Internationale Jugendgemeinschaftsdienste ehren Stiftung für lange Zusammenarbeit

Freiwillige aus ganzer Welt unterstützen Behinderte

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Manfred Jakubowski (links) und Florian Heidelberger freuen sich über die Ehrenurkunde von der Fachorganisation „Internationale Jugendgemeinschaftsdienste“ für 30 Jahre Zusammenarbeit im Freiwilligen Sozialen Jahr.

Cluvenhagen - Junge Menschen aus nahezu allen Erdteilen gehen den Mitarbeitern der Stiftung Waldheim regelmäßig zur Hand und helfen den behinderten Bewohnern, ihren Alltag zu bewältigen. Und das schon lange. Für 30 Jahre Zusammenarbeit im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) hat die Fachorganisation „Internationale Jugendgemeinschaftsdienste“ (Ijgd) nun der Stiftung mit Sitz in Cluvenhagen eine Ehrenurkunde verliehen.

„Es begann ganz profan mit Gartenarbeiten sowie Unterstützung bei der Obst- und Gemüseernte“, erinnert sich Manfred Jakubowski, heute Fachdienstleiter der Tagesförderstätten in der Stiftung Waldheim, an die Anfänge 1983. Damals wirkte er als Gruppenleiter des Arbeitsbereiches Garten.

Wo heute die Wohnhäuser für Kinder und Jugendliche stehen und das beliebte Tiergehege seinen Platz hat, waren früher große Gewächshäuser, in denen Bewohner und Beschäftigte ertragreich Gemüse für den Eigenbedarf zogen. Auch gab es Streuobstwiesen auf dem rund 56000 Quadratmeter großen, weitläufigen Gelände der Stiftung. „Wir haben das inzwischen parkähnliche Grundstück sehr bewusst nach ökologischen Gesichtspunkten angelegt.“

Da helfende Hände – damals wie heute – stets willkommen waren, knüpfte Jakubowski frühzeitig Kontakt zum Hannoveraner Verein Ijgd, der seit mehr als 60 Jahren gemeinnützig Freiwilligendienste im In- und Ausland organisiert. Dieser entsandte dann regelmäßig interessierte Jugendliche, die sich sozial engagieren wollten, nach Cluvenhagen.

Aus dem „Freiwilligen Ökologischen Jahr“ entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte das „Freiwillige Soziale Jahr“. Durch die Angebote des Vereins, der heute eine international anerkannte Fachorganisation mit derzeit 13 Landesvereinen ist, haben junge Erwachsene nach Angaben der Stiftung Waldheim die Möglichkeit, sich beruflich zu orientieren, sich gesellschaftliche Verhältnisse bewusst zu machen und sich etwa für benachteiligte gesellschaftliche Gruppen einzusetzen. „Dadurch entwickelt sich oft Verständnis für andere Menschen, für unterschiedliche soziale Schichten, Religionen und Weltanschauungen. Auch kann ein FSJ zum Abbau von Vorurteilen zwischen Angehörigen verschiedener Nationen beitragen.“

Was klein begann, hat sich im Laufe der Jahre verbreitet und internationalisiert. Immer mehr junge Menschen ergreifen die Chance, eingebunden in einem geschützten Rahmen, Einblick in andere Kulturen zu bekommen, ihren Sprachschatz zu erweitern und andere Umgangsformen kennenzulernen.

„Bei uns arbeiten überwiegend pädagogische Fachkräfte. Deren Know-how schlägt sich natürlich auch positiv im Umgang miteinander sowie in der Betreuung der FSJler nieder“, informiert Florian Heidelberger, Leiter des Fachbereichs Tagesförderung im Waldheim. „Es ist immer wieder schön, zu sehen, wenn sich anfangs eher unbedarfte Jugendliche im Laufe ihres Jahres bei uns Neues aneignen und dies weitertragen.“

Besonders gut gefällt dem FSJ-Verantwortlichen in der Stiftung Waldheim auch die Internationalität, die ein Freiwilliges Soziales Jahr über die Ijgd häufig mit sich bringt. Aktuell sind in der Einrichtung 16 FSJler beschäftigt. Sie kommen aus Venezuela, Sibirien, Tadschikistan und der unmittelbaren Nachbarschaft.

„Im Rahmen der alle zwei Jahre stattfindenden Sommerprojekte mit den Ijgd haben wir auch immer mehr junge Menschen aus Südkorea“, berichtet Heidelberger. „Dort gelten wir mittlerweile als Geheimtipp.“

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