Das Lernen lernen – Langwedeler Schulen laden zu einem Infoabend ins Rathaus ein

„Ich versuche nur zu erklären, warum ich Recht habe“

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Der Informationsabend mit Lerncoach Sebastian Durst im Bürgersaal des Langwedeler Rathauses stieß auf reges Interesse. Eingeladen hatten alle Schulen aus dem Flecken Langwedel gemeinsam.

Langwedel - „Das Lernen lernen“ – zu diesem Thema kam der erfahrene Lerncoach Sebastian Durst in das Langwedeler Rathaus.

Im Bürgersaal begrüßte die Völkerser Grundschulleiterin Angelika Bernstein-Janßen einige Lehrkräfte, vor allem aber viele Eltern der Schulen im Flecken Langwedel. Sie freute sich, dass die Einladung gemeinsam von den Grundschulen Etelsen, Langwedel und Völkersen, der Oberschule am Goldbach und der Helene-Grulke-Schule kam, sodass der Bürgersaal gefüllt war von wissbegierigen Eltern.

Schwieriges Thema kurzweilig präsentiert

Sebastian Durst kommt vom gemeinnützigen Verein LVB Lernen aus Berlin, ein Zusammenschluss von Pädagogen, Lehrern und Menschen aus dem Bildungsbereich, die sich deutschlandweit gemeinsam für eine bessere Bildung einsetzen, für Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit.

Sein Vortrag sollte nun dazu dienen, Kindern das Lernen zu erleichtern und so zum bestmöglichen Schulabschluss zu kommen. Sebastian Durst gelang es, dieses gleichermaßen schwierige wie hochinteressante Thema lebensnah, eingängig und kurzweilig zu vermitteln.

Manch helfender Hinweis richtet Schaden an

„Ich streite nie. Ich versuche nur zu erklären, warum ich Recht habe“, kann da als Devise beim Umgang von Eltern und Kindern schon einmal helfen. „Ballen Sie die rechte Hand zur Faust und dann die linke und fügen sie beide Fäuste zusammen – dieses ist die Größe des Gehirns“ so Sebastian Durst. Doch der Mensch nutzt nur einen Bruchteil dieses Gehirns. Verknüpfungen im Hirn können wieder gelöscht werden. „Lernen ist ein Rudern gegen den Strom“, befand Durst.

Die linke Gehirnhälfte dient der Wahrnehmung und Verarbeitung logischer Dinge, die rechte Gehirnhälfte birgt die kreativen Anteile wie Gefühle und Emotionen. Beide Hälften arbeiten zusammen und arbeiten immer. „Man kann nicht nicht denken“ erklärte Sebastian Durst. So ist ein abendlicher Hinweis der Eltern: „Vor der Mathearbeit brauchst Du keine Angst zu haben“ falsch, denn gerade dann kreisen die Gedanken nachts um diese Arbeit und die Nacht wird unruhig.

Keine Freiwilligen im Publikum

Seine Suche nach Freiwilligen für einen kleinen Test blieb ohne Erfolg. Also pickte sich Durst zwei „Freiwillige“ aus dem Publikum.

Die beiden sollten sich eine längere Zahlenreihe merken – ein Ding der Unmöglichkeit. Womit man sich dann der Frage näherte, wie viel Informationen man auf einmal aufnehmen kann.

Dann gibt es da noch das Kurzzeit- und das Langzeitgedächtnis. Das Ultrakurzzeitgedächtnis filtert die Informationen, denn unser Gehirn arbeitet ökonomisch. Alles Unwichtige wird nach 20 Sekunden gelöscht. Die wichtigen Informationen werden weitergeleitet an das Kurzzeitgedächtnis, im Langzeitgedächtnis werden die Informationen dann abgelegt.

Durst riet den Eltern, die Kinder nach den Hausaufgaben nicht zur Belohnung das Fernsehen oder Spielen mit dem Smartphone zu gestatten, sondern lieber spielen oder Sport treiben zu lassen, damit das Frischgelernte nicht nur Informationen aus TV oder Daddelmaschine verdrängt wird.

Durst zeigt Eltern, wie „Null-Bock-Phasen“ überwunden werden können

Sebastian Durst verteilte kleine Zettel mit 20 Begriffen, die in zwei Minuten auswendig gelernt werden sollten. Und: Die eine Saalhälfte hatte sich die Begriffe besser einprägen können, als die andere – weil sich nämlich die Begriffe geordnet bekommen hatte. So kann man leichter lernen, und das findet seine Entsprechung in ordentlich geführten Schulheften.

Diese und weitere Techniken und Lernmethoden für ihr Kind vermittelte Durst den Eltern, aber auch praktische Tipps zur Überwindung von „Null-Bock-Phasen“. Durst berichtete von unterschiedlichen Lerntypen, nicht jeder Mensch lernt auf die gleiche Art und Weise gleich gut, zeigte Wege zu einem gemeinsamen Lernen ohne Streit zwischen Eltern und Kind, wiese auf Möglichkeiten hin, wie man seinem Kind helfen kann, schnell und effizient zu arbeiten.

Jetzt hoffen die Eltern natürlich, diese Weisheiten auch im Alltag anwenden zu können.

hu

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