Hallenfußballturnier mit Mannschaften aus dem Landkreis Verden und Bremen / Über 30 Flüchtlinge in den Teams integriert

„Die wollen schließlich alle zeigen, was sie können“

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Zu feiern hatten hinterher eigentlich alle etwas, egal ob Teilnehmer oder Organisatoren des Fußballturniers.

Langwedel/Verden - Die 2. Herrenmannschaft aus Achim hat den Wanderpokal beim 1. kultur- und generationenübergreifenden Paracelsus-Apotheken-Cup in der Sporthalle der Grundschule am Sachsenhain in Verden geholt und sich im Finale gegen Somalia Bremen 1 mit 2:1 durchgesetzt. Dritter wurde die Mannschaft Langwedel III, die im Halbfinale das Team Somalia Bremen II nach Siebenmeterschießen 5:4 bezwang, gefolgt von der 4. Herrenmannschaft im FSV Langwedel-Völkersen.

Herkunft und Sprache trennen die deutschen und ausländischen Sportler, doch der 1. Paracelsus-Apotheken-Cup hat sie zusammen gebracht und gezeigt, wie schnell Integration durch Sport möglich ist. Karl-Heinz Schierloh und ein engagierter Helferkreis hatten das Fußballturnier aufgezogen, an dem neben Mannschaften aus dem Landkreis Verden und Bremen auch über 30 Flüchtlinge teilnahmen, die in den beteiligten Teams kicken. Unter den in der Region lebenden Flüchtlingen gibt es schließlich viele fußballbegeisterte junge Männer, die außerdem richtig gut Fußball spielen können.

Karl-Heinz Schierloh hat dies erkannt und im FSV Langwedel-Völkersen eine 4. Herrenmannschaft ins Leben gerufen, die zurecht die Bezeichnung „multikulti“ trägt, da dort alleine acht Spieler aus Somalia und weitere aus Russland, Deutschland und Afghanistan gemeinsam kicken.

Schierloh hat sich zuvor jahrelang ehrenamtlich als Trainer im BSV Cluvenhagen engagiert, bevor ihn Flüchtlingsbetreuer auf die Idee brachten, eine Herrenmannschaft unter Einbeziehung von Flüchtlingen zu gründen. „Ich wollte gerne helfen und sah die beste Möglichkeit im Fußball, da ich schließlich selbst fußballverrückt bin und es mir viel Spaß macht, mit den Jungs zu trainieren.“ Auch habe er festgestellt, dass die Flüchtlinge ebenso schnell wie bereitwillig lernten.

„Die jungen Männer, die aus den Krisengebieten hierher gekommen sind, sind besonders fußballbegeistert. Daheim haben sie – sofern sie keine Bälle hatten – mit einfachen Blechdosen gekickt. Da liegt es doch nahe, ihnen die Chance zu geben, aktiv zu spielen“, findet der erfahrene Coach. Dass die Flüchtlinge auch Turniere spielen, ist Schierloh wichtig. „Die wollen schließlich alle zeigen, was sie können.“

Das bestätigt auch Mohamud Farah, der die in Bremen in verschiedenen Vereinen kickenden Flüchtlinge zum Turnier begleitet und betreut hat. „Für die Jungs ist der Sport eine wichtige Beschäftigungsmöglichkeit.“ Und die Teilnahme an einem Turnier wie diesem erhöhe außerdem ihre Motivation.

„Es ist alles prima gelaufen“, zog Schierloh ein rundweg positives Fazit. Der Cheforganisator dankte vor allem dem Daverdener Apotheker Hannes Clasen, der für das Turnier die Pokale stiftete und der auch die sonstigen ehrenamtlichen Aktivitäten von Schierloh seit Jahren großzügig unterstützt. „Ohne ihn wäre vieles nicht möglich“, so der Coach.

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