Mit 200 Mark auf der Suche nach Sinn

Helmut Zierl stellt Buch in Langewedel vor – wenn es die Corona-Lage zulässt

Den Abend mit dem Schauspieler Helmut Zierl präsentiert der neu gegründete Kulturverein Lauenhof.
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Den Abend mit dem Schauspieler Helmut Zierl präsentiert der neu gegründete Kulturverein Lauenhof.

Langwedel – Mit „Follow the Sun“ – folge der Sonne – ist der Abend überschrieben, der am Samstag, 29. Januar, mit dem Schauspieler Helmut Zierl im Rathaus Langwedel geplant ist.

Fast jeder, mutmaßen die Autoren der Ankündigung, dürfte Helmut Zierl als Schauspieler aus Serien wie dem „Tatort“, „Der Alte“ oder „Das Traumschiff“ kennen. Nun kommt der Mann aus Lütjensee bei Hamburg Ende Januar nach Langwedel – wenn es Corona zulässt.

Der Mitteilung zufolge liest sich Zierls Vita ganz anders als die eines stereotypischen geliebten Schwiegersohns. Über seine wilde Jugendzeit, abseits der bürgerlichen Welt, berichtet Zierl in seinem Buch „Follow the Sun“, welches er quasi als Roadmovie im Rathaus vorstellt.

Damals, 1971 in Lütjensee , einer kleinen Gemeinde in Schleswig-Holstein: Helmut Zierl ist 16 Jahre alt und steht mit seinem Armeesack an der Autobahnauffahrt Richtung Süden. Erst hat ihn die Schule rausgeschmissen, dann auch noch sein Vater. Und er denkt sich: „einfach weg, der Sonne entgegen, mit 200 Mark in der Tasche den Sinn des Lebens suchen.“ Was folgt, sind drei Monate Glück, Angst, Abenteuer und Leben auf der Straße. Drei Monate geballte Lebenserfahrung, die Zierl an seine Grenze bringt und ihn für seine Zukunft prägten. Diesen Sommer hat der Schauspieler nie vergessen und erzählt die Geschichte davon erstmals in seinem Buch.

Über Belgien führte der Weg des jungen Norddeutschen nach Amsterdam. Das damalige Hippiezentrum Europas war nicht nur das Mekka der Illusionen. Helmut Zierl landete in einer Junkie-Wohngemeinschaft und entkam nur knapp den Verlockungen des Heroins. „Drei Monate, die meinem Leben eine neue Richtung gaben. Und die mich drei Dinge lehrten: Respekt, Demut und Toleranz. Werte für mein Leben.“

Angesicht der Corona-Pandemie und weil niemand sagen kann, wie die Lage Ende Januar wirklich aussieht, ist der Veranstalter, der neu gegründete Kulturverein Lauenhof mit Rolf Göbbert als Vorsitzendem, noch nicht in den konkreten Vorverkauf gestartet. Helmut Zierl selbst glaubt wohl nicht mehr so recht daran, dass er im Januar auftreten kann und hat alle entsprechenden Termine von seiner Internetseite gelöscht. Es gibt nach Angaben des Veranstalters das Angebot von Zierl, im April für einen Ausweichtermin ins Rathaus zu kommen.

So oder so: Man kann sich bei Interesse jetzt Karten zum Stückpreis von 25 Euro reservieren lassen, und zwar per E-Mail an die Adresse martin.daum@langwedel-regional.de.

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