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Hauptamtsleiter berichtet im Ausschuss über Digitalpakt an Schulen im Flecken

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Von: Lisa Duncan

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Dank dem Digitalpakt Schule kann die Oberschule jetzt Videokonferenzen mit der neuesten Generation von interaktiven Tafeln gestalten – so wie diese zur Berufsorientierung im vergangenen Jahr. Archivfoto: Wenck
Dank dem Digitalpakt Schule kann die Oberschule jetzt Videokonferenzen mit der neuesten Generation von interaktiven Tafeln gestalten – so wie diese zur Berufsorientierung im vergangenen Jahr. Archivfoto: Wenck © -

Langwedel – Ist es Aufgabe des Landes Niedersachsen, mobile Endgeräte für die Schulen zur Verfügung zu stellen oder sollte dafür der Flecken Langwedel zuständig sein? Mit dieser Frage setzten sich die Mitglieder des Schulausschusses am Montagabend im Rathaussaal auseinander. Die Diskussion ausgelöst hatte der Sachstandsbericht zum mit Bundes- und Landesmitteln geförderten „Digitalpakt Schule“ von Hauptamtsleiter Rolf Korb.

Demnach entstehen durch die Anschaffung von mobilen Endgeräten an den Grundschulen Folgekosten in Höhe von etwa 17 000 Euro für Administration, Abschreibungen, Reparaturen, Versicherungen und Lizenzen. Der Digitalpakt dient aber Korb zufolge vor allem dem Ausbau von WLAN an den Schulen. „Sowohl der Städte- und Gemeindebund als auch der Landkreis Verden als Aufsichtsbehörde sind der Auffassung, dass es sich bei der Beschaffung von kostenlosen Endgeräten um eine Landesaufgabe im Rahmen der Lernmittelfreiheit handelt. Abstimmungsgespräche über die Finanzierung zwischen dem Land und dem Städte- und Gemeindebund finden zurzeit statt“, teilte Korb mit.

Die Mittel, die jeder Schule im Flecken aus dem „Digitalpakt Schule“ zur Verfügung stehen, sind bereits verplant, weil vielerorts noch Investitionen in die Infrastruktur erforderlich waren. Je Schule können maximal 25 000 Euro für mobile Endgeräte abgerufen werden. „Da die vorgesehenen Mittel in den Grundschulen aus dem Digitalpakt ausgeschöpft sind, kommt eine Förderung in den Grundschulen im Flecken Langwedel aus dem Digitalpakt nicht mehr in Frage“, so Korb. Zudem habe bisher kein Schulträger im Landkreis Verden mobile Endgeräte für die Grundschulen beschafft.

Rolf Bartels, Leiter der Oberschule am Goldbach, ergriff Partei für seine Kolleginnen und Kollegen von den Grundschulen. Während er für die Oberschule die Nutzung der Endgeräte auf Leihbasis befürwortet, sei diese Lösung für die Grundschulen nicht praktikabel. Grundschüler könnten aufgrund ihres Alters nicht so pfleglich mit den Geräten umgehen.

Der Flecken Langwedel hat nicht erst mit dem Digitalpakt Schule begonnen, digitales Lernen auszubauen. „Es ist nicht so, dass wir bei Null anfangen, wir haben das peu à peu ausgebaut“, betonte Rolf Korb. Bereits 2008 hatte der Flecken begonnen, seine Schulen mit interaktiven Tafeln auszustatten. An den Grundschulen Etelsen und Langwedel seien noch in den Jahren 2018 und 2019 Klassenräume in PC-Räume umfunktioniert worden.

Auch bei der Frage, ob PC-Räume sinnvoll und zeitgemäß seien, gingen die Meinungen auseinander. Die Oberschule hatte sich beim Schulneubau bewusst für einen PC-Raum entschieden, weil Zusammenhänge in solchen spezialisierten Räumen gut vermittelt werden könnten. Volker Penczek, der nicht nur für die SPD im Gemeinderat sitzt, sondern auch Leiter der Grundschule Bassen ist, hält PC-Räume für verzichtbar.

Beim „Digitalpakt Schule“ ist die Gemeinde Langwedel vergangenen Herbst in Vorleistung gegangen. Die Zahlungen werden jetzt entsprechend der Förderrichtlinien ausgeglichen.

Insgesamt erhält der Flecken dann 428 500 Euro zur Verbesserung der IT-Infrastruktur und zur IT-Ausstattung für seine vier Schulen. Ergänzend stellen Bund und Land wegen Corona 34 039 Euro zur Verfügung. Davon hat der Flecken 61 mobile Endgeräte für hilfebedürftige Schüler inklusive Zubehör für den digitalen Unterricht beschafft. Aus Landesmitteln kommen noch einmal 47 222 Euro hinzu, mit denen der Flecken 84 mobile Endgeräte für Lehrkräfte finanzieren will. Darüber hinaus stehen noch 50 039 Euro zur Verbesserung der IT-Infrastruktur und -Ausstattung in Schulen zur Verfügung.

Folgende Beträge erhielten die Schulen entsprechend der Schülerzahlen aus der Gesamtfördersumme: Rund 83 470 Euro für die Grundschule Etelsen und etwa 52 455 Euro für die Grundschule Völkersen. Für beide Schulen wurden eine leistungsfähige WLAN-Infrastruktur sowie zwei Displays für interaktive Tafeln angeschafft. Rund 105 000 Euro für die Grundschule Langwedel, wo der Aufbau von leistungsfähigem WLAN noch erforderlich ist. Etwa 147 000 Euro benötigt die Oberschule Langwedel für die Ergänzung der WLAN-Infrastruktur, die Nachrüstung mit der neuesten Generation von interaktiven Tafeln und perspektivisch die Beschaffung von 3D-Druckern für den technisch-naturwissenschaftlichen und berufsbezogenen Bereich.

„Damit würden aus der Gesamtsumme des Digitalpakts aller Schulen noch circa 24 700 zur Verfügung stehen“, so Korb. Diese könnten für die Beschaffung von weiteren Displays in den Grundschulen verwendet werden.

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