„Hast du noch blaue Säcke?“

Kampf gegen den Müll in Etelsen

Alle Jahre wieder holen die freiwilligen Helferinnen und Helfer von Ortsbürgermeisterin Irmtraud Kutscher jede Menge Schrott und Müll aus der Landschaft – hier nur eine kleine Auswahl davon.
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Alle Jahre wieder holen die freiwilligen Helferinnen und Helfer von Ortsbürgermeisterin Irmtraud Kutscher jede Menge Schrott und Müll aus der Landschaft – hier nur eine kleine Auswahl davon.

Etelsen – Im vergangenen Jahr ist der große Etelser Umwelttag, an dem alle gemeinsam die Landschaft sauber machen, das erste Mal ausgefallen. Natürlich wegen Corona. „Und in diesem Jahr habe ich erst gedacht, wir müssen nichts machen“, erzählt Etelsens Ortsbürgermeister Irmtraud Kutscher. Aber sie hat sich geirrt. Zwar nicht gemeinsam, sondern in Klein- und Familiengruppe aufgeteilt, zogen engagierte Mitbürger über anderthalb Wochen aus, suchten nach Müll in der Landschaft – und wurden reichlich fündig.

„Nicht zu fassen. Das macht mich wütend“, sagt Irmtraud Kutscher. Bemerkenswert war aber auch der Hilfswille. „Es meldeten sich immer wieder Leute, die mitmachen wollten. ,Hast du noch blaue Säcke? Hast du noch ein Gebiet für uns?’ waren dann die Fragen.“ Am ersten Wochenende der Aktion sei sie gar nicht vom PC oder Telefon weggekommen. Oder doch: zum Säckeausgeben.

Im Zuge dieser großartigen Aktion kam dann auch ein Müllhaufen in diese Zeitung, der da in einen falschen Kontext geriet. Den säuberlich aufgestapelten Haufen Reifen und Wohlstandsmüll, den Jäger Gerd Schmakeit da in seinem Revier entdeckte, hatten Umweltreiniger zur Abholung bereit gemacht. „Ich brauch’ dann nur Hendrik anrufen, der holt das gleich weg“, so Kutscher. Hendrik heißt mit Nachnahmen Söhn und ist auch im Ortsrat Etelsen aktiv.

„Das war von einer Familie zusammengesuchter Müll, die den Weg von der Schanze zu den Windrädern von den freundlichen Hinterlassenschaften einiger nicht nachdenkender Menschen befreit hat“, berichtet Kutscher. Sammelstelle für den ganzen Unrat war das Gelände neben dem Feuerwehrhaus in Etelsen. Der Landkreis hat jetzt Bescheid bekommen – rund 50 Säcke mit Müll aus Etelsen werden in den kommenden Tagen abgeholt.

Was nun die Bilanz der Aktion angeht, ist die Etelser Ortsbürgermeisterin hin- und hergerissen.

„Ein ganz großer Dank geht an alle, die mitgemacht haben. Das war toll“, ist Irmtraud Kutscher begeistert von dem Engagement der 30 Teams. 50 Erwachsene und 30 Kinder werden insgesamt unterwegs gewesen sein, schätzt sie.

Auf komplettes Unverständnis stößt bei Irmtraud Kutscher, was so manche Leute achtlos alles in die Gegend werfen. „Obwohl es genügend Entsorgungsmöglichkeiten gibt. Die Mengen, die in Hagen-Grinden vor einiger Zeit erst gesammelt wurden und das was Etelser, Cluvenhagener, Steinberger und Giersberger zusammengesammelt haben, ebenso das, was in anderen Gemeinden gesammelt wird, muss der Landkreis entsorgen. Das ist auch nicht umsonst und wird sich in den Berechnungen der Müllgebühren wiederfinden und das müssen auch die bezahlen, die dafür sorgen, dass der Dreck dahin kommt, wo er hingehört.“

Am Sonntag war Irmtraud Kutscher laufen. „Ich hätte platzen können.“ Und zwar vor Wut.

Kaum dass die Müllsammler unterwegs waren, geht es schon wieder los. Masken, Taschentücher, Zigarettenpackungen und und und. Da wird es dann wohl im kommenden Jahr wieder eine Müllsammelaktion geben müssen.

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