Vorstellungen nur mit Einschränkungen möglich

Freilichtbühnen: Holtebüttel sagt ab, Daverden spielt

So voll wie auf diesem
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So voll wie auf diesem

Holtebüttel/Daverden – In Daverden wollen sie spielen – in Holtebüttel wird es in diesem Sommer kein plattdeutsches Theater auf der Freilichtbühne geben.

„Die Absage fiel uns in diesem Jahr bald leichter als im vergangenen Jahr“, sagt Silke Sonnenberg – mit einem tiefen Seufzer. Traditionell spielen die Holtebütteler Platt-snackers ihr Stück immer Mitte Juli. „Spätestens im März hätten wir da anfangen müssen zu üben“, sagt Sonnenberg. Was aber angesichts der Corona-Verordnungen von Angesicht zu Angesicht gar nicht möglich gewesen wäre. Und übers Internet via Zoom üben? Für die Holtebütteler kein besonders aparter Gedanke. Mal angenommen, die Plattsnackers hätten sich trotzdem an ihr Stück gemacht. Was für ein Hygienekonzept hätte sie im Juli haben müssen? Wie hätten sie die Plätze auf der Freilichtbühne besetzen dürfen? Die Bühne in Holtebüttel ist kleiner als die in Daverden. „Da hätten wir wohl ein völlig neues Verkaufskonzept gebraucht“, erzählt Silke Sonnenberg. Nur, wie hätte das jetzt wieder aussehen sollen, dürfen, müssen? „Es waren einfach zu viele Unwägbarkeiten.“ Also haben sie die Saison abgesagt.

Es ist das zweite Mal in Folge, dass im Sommer in Holtebüttel kein Theater gespielt wird, keine Besucher unter den alten Bäumen vor der Bühne sitzen. So ein bisschen schwingt bei den Plattsnackers im Hintergrund schon die Befürchtung mit, dass die ganze wunderbare Theatergeschichte womöglich langsam einschlafen könnte. „Aber wir hoffen auf das nächste Jahr und Normalität. Es kann nur besser werden.“

Ein Stück haben sie in Holtebüttel ja schon seit 2020. Welches eigentlich? „Nee, nee“, lacht Silke Sonnenberg. „Das ist ja noch ein großes Geheimnis. Das wissen ja nicht mal unsere Vereinsmitglieder.“ Dann eben nicht.

In Daverden ist sicher, dass am 3. Juli das Märchenstück „Isidor wird Schlossgespenst“ Premiere haben soll. Die Geschichte aus der Feder von Christina Spenge wurde schon 2004 erfolgreich in Daverden aufgeführt. Ein Teil der Darsteller von damals ist wieder dabei. „Wir haben uns frühzeitig Gedanken gemacht“, erklärt Volker Penczek, Vorsitzender der Abteilung Freilichtbühne im TSV Daverden. „Immer wieder haben wir überlegt: Was machen wir? Absagen?“ Zunächste lautete die Devise schlicht: „Abwarten“. Und ganz ehrlich, da war auch der Wunsch: „Wir wollen spielen.“

Also haben die Mitwirkenden am Kinderstück angefangen, sich in Videokonferenzen zu treffen, haben den Text des Stückes zusammen gelesen, wie das die Bühnen bei der Arbeit an einem neuen Stück so machen. Die Daverdener haben übrigens noch ein paar Gespenster neu in die Geschichte geschrieben. „Das ist alles mit der Autorin und ihrem Verlag abgesprochen.“

Seit Donnerstag sind die Vorschriften viel lockerer, die Daverdener Schauspieler haben sich schon wieder auf der Bühne getroffen und erste Proben mit Mund-Nase-Maske auf der Bühne gehabt – und sich vorher alle testen lassen. „Es ist uns wichtig, den Menschen wieder Kultur und Theater zu bieten“, sagt Penczek. Genauso von Bedeutung ist ein ausgeklügeltes Hygienekonzept für die Vorstellungen.

Sicher ist: Es werden maximal 150 Besucher eingelassen, wo sonst 450 Menschen gut sitzen können. Plätze gibt es nur auf Vorbestellung mit Hinterlegung der Kontaktdaten, das Catering in den Pausen wird „schwierig, schwierig“ bis unmöglich. Es wird keine Vormittagsvorstellungen für Kitas und Schule geben, wenn das Märchenstück vom 3. bis zum 11. Juli gespielt wird. Wer in Daverden eine Karte erwirbt, soll zudem von der Bühne über den jeweils gültigen Stand der Vorschriften auf dem Laufenden gehalten werden.

Läuft alles glatt, gibt es in Daverden vom 14. bis 29. August die plattdeutsche Komödie „Skandal in"t Sprüttenhuus“. Den Skandal befeuern übrigens laut Info zum Stück eine Zeitungsreporterin (auf der Bühne) und ihr sensationshungriger Redakteur (nicht auf der Bühne). Wir sind gespannt.

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