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Hof Blohme in Hagen-Grinden versucht sich im Ökolandbau am Raps

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Von: Jens-Peter Wenck

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Heinrich Blohme und Tochter Lina beteiligen sich mit einem Rapsfeld am Finka-Projekt. Gearbeitet wird dabei unter den Regeln des Ökolandbaus ohne den Einsatz von Chemie.
Heinrich Blohme und Tochter Lina beteiligen sich mit einem Rapsfeld am Finka-Projekt. Gearbeitet wird dabei unter den Regeln des Ökolandbaus ohne den Einsatz von Chemie. © Landvolk Verden-Rotenburg

Hagen-Grinden – Auf dem Acker von Mintja und Heinrich Blohme ist derzeit ein leuchtend gelbes Blütenmeer zu sehen. Die Rapsfläche der Landwirte aus Hagen-Grinden ist eine drei Hektar große Versuchsfläche, auf der im Rahmen des Projektes Finka (Förderung von Insekten im Ackerbau) auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Insektiziden und Herbiziden verzichtet wird.

„Das Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt verfolgt die Ziele, die Biodiversität auf Ackerflächen zu erhöhen und eine breite Diskussion in der Landwirtschaft anzustoßen. Neben wissenschaftlichen Untersuchungen darüber, wie sich die geänderte Bewirtschaftungsweise auf die Ackerbegleitpflanzen und damit auch auf die Insektenvielfalt auswirkt, steht die Zusammenarbeit von konventionell und ökologisch wirtschaftenden Landwirtinnen und Landwirten im Fokus des Projektes“, heißt es dazu in einer Mitteilung des Landvolkes Verden-Rotenburg. Gemeinsam würden die Bauern in einen fachlichen Austausch darüber gehen, wie der Verzicht auf die genannten Pflanzenschutzmittel betriebswirtschaftlich und arbeitstechnisch umgesetzt werden kann.

Mit dem ökologisch wirtschaftenden Partnerbetrieb Uwe Michaelis haben sich die Blohmes mit dem Rapsanbau einer ganz besonderen Herausforderung gestellt.

Raps ist laut Landvolk Verden Rotenburg im Ökolandbau eine weniger gängige Feldfrucht. Denn im Vergleich zum konventionellen Anbau birgt er ein deutlich höheres Ertragsrisiko. So stellen Schädlinge und Krankheiten, Spätverunkrautung, die lange Kulturdauer sowie die hohen Ansprüche an die Stickstoffversorgung im Öko-Landbau eine spezielle Unberechenbarkeit dar.

Als Hauptrisikofaktor gelte vielen ökologisch wirtschaftenden Betrieben der Rapsglanzkäfer, der bei starkem Befall zu Totalausfällen führen kann. Aber auch Schädlinge wie Erdfloh und Kohltriebrüssler sorgen im unbehandelten Raps für Probleme.

„Im Vergleich zum letzten Jahr ist der unbehandelte Raps bislang jedoch gut davongekommen“, erklärte der Acker- und Pflanzenbauberater André Buske von der Landberatung Verden jetzt bei einem Feldtag im Raps.

Als besonders kreativer Lösungsansatz, um gegen den Kohltriebrüssler vorzugehen, setzen die Blohmes unter anderem mehrere Bienenvölker in ihrem Rapsfeld ein.

„Wenn die Bienen über den Raps fliegen, stellt sich der Rüssler tot und lässt sich von der Pflanze fallen. Somit kann er dann keine Schäden verursachen“, erklärt Heinrich Blohme.

Zu kämpfen haben die Blohmes aber auch mit Gewächsen wie Acker-Fuchsschwanz und Klette.

„Im Ökolandbau kommt der Mechanik bei der Unkrautbekämpfung eine besondere Bedeutung zu“, berichtet hierzu Vinzenz Spengler, Ackerbauberater bei Bioland. Laut Landvolkmitteilung hätte sich die skandinavischen Maschine Cameleon von Gothia Redskap, mit welcher sowohl erfolgreich gesät als auch gehackt wurde, bewährt.

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