„Ihr kommt doch wieder?“

Ein grandioser irisch-keltischer Abend in Langwedel

Geigerin Maire Breatnach und Harfenist Thomas Loefke unterhielten ihr Publikum gut.
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Geigerin Maire Breatnach und Harfenist Thomas Loefke unterhielten ihr Publikum gut.

Langwedel – Maire Breatnach und Thomas Loefke waren zu Gast in Klenkes Gasthaus – und die Vorsitzende des einladenden Langwedeler Kulturvereins Sigrid Ernst begrüßte zahlreiche Gäste, die wie sie 150 Minuten lang ins Träumen gerieten. „Ich habe mich innerlich an die grandiosen Küsten und die Landschaften von Irland versetzt gefühlt“, schwärmte Sigrid Ernst nach dem Konzert und stand mit dieser Meinung nicht allein.

Es wurde der wunderschöne Abend, den sich Sigrid Ernst gewünscht hatte.

Als Thomas Loefke an seiner keltischen Harfe Platz nahm, gab es den ersten Beifall, er ist in Langwedel kein Unbekannter. Schon dreimal gastierte er im Flecken. „Die keltische Harfe ist kleiner als die Konzertharfe, aber viel älter“, klärte er auf.

Loefkes Harfenkompositionen entstanden auf den jährlichen Reisen in die Inselwelt des Nordatlantiks. Zwischen den Stücken erzählte er kurze Geschichten aus der keltischen Mythologie. So von einer kleinen Insel mit den Orten Easttown und Westtown. Dort gibt es einen Felsvorsprung, links und rechts geht es 50 Meter steil abwärts. Wenn man sich hier dreimal dreht, hat man drei Wünsche frei. Doch für Nichtheimische ist das zu gefährlich, behauptete Loefke. Sie bräuchten nur drei Kieselsteine auf den Felsvorsprung werfen, um ihre drei Wünsche erfüllt zu bekommen. „Inzwischen ist es durch die vielen Kieselsteine dort aber auch für Einheimische zu glitschig geworden.“

Jetzt aber runter vom Stuhl und aufstehen: Die Stimmung beim irisch-keltischen Abend im Gasthaus Klenke in Langwedel war prächtig.

Diese und andere Geschichten sorgten immer wieder für Heiterkeit. Loefke spielte ein Liebeslied aus Irland, das sehr traurig vorgetragen wird, und natürlich durften Musik und Geschichten vom Kampf der Iren gegen die Engländer um ihre Unabhängigkeit auf keinen Fall fehlen.

Ebenfalls auf der Bühne stand in Langwedel Maire Breatnach, Irlands wohl bekannteste Geigerin und eine begnadete musikalische Geschichtenerzählerin. Sie wird auch als eine moderne Vertreterin der keltischen Bardenzunft bezeichnet. Ihre Kompositionen handeln von Liebespaaren aus der irischen Mythologie, sie spielt die großen traditionellen Liebeslieder Irlands, gesungen in gälischer Sprache.

Mit ihrem Spiel der Celtic-Fidel, einer Geige, begeisterte Maire Breatnach die Zuhörer, das gilt allerdings auch für ihre tolle Stimme. Eines ihrer Lieder hat sie ihrem Vater gewidmet, der vor 20 Jahren starb. Sie sang von einem Helden, der im Nebel verhüllt viele Feinde abwehren konnte.

Es war ein unterhaltsamer Hochgenuss, den beiden Künstlern zuzuhören. Thomas Loefke erzählte auch Geschichten von den Färöer-Inseln und dem großen Fußball dort – allerdings ironisch. Er widmete ein Lied den Papageientauchern, die auf den Klippen im nördlichen Atlantik brüten. „Wie nennt man die kleinen Wasserlachen, die bei Ebbe entstehen? Das sind Gezeitentümpel, hat ihm mal ein Ostfriese gesagt.“

Als das Konzert nach zweieinhalb Stunden endete, gab es stehende Ovationen – und das zu Recht. Sigrid Ernst, die auch die unsichtbare Helferin im Hintergrund Christiane Stanko vorstellte, wandte sich an die beiden Musiker: „Ihr kommt doch wieder?“

Es gab ein „Ja“ als Antwort, sodass sich die große Schar der Fans schon auf den nächsten irisch-keltischen Abend freuen kann – mit packenden Geschichten von starken Gefühlen und überbordender Lebensfreude und nicht zuletzt der spannenden emotionalen Verbindung von Geige, Harfe und einer grandiosen Stimme.  whu

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