Umweltfrevel kann teuer werden

Sitzgruppe hinter Autobahnabfahrt in Daverden „entsorgt“

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In der Nähe des Mörtelwerks Daverden hat ein unbekannter Umweltfrevler diese Gartenmöbel-Sitzgruppe abgeladen.

Daverden - Ob da wohl jemand vor hatte, sich gemütlich im Wäldchen einzurichten? Oder wollte sich da nur jemand ganz bequem seiner schwarzen Sitzgarnitur entledigen? Eine schwarze Sitzgruppe mit deutlichen Gebrauchsspuren wurde in der Nähe des Mörtelwerks Daverden, zwischen Autobahnabfahrt und Ortsgrenze, entdeckt.

Gerd Schmakeit, Jagdpächter auf dem Daverdener Branden, fand das gar nicht lustig. „Unsere Pacht soll sauber bleiben“, forderte er. Der Langwedeler Ordnungsamtsleiter Frank-Peter Adam kennt solche Fälle: „Müll ist immer mal wieder ein Thema, mit dem wir uns ordnungsrechtlich befassen müssen.“ Mit der Einschränkung, dass der Flecken nur innerorts zuständig ist. Wenn jemand außerorts illegal Abfall entsorgt, ist der Landkreis Verden gefragt.

Zunächst wird das Ordnungsamt des Fleckens trotzdem tätig und geht Vorfällen, die von Bürgern gemeldet werden, nach. Denn es sei nicht sinnvoll, den Landkreis „auf Hörensagen“ zu verständigen. In der Regel fährt Frank-Peter Adam selbst hin, fotografiert und erstellt einen Lageplan.

Sofern der Übeltäter bekannt ist – wenn dieser zum Beispiel vor seinem Wohnhaus eine vorübergehende Müllhalde angelegt hat – fordert ihn Adam per Brief auf, den Unrat zu entfernen. Bisher hätten die betreffenden Anwohner immer sofort reagiert, sodass es nicht notwendig gewesen sei, ein Verwarngeld von 35 Euro zu verhängen. Dazu kommt übrigens noch ein Zwangsgeld, um die Kosten für die Müllbeseitigung zu decken, die der Bauhof der Gemeinde dann übernehmen muss.

Legale Müllentsorgung nutzen

Landet eine Angelegenheit beim Landkreis, kann es für den Umweltfrevler noch teurer werden: 100 bis 500 Euro kostet der „Spaß“, alte Möbelstücke in Wald und Flur zurückzulassen, sagt ein Mitarbeiter des Fachdienstes Wasser, Abfall und Naturschutz beim Landkreis Verden. „Aber da wird kein Name dran stehen“, fügt er hinzu. Mit Kleinkram in Müllsäcken sehe die Sache anders aus: Manchmal finden Mitarbeiter der Behörde darin alte Briefumschläge, die den „Absender“ des Kehrichts verraten.

Dabei gibt es legale Möglichkeiten, zum Beispiel kann man kostenlos zweimal im Jahr Sperrmüll abholen lassen. Noch flexibler lässt sich Schrott entsorgen, wenn man ihn selbst zu den Abfallhöfen bringt, zum Beispiel in die Müllumladestation an der Birkenallee 40 in Langwedel, der Mittwoch und Freitag in der Zeit von 13.30 bis 16.30 Uhr und Samstag von 8.30 bis 12 Uhr zugänglich ist. Besonders lange Öffnungszeiten hat der Abfallhof Beppen, werktags von 8 bis 17 Uhr (mit einer Mittagspause von 12 bis 13 Uhr) und samstags von 8 bis 12 Uhr.

ldu/hu

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