Anpassung auf GMS

Halbzeit bei den Bauarbeiten an der Langwedeler Schleuse

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Reinhold Tegtmeier und Thomas Lippel (r.) vom WSV vor der Langwedeler Schleuse.

Seit sieben Monaten laufen die Bauarbeiten an der Schleuse Langwedel. Ihre Vorhäfen werden aktuell für Großmotorgüterschiffe (GMS) ausgebaut. Im Sommer 2020 soll voraussichtlich alles fertig sein. Thomas Lippel und Reinhold Tegtmeier vom WSV berichten über den bisherigen Verlauf der Arbeiten.

Langwedel – Zwischen 4,5 und 5 Millionen Tonnen Fracht transportieren unterschiedlichste Schiffe jährlich durch die Langwedeler Schleuse. Die bietet mit ihren 215 Metern nutzbare Länge und einer Breite von gut zwölf Metern bis zu zwei Frachtern gleichzeitig Platz in ihrer Kammer. „Ein Schleusenvorgang dauert circa 45 Minuten“, erklärt Thomas Lippel, Sachbereichsleiter der WSA Verden.

Um auch in Zukunft einen ausreichenden Sicherheitsabstand zwischen den liegenden und passierenden Schiffen vor und hinter der Schleuse zu gewährleisten, werden aktuell ihre Vorhäfen ausgebaut. Diese Maßnahme ist im Rahmen der Anpassung der Mittelweser von Minden bis Bremen an den Verkehr mit GMS notwendig geworden. Denn da die Fahrspurachse in den Vorhäfen gekrümmt verläuft, ragt ein GMS in der Kurvenfahrt über die zur Verfügung stehende Fahrspurbreite hinaus.

Koordinierung der Sperrzeiten erweist sich als schwierig

„Seit diesem März laufen die Arbeiten. Komplett sperren mussten wir die Schleuse glücklicherweise noch nicht“, so Reinhold Tegtmeier, Leiter des Außenbezirks Verden. Trotzdem sei es bereits vermehrt zu Staus im Bereich der Langwedeler Schleuse gekommen. „Die Koordinierung der Sperrzeiten um die Schleuse erwies sich besonders anfangs als schwierig. Trotzdem sind wir aber noch voll und ganz im Zeitplan“, berichtet Lippel. Sofern es weder zu starkem Hochwasser kommt noch die Weser in den kalten Wintermonaten zufriert, stehen die Chancen gut, dass das auch so bleibt.

Ein Bagger auf dem Deich arbeitet an der Erneuerung der Böschung. 

Die Erweiterung der rechten Seite beider Vorhäfen sei bereits fast abgeschlossen. „Damit kein Schaden am Damm entsteht, befestigen wir die Böschung neu“, erklärt Lippel. „Eine ist so gut wie fertig.“

Im Zuge einer vorgezogenen Maßnahme wurden bereits die vier Dalben des Startplatzes direkt vor der Schleuse ersetzt. Grund sind starke Korrosionsschäden, die die Dalben im Wasserwechselbereich aufweisen. Ebenfalls wurden bereits hell-orange-farbene Donut-Fender errichtet, um das Massivbauwerk der Schleuse zu schützen.

Größere Eingriffe in den Deich werden vermieden

„Zusätzlich müssen wir noch die Dalben der Start- sowie Warteplätze und Liegestellen in Richtung Ufer verschieben, sodass ein Mindestabstand von vier Metern zwischen fahrendem und liegendem Schiff erreicht wird“, führt der Außenbezirksleiter aus. Dieser Wert sei eine Kompromisslösung, um größere Eingriffe in den Deich zu vermeiden.

„Während der Arbeiten mussten wir teilweise Relikte aus der Bauzeit der Schleuse bergen. Das war ein richtig aufwendiger Einsatz mit Tauchern“, so Tegtmeier. Erst nach Abschluss der eigentlichen Maßnahme werden Landgangstege und Beleuchtung fertiggestellt. Die Liegestellen sollen auch Stromtankstellen erhalten.

Die Baukosten betragen 14,4 Millionen Euro zuzüglich vier Millionen für die Aufbereitung von kontaminierten Böden. „Wenn alles klappt wie geplant, haben wir erstmal die nächsten 30 bis 40 Jahre Ruhe. Viel länger als 110 Meter können die Schiffe nicht werden“, schloss Tegtmeier leicht schmunzelnd.

Ein Stück Geschichte: Schleusen seit 1958

Die Schleuse Langwedel ist eine der Schleusen am Mittellauf der Weser. Sie liegt im Landkreis Verden und gehört zur Staustufe Langwedel mit einem Wasserkraftwerk. Nach fünfjähriger Bauzeit wurde sie im Juli 1958 in Betrieb genommen. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Verden ist der Betreiber der Schleuse. Sie wird seit September 2010 von der Fernbedienzentrale Schleusen des Wasser- und Schifffahrtsamtes Minden fernüberwacht und -gesteuert. Somit ist vor Ort kein Bedienpersonal erforderlich.

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