Christiane Hess in Langwedel

Hexen, Heiden und Heilige im Häuslingshaus

Viel braucht Christiane Hess nicht, um im Kleinen großes Theater auf die Bühne zu bringen. Zu erleben am 15. April. - Foto: Propfen

Langwedel - Eine Maske, ein Spazierstock, eine Feder und ein Tagebuch. Das reicht Christiane Hess, für die Nordbayrischen Nachrichten die „Frau der 1 000 Gesichter“, für einen Streifzug durch die tiefsinnige, tragische und teils urkomische niedersächsische Sagenwelt. Genau das wird am Freitag, 15. April, ab 20 Uhr im Langwedeler Häuslingshaus zu erleben sein, wenn Christiane Hess mit ihrem Soloprogramm „Hexen, Heiden, Heilige“ zu Gast ist.

„Rhetorisch brillant, pantomimisch hinreißend“, fand ein anderer Kritiker die Schauspielerin, die ihre Zuschauer in einer Kombination aus Schauspiel, Masken- und Objekttheater auf eine fantastische Reise zu norddeutschen Mächten und Mythen mitnimmt.

Christiane Hess bietet dabei im besten Sinne Kleinkunst. Sie benötigt keine Technik- dominierte Kulisse. Ihr reichen ein paar Requisiten und ihre frappierende Wandlungsfähigkeit von Rolle zu Rolle.

Das Programm besteht aus drei in sich geschlossenen Geschichten.

Da geht es zum einen um die Ricklinger Teufelskuhle.

Heute ein kleiner, fast vergessener Tümpel hat die Teufelskuhle doch eine ganz große Vergangenheit: Damals, in den Zeiten der Christianisierung, hat hier einst ein heiliger Mann eine neue Kapelle errichtet. Dem Teufel gefiel dieses überhaupt nicht, und so ließ er das just entstandene Gotteshaus unter lautem Krach kurzerhand im Erdboden versinken. Unglücklicherweise wurde er dabei vom Erbauer der Kapelle jedoch mit einem unseligen Fluch belegt, der den Satan nun – für sehr lange Zeit und leicht ratlos – in Ricklingen festhält...

Und dann wäre da noch „Die Alte Taufe“.

Wir schreiben das Jahr 782, das ganze heilige römische Reich unter Karl dem Großen (der die Sachsen bei Verden hinmetzeln ließ) ist inzwischen christlich geworden.

Das ganze heilige römische Reich? Nein. Hoch oben im Norden - links - gibt es ein kleines Stück Land mit einem kleinen noch heidnischen Dorf Hier wohnt der Edelmann Lutter, der sich verbissen gegen die Christianierung wehrt. Die Sitten sind rauh in diesen Zeit. Da schlachtet man die während der andauernden Kämpfe gefangenen Feinde brutal zu Ehren der germanischen Götter ab.

Als die Christen wieder einmal mit großer Gewalt ins Land kommen, kann Lutter nichts gegen die Übermacht tun und muss seine Tochter als Bürgen für den weiteren Frieden herausgeben. 20 Jahre später: Es herrscht immer noch Friede, die Christen kommen auf ihrem Weg zur Elbe hin wieder in die Nähe des Dorfes.

Da sieht Lutter seine Stunde gekommen, um sich zu rächen an den Christen, die ihm die einzige Tochter genommen haben...

Und dann wäre da noch „Die Ratte von Hameln“. Und die ist inzwischen fast ein Klassiker: Jeden Abend steigen eine Chronistin und eine Ratte (beide Christiane Hess) auf die Bühne, um gemeinsam die tatsächlich nicht nur deutschland-, sondern weltweit bekannteste aller Sagen – die geheimnisumwobenen Ereignisse von Hameln – korrekt wiederzugeben.

Diese zunächst seriöse Angelegenheit läuft allerdings mit schönster Regelmäßigkeit völlig aus dem Ruder, denn das renitente Tier liefert hieb- und stichfeste Beweise dafür, dass das damals eigentlich doch alles völlig anders war, als immer behauptet wird.

Der Langwedeler Kulturverein lädt also am 15. April zu diesem außergewöhnlichen Abend ins Häuslingshaus (Auf dem Sandberg 11) nach Langwedel ein. Einlass ist um 19.30 Uhr.

Da der Platz bekanntermaßen begrenzt ist, sollten sich Interessierte rechtzeitig eine Karte besorgen. Die gibt es im Vorverkauf in der Buchhandlung Vera Rohrberg, Große Straße 38, in Langwedel zum Preis von 12 Euro. Sollte es am 15. April noch Restplätze geben, kosten die dann 15 Euro.

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