 in Verden ein Restaurant besitzt, und seinem Chefkoch Carsten Fischer.

Doch was ist archaisches Essen eigentlich? Es ist Zubereitung von Essen auf einfache elementare Weise mit Feuer, Glut und dem Geruch von Rauch. Garverfahren ganz ohne Gas oder Strom. „Der nächste Schritt zurück wäre gewesen, dass die Männer noch mit Faustkeil jagen“, scherzte Wolfgang Pade.

Die Idee, Männer draußen unter freiem Himmel kochen zu lassen, hatten die Verantwortlichen vom Langwedeler Kulturverein. Als die Köche Pade und Fischer im Vorgespräch fragten, was die Leute im Häuslingshaus denn früher so gegessen hatten, wies Sigrid Ernst auf den Bach hinter dem Haus hin: natürlich Fische. 

Die Männer ließen sich überzeugen, Nutrias zu essen

Es wurden Ziegen und Hühner gehalten. Produkte verspeist, die man selbst herstellen konnte, Gemüse kam aus dem Garten. Und es wurden Nutrias gezüchtet. Das stieß bei Wolfgang Pade sofort auf Interesse. Hingegen löste der Gedankte, Biberratte essen zu sollen, bei einigen Männern Unbehagen aus. Aber auch sie ließen sich überzeugen.

Pade hatte seinen gusseisernen Ofen mitgebracht, dazu kam der Feuerkorb des Kulturvereins – und ran an das Gemeinschaftserlebnis. Durch die aufwendige Zubereitungsmethoden gegenüber der Arbeit in einer normalen Küche war es ein sehr bewusster Prozess. Das Kochen war pur und intensiv. Wirklich keine modernen Küchenhilfsmittel wurden gebraucht.

Daher hatte man auch fünf Stunden für diesen besonderen Männerkochkurs angesetzt. Und es sollte ja auch ein Menü mit fünf Gängen werden.

Ursprüngliche Rezepte sind die Basis für den Abend

Im Häuslingshaus hatten Sigrid Ernst und Martina Schmincke den Tisch schon festlich gedeckt und das war angesichts der rustikalen Zubereitung schon etwas Besonderes, wurde dem zweiten Teil des Kurstitels „Archaisch Kochen / Fein Essen“ nur gerecht.

Gearbeitet wurde für das Fünf Gänge-Menü mit sehr ursprünglichen Rezepten, die sich, wie erwähnt, an dem orientierten, was man in vergangenen Zeiten im Häuslingshaus zur Verfügung hatte – oder hätte haben können.

Es gab Dickmilch-Ziegenkäse-Dipp mit Wiesen- und Bachkräutern auf Grillfladenbrot und Knäckebrot und allein dieser erste Gang war schon ein Erlebnis. Gegrillter Spargel kam auf den Tisch, ein besonderer Leckerbissen. Im nächsten Gang gab es gebeizten Wels mit verbrannten Zwiebeln, mit Sauerampfer-Emulsion und Buchweizen-Blinis und Salate von eingelegten Gurken, Rettich und Radieschen mit Buttermilchdressing. 

Pastinaken, Bohnen und Hähnchen liegen auf dem Teller

Die geplante Methode, Fisch in der Erde zu garen, musste aufgrund des feuchten Bodens abgeändert werden. Stattdessen wurde der Wels auf Pinienholz im offenen Feuer gegart. Im nächsten Gang gab es hausgemachten Speck im Bohnen-Kartoffel-Eintopf. Und hier fanden auch die schon erwähnten Nutrias Verwendung. Im Hauptgang gab es dann Stenderahner Freilandhähnchen platt im Ganzen vom Grill mit geräucherten Pastinakenscheiben und Mangold und zum Nachtisch ein Erdbeerdessert auf Sahnegries.

Es waren wirklich fünf köstliche Gänge, die da serviert wurden und auch die beiden Damen im Häuslingshaus waren angetan von den Kochkünsten der Männer.

Auf die Frage, ob denn jetzt die Frau in der Küche entlastet wird, kam die Antwort eines wackeren Kochs: „Nein, das bleibt das Arbeitsfeld meiner Frau.“ Für den nächsten Kurs empfahl Wolfgang Pade, auch die Damen hinzuzuziehen. - hu

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