Langwedel hat Jahresüberschuss von 1,9 Millionen Euro / Kreditaufnahmen belasten Finanzsaldo

Hauptaugenmerk gilt dem Schuldenabbau

Über viel Geld in der Kasse verfügt die Gemeinde Langwedel. Die aufgrund der Corona-Pandemie ins Wanken geratene Wirtschaft liefert laut Kämmerer Uwe Fahrenholz dennoch einen Anlass zur Sparsamkeit. 
AchivFoto: Wenck
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Über viel Geld in der Kasse verfügt die Gemeinde Langwedel. Die aufgrund der Corona-Pandemie ins Wanken geratene Wirtschaft liefert laut Kämmerer Uwe Fahrenholz dennoch einen Anlass zur Sparsamkeit. AchivFoto: Wenck

Langwedel – „Das Gesamtergebnis stärkt die Leistungsfähigkeit des Fleckens“, stellte Langwedels Kämmerer Uwe Fahrenholz unterm Strich fest. Zuvor hatte er den Mitgliedern des Finanz-, Personal- und Wirtschaftsförderungsausschusses den Jahresabschluss 2019 vorgestellt und erläutert. Ein Tagesordnungspunkt, zu dem das Gremium coronabedingt mit etlichen Wochen Verspätung am Montagabend im Rathaussaal tagte.

In Zahlen ausgedrückt verzeichnet der Flecken 1,9 Millionen Euro Jahresüberschuss. Im Vergleich zur ursprünglichen Planung ist das Ergebnis somit um 1,5 Millionen Euro besser ausgefallen. Zurückzuführen sei dies laut Fahrenholz auf Mehrerträge bei den Steuern, den Zuweisungen und den öffentlich-rechtlichen Entgelten. Darunter fallen etwa 300 000 Euro Gewerbesteuernachzahlung für die Altjahre. Bei Zuweisungen im Kita-Bereich hatte die Gemeinde etwa 500 000 Euro mehr erhalten als zunächst veranschlagt. Weitere 61 000 Euro kamen durch die Verzinsung von Steuernachforderungen zusammen. Zudem gelang es dem Flecken, bei den Aufwendungen, etwa bei Sach- und Dienstleistungen sowie Abschreibungen, zu sparen.

Gegenüber den Vorjahren kam es zu geringfügigen Verschlechterungen. Diese begründeten sich durch eine höhere Kreisumlage (aufgrund von mehr Gewerbesteuereinnahmen). „Diese Rückstellung belastet 2019, nicht 2020“, so Fahrenholz.

Bei der Investitionstätigkeit ergaben sich Mehreinzahlungen von rund 200 000 Euro („Die Zuweisungen für den Bahnhof Etelsen kamen früher als erwartet“), gegenüber Mehrauszahlungen von 1,5 Millionen Euro. Die Summe der Auszahlungen des Jahres 2019 für Investitionen beträgt – inklusive Haushaltsresten – 5,5 Millionen Euro.

Bei den Kreditaufnahmen schlägt nach Abzug der Tilgungsleistungen ein Saldo von 4,5 Millionen Euro zu Buche – das sind größtenteils aus dem Vorjahr übertragene Kreditaufnahmen.

Die Bilanzsumme ist um rund 8,9 Prozent auf 88,4 Millionen Euro angestiegen. Diese Zahl bildet die eigentliche Vermögenssituation der Gemeinde einschließlich Investitionen und Geldwerten ab.

Zur Entwicklung der Haushaltsreste bemerkte Fahrenholz, dass der „Neubau der Oberschule seinen Stempel aufdrückt“. Dieser stehe ganz oben auf der Liste der fortgesetzten Maßnahmen. Ebenso die Unmrüstung auf energetische Beleuchtung in der Sporthalle Etelsen und die Sanierung des Etelser Bahnhofs.

„Wir freuen uns über das positive Ergebnis“, sagte Lars-Henrik Haase (SPD), „besonders über die Mehreinnahmen trotz gleicher Steuersätze.“ Es sei wichtig, die Unterhaltungskosten von Gemeindeeigentum im Blick zu behalten – „damit wir nicht später Gebäude komplettsanieren müssen“. Zudem wies er darauf hin, dass Haushaltsreste möglichst gering gehalten werden sollten. Bei den Steuereinnahmen der nächsten Jahre sah er ein großes Fragezeichen, denn „viele Mitarbeiter von Airbus und Mercedes wohnen in Langwedel“ – zwei Unternehmen, die in Folge der Corona-Krise aktuell Entlassungen planen.

Gero Landzettel von der Wählergemeinschaft ergänzte: „Die Erhöhung der Bilanzsumme um sieben Millionen Euro zeigt, dass wir Geld schaffen.“ Dass der Jahresabschluss zu einem besseren Ergebnis als die Planung komme, überrasche nicht. „Aber das ist immer noch positiv.“

Zum Thema Bauunterhaltung betonte die Verwaltung, dass der Neubau der Oberschule am Goldbach mit allen unvorhergesehenen Verzögerungen (Wasserschaden) derzeit Kräfte binde. Nach der ursprünglichen Planung hätte die Schule spätestens im Herbst 2019 fertig sein sollen – nach den Sommerferien 2020 solle nun endlich der Betrieb starten.

Hinsichtlich der Haushaltsreste sei erklärbar, warum die Ansätze manchmal zu hoch gewählt worden seien. So konnte die Sanierung der Schulküche an der Grundschule Etelsen erst später realisiert werden.

„Unser Hauptaugenmerk liegt auf dem Schuldenabbau“, erklärte der Kämmerer, und fuhr fort: „Bis 2030 müssen wir acht Millionen Euro Schulden abbauen.“ Dies sei insbesondere ratsam, weil „die Tilgungslasten dauerhaft ansteigen werden“. Gleichzeitig sei zu erwarten, dass die gesamtwirtschaftliche Situation instabil bleibt. „Ich hoffe, dass die finanzielle Lage der Gemeinde uns hilft, da gut durchzukommen.“  ldu

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