Kulturverein organisiert Online-Konzert mit Torsten Zwingenberger und Berlin 21

Langwedel: Hart erwischt

Leider nicht live im Rathaus Langwedel zu erleben, am Sonntag auf Initiative des Langwedeler Kulturvereins aber im Stream im Internet: Torsten Zwingenberger und Berlin 21.
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Leider nicht live im Rathaus Langwedel zu erleben, am Sonntag auf Initiative des Langwedeler Kulturvereins aber im Stream im Internet: Torsten Zwingenberger und Berlin 21.

Langwedel – Zum dritten und vorerst letzten Online-Konzert lädt der Langwedeler Kulturverein am Sonntag, 20. Juni, ab 20 Uhr Jazzfans zu einer kostenlosen Veranstaltung im Internet mit Berlin 21 um den Schlagzeuger Torsten Zwingenberger ein. Geplant war ursprünglich ein Konzert im Bürgersaal des Langwedeler Rathauses - den Zwingenberger und Co schon kennengelernt und nach eigener Aussage beim ersten Konzert aufgrund seiner Akustik sehr schätzen.

Wie die anderen online Konzerte zuvor findet die Übertragung via Zoom statt. Wer sich das Konzert der vier Jazzvirtuosen anschauen möchte, muss sich unter rolf.goebbert@web.de anmelden und bekommt die Zugangsdaten zugesendet.

Rolf Göbbert bat Torsten Zwingenberger zu einem Plausch auf das virtuelle „Rote Sofa“ dieser Zeitung.

Hallo Torsten, wolltest Du schon immer Musiker werden oder sah Deine berufliche Planung anders aus?

Ich hatte nie eine Berufsplanung. Im Alter von 14 Jahren hatte ich meinen ersten Auftritt. Ich wurde Schlagzeuger und der Rest entwickelte sich von alleine.

Haben Dich Deine Eltern musikalisch gefördert?

Ja, schon. Meine Eltern wollten, dass ich ein Musikinstrument spielen lerne. Ich fing mit einer Konzertgitarre an. Meine Eltern hatten beruflich an eine andere Ausbildung gedacht, sind aber später zu meinen Konzerten gekommen und haben akzeptiert, dass ich Berufsmusiker geworden bin.

Es ist kein Geheimnis, dass Du der jüngere Bruder des vielleicht bekanntesten deutschen Boogie Woogie Pianisten Axel Zwingenberger bist. Hat er Dich beeinflusst und ist es ein Vor- oder ein Nachteil der kleine Bruder von Axel Zwingenberger zu sein?

Damit muss man leben, der kleine Bruder von Axel zu sein. Es hat Vor- und Nachteile. Axel ist vier Jahre älter als ich. Wir haben ungefähr zeitgleich angefangen zu spielen, Axel den Boogie Woogie und ich den New Orleans Jazz.

Wie bist Du zum Jazz gekommen?

Früher wurde viel mehr Jazz im Radio gespielt. Jazz hatte mich damals einfach mehr angesprochen als die Popmusik.

Du hast mit vielen internationalen Jazzgrößen gespielt. Ist es etwas Besonderes oder sind letztendlich alle aus Fleisch und Blut?

Es waren schon prägende Erlebnisse mit Größen wie Plas Johnson oder Joe Pass zu spielen. Im Alter von 19 Jahren spielte ich mit Joe Turner in New York. Das waren wichtige Erlebnisse. Aber natürlich kochen alle nur mit Wasser.

Was muss man mitbringen, um ein erfolgreicher Künstler zu werden?

Neben Talent muss man über ein langes Durchhaltevermögen und einen festen Willen verfügen. Eine gewisse Ehrlichkeit gehört auch dazu.

Dein Bruder Axel spielt in der Band „The ABC & D of Boogie Woogie“ mit Charlie Watts, dem Schlagzeuger der Rolling Stones zusammen. Hast Du Watts kennengelernt?

Ja, wenn Charlie Watts mit meinem Bruder auf Deutschlandtournee gegangen ist, hat er sich mein Schwingler Schlagzeug aus den 1940er Jahren geliehen. Er ist ein völlig normaler und sympathischer Mensch und ein grandioser Schlagzeuger. Charlie Watts ist ein Jazzmusiker, der irgendwann zu den Rolling Stones gestoßen und dort geblieben ist. Vor einigen Tagen wurde er 80 Jahre alt.

Du wirst dem Modern Jazz zugeordnet, kann man davon leben?

Wie man sieht, kann man davon leben. Was ist denn Modern Jazz? Für die jüngeren Jazzmusiker bin ich „Old School“. Die jüngeren Musiker kommen oft von der Uni und spielen europäischen Jazz. Ich habe mir vieles selbst beigebracht und spiele amerikanischen Jazz.

Wie hat Dich die Coronakrise erwischt?

Mich hat die Coronakrise sehr hart erwischt. Ich bin froh, dass meine Frau einen gut bezahlten Job hat. Ich lebe von der Livemusik und gebe keinen Unterricht. Alle Veranstaltungen wurden abgesagt. Wir haben als Streetmusiker auf der Straße gespielt, damit wir überhaupt Spielpraxis behalten. Es war aber eine gute Erfahrung vor Leuten zu spielen, die sonst nie zu unseren Konzerten gekommen wären. Genauso danken wir dem Langwedeler Kulturverein, dass er uns die Möglichkeit gegeben hat, einen Musikstream zu produzieren. Wir werden das Konzert in einem Studio in Berlin aufnehmen und für unser nächstes Album „Drei Ausrufezeichen“ verwenden. Es wird am 20. August veröffentlicht.

Da der Kulturverein Langwedel das Konzert von Torsten Zwingenberger und seiner Band kostenlos anbietet, bittet er die Zuschauer um eine Spende, um das neue Album von Berlin 21 und seine Fertigstellung finanziell zu unterstützen. Die Spende sollte zweckgebunden unter „Album für Berlin 21“ auf folgende Bankverbindung überwiesen werden: Langwedeler Kulturverein e.V., KSK Verden IBAN DE88 2915 2670 3830 7109 88.

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