Jäger bringen Fledermauskästen an neuem Verbrauchermarkt an

Hilfe für Langwedels lichtscheue Insektenvertilger

Jürgen Luttmann als Vorsitzender der Verdener Jägerschaft, Jagdpächter Kuno Gätje, AntjeMahnke-Ritoff vom Landkreis und Jagdpächter Peter Lange freuen sich über die Fledermaushöhlen am neuen Edeka-Markt.

Langwedel - Der neue Edeka-Markt in Langwedel geht so langsam seiner Fertigstellung entgegen, etliche Menschen freuen sich auf die für Mai angekündigte Neueröffnung schräg gegenüber des Langwedeler Rathauses und können sich nur noch ganz schwach erinnern, was hier mal für alte Gebäude standen. Deren Abriss hat etliche lichtscheue Gestalten getroffen – und genau denen will die Jägerschaft Verden jetzt helfen.

Beim Abriss des ehemals an dieser Stelle vorhandenen Gebäudes gingen nämlich Fledermauslebensstätten verloren.

Als Ersatz wurden vom Bauträger an einer fünf Meter hohen Gebäudewand, die parallel zum Goldbach verläuft, einige Fledermauskästen angebracht.

„Es macht an dieser Stelle Sinn, weitere Fledermausunterkünfte anzubieten, da dieser Standort ein hohes Potential als Wohn- und Nahrungsrevier für verschiedene Fledermausarten aufweist“, bat Antje Mahnke-Ritoff, von der Unteren Naturschutzbehörde (Landkreis Verden), die Jägerschaft um Unterstützung.

Die Pächter der Langwedeler Gemeindejagd nahmen diesen Hinweis gerne auf und brachten zunächst drei Universalfledermaushöhlen an, die unterschiedlichen Fledermausarten Unterschlupf bieten können.

„Wenn diese Höhlen gut angenommen werden, sind wir gerne bereit, weitere Fledermaushöhlen zu installieren“, sagte Kuno Gätje als Vertreter der örtlichen Jagdpächter und Peter Lange ergänzte: „Platz ist an dieser Wand ausreichend vorhanden“.

Fledermäuse übernehmen eine wichtige Funktion bei der biologischen Schädlingsbekämpfung. Der Nahrungsbedarf von Fledermäusen ist sehr groß. Durch wissenschaftliche Untersuchungen weiß man, dass größere Fledermäuse im Verlauf eines Sommers bis zu einem Kilo Insekten vertilgen.

Das entspricht immerhin einer Menge von einer halben Million Insekten. Alle in Deutschland vorkommenden Fledermausarten sind besonders geschützt. Im bebauten städtischen Bereich gehen immer mehr natürliche Brutstätten in Gebäudenischen nicht nur für Fledermäuse, sondern insbesondere auch für viele Vogelarten durch Modernisierung von Wohnhäusern verloren.

Mit Hilfe künstlicher Nistmöglichkeiten kann dieser Verlust in gewissem Umfang ausgeglichen werden, ist man bei der Kreisjägerschaft sicher.

„Im Rahmen des Verdener Hegefonds haben wir uns zum Ziel gesetzt, mit finanzieller Hilfe der Bingo Umweltstiftung, jedes Jahr ca. 150 neue Nisthöhlen an besonders geeigneten Plätzen aufzustellen“, erläutert Jürgen Luttmann, als Vorsitzender der Verdener Jägerschaft. Er freut sich, dass dieses Angebot von den Jägern vor Ort auch so tatkräftig unterstützt wird.

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