Seit Jahrzehnten Drogistin und Fachkosmetikerin

Elisabeth Poetukat: „Ich hab' damit meinen Beruf gefunden“

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Elisabeth Poetukat arbeitet mit 66 Jahren zwar nur noch nach Terminvereinbarung, denkt aber gar nicht ans Aufhören.

Langwedel - „Ich hab’ damit meinen Beruf gefunden. Ich bin mit ganz viel Freude und Elan dabei“, erzählt Elisabeth Poetukat und strahlt. Seit 25 Jahren hat sie ihr Kosmetik- und Nagelstudio in Langwedel. Sie ist gelernte Drogistin. „Das liegt wohl in der Familie. Meine Eltern hatten eine Drogerie in Ottersberg.“ Ihre Schwester hat den Beruf auch gelernt.

Elisabeth Poetukat arbeitet nicht mehr Vollzeit. Aber aufhören kommt ihr auch nicht in den Sinn. Jetzt ist der Zeitpunkt, ein bisschen uncharmant nach ihrem Alter zu fragen. „66 Jahre. Ich bin 45 Jahre im Beruf.“ Das ist der energischen und lebhaften Dame nicht anzusehen. „Das macht meine eigene gute Pflege“, lacht sie.

In ihrem langen Berufsleben hat sie für große Firmen gearbeitet. In den Kaufhäusern Hertie und Horten in Bremen, in verschiedenen Filialen von Douglas. Vor 26 Jahren, da hat Familie Poetukat längst in Völkersen ein Haus gebaut, fragt Ursula Prange an, ob Elisabeth Poetukat nicht in ihrem Geschäft in Langwedel mit zur Hand gehen könnte. Damals gibt es an der Großen Straße unten noch das Ladengeschäft, in der Etage oben darüber ist das Kosmetik und Nagelstudio. „Drogerie – Parfümerie Am Marktplatz“ lautet der Name. Nebenan ist ein Grill, auf der anderen Seite Fernseh Thies, ein Stückchen weiter hat die Drogeriekette Schlecker einen kleinen Laden aufgemacht. Heute werden an diesem Ende der Großen Straße Brillen verkauft, in der ehemaligen Drogerie gibt es Kinderbekleidung, die Diakoniestation ist in die TV-Werkstatt gezogen und nebenan ist ein Versicherungsbüro.

2002 hat Elisabeth Poetukat das Ladengeschäft zugemacht. „Das war der Lauf der Zeit für uns“, sagt sie mit Blick auf die familiengeführten Drogerien. Der Ausverkauf lief damals während des Langwedeler Marktes.

Am Ende ihrer Ausbildung hatte sie unter anderem noch eine Giftprüfung und eine Fotoprüfung. „Wir mussten ja Filme entwickeln können.“ Erkennen und benennen sollte sie auch Drogen, wie man sie zum Beispiel für Tees braucht. Alle hatte sie erkannt. Bis auf eine. Sie musste passen. „Fräulein Sack, Mist ist es nicht!“, versuchte ihr Ausbilder zu helfen. Es nutzte nichts, Blackout, die Mistel wollte ihr nicht einfallen.

Dafür bildet sie sich ihr Berufsleben lang weiter fort, spezialisiert sich und ist jetzt hautärztlich geprüfte Fachkosmetikerin. Hautreinigung, Hautpflege, Hautbildverbesserung sind dabei ein paar Stichworte.

Elisabeth Poetukat ist außerdem im Vorstand der Kosmetiker-Innung Bremen. „Wir haben uns zusammengetan, man muss eine Lobby haben.“ Darum hat man bei ihr und in ihrem Studio in Langwedel auch für die nächsten Tage keinen Termin bekommen. Die Völkerserin ist in Halle 5 auf der HanseLife. Hier haben die Innungen der Kosmetiker und der Friseure einen gemeinsamen großen Stand inklusive Programm, zum Beispiel mit Vorträgen zum Thema Stressbewältigung oder schädlichen Inhaltsstoffen in manchen Pflegeprodukten. „Was macht die Haut eigentlich, wofür ist sie da?“ Solche Fragen kann man dort auch bei einer Art Kaffeeklatsch besprechen. Es gibt eine Modenschau. Dann ist da noch die große Vorher-Nachher-Show. Wer mag, kann sich vertrauensvoll umstylen lassen. Die Plätze sind aber alle bereits verlost. Die Messe beginnt ja schon heute. „Es haben sich leider nur Frauen beworben.“

In Langwedel sind unter den Kunden von Elisabeth Poetukat aber auch ein paar Männer. Die Damen und Herren kommen nicht nur aus der näheren Umgebung. Aus Rotenburg, aus Scheeßel und aus Bremen sind welche dabei. Da kam der Kontakt über die HanseLife, zu der Elisabeth Poetukat seit sechs Jahren fährt.

Wer von ihr behandelt werden möchte, der braucht wie erwähnt einen Termin, dann lässt sich das auch viel besser mit dem Privat- und Familienleben regeln.

Die Drogistin und Kosmetikerin überlegt einen klitzekleinen Moment und sagt dann über ihre Kunden: „Da sind noch einige dabei, die ich übernommen habe. Damals von Frau Prange.“

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