Vielseitiges Programm

Günter Gall stellt fest: ,,Ein Leben ohne das Fahrrad ist möglich, aber sinnlos“

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Günter Gall (re.) und Begleiter Konstantin Vassiliev präsentierten ein kurzweiliges Programm.

Langwedel - Sein 45-jähriges Bühnenjubiläum feiert der 70-jährige Günter Gall aus Osnabrück. Als Folksänger, Gitarrenspieler, Komödiant und Rezitator war er schon mehrmals in Langwedel und begeisterte auch jetzt wieder die Gäste im Häuslingshaus.

Immer dabei auch der klassische Gitarrist und Komponist Konstantin Vassiliev. Für den Langwedeler Kulturverein begrüßte Dr. Wolfgang Ernst die Künstler und auch das handverlesene Publikum. So wurde es in gemütlicher Runde ein schöner Abend. Gall hatte sein neues Programm dabei, ein Loblied auf das Fahrrad mit dem Titel ,,Radlers Seligkeit“.

,,Die Welt steht Kopf und ich mache ein Programm um das Fahrrad“ – so Günter Gall zu Beginn seiner Lieder und Gedichte, mit denen er seine Vielseitigkeit unter Beweis stellte. Dass sich alles um das Fahrrad drehte, sah man an den vielen Fotos an den Wänden, darunter auch ein Kinderfoto von Sigrid Ernst mit ihrem damaligen Drahtesel. Auch vor der großen Eingangstür stand ein einladend ein altes Fahrrad, zur Verfügung gestellt von Holger Behrmann.

Günter Gall erinnerte an Karl Freiherr von Drais (1785 – 1851), der 1817 die Laufmaschine oder auch Draisine erfand. Sein erster Weg am 12. Juni 1817 von Mannheim nach Schwetzingen war sieben Kilometer lang. Mit seiner 50 Pfund schweren Laufmaschine schaffte er diese Strecke hin und zurück in nicht einmal einer Stunde.

Viele Balladen sang Günter Gall und bat das Publikum immer wieder, mit einzustimmen, was auch lauthals geschah. Zwischen seinen Liedern und Gedichten brachte er immer wieder Anekdoten rund um das Fahrrad. ,,Ein Leben ohne das Fahrrad ist möglich, aber sinnlos“ gab er zum Besten.

Am 17. Januar 1818 erhielt Karl Freiherr von Drais für seine wegweisende Erfindung das großherzogliche Privileg, heute vergleichbar mit einem Patent. Diese Drais-Lizenzmarke musste jeder, der Draisine fuhr, auf dem Lenkrad dabei haben.

1860 erster deutscher Fahrradverein

Bereits 1860 wurde der der erste deutsche Fahrradverein gegründet. Damals fuhren nur Betuchte mit der Laufmaschine, erläuterte Gall, später kamen auch die Damen hinzu. Er intonierte: ,,Mein schönes grünes Radel bringt mir Kondition.“

1896 wurde der Arbeiter-Radfahrerbund ,,Solidarität“ gegründet, der von den Nazis 1933 verboten wurde. Im April 1949 wurden bereits einige örtlichen Vereine wieder gegründet, 1945 folgte dann die Neugründung.

,,Auf Mamas Fahrrad habe ich das Radfahren erlernt“ verriet er. Seinerzeit fuhren sie mit dem Fahrrad zum Picknick an den Rhein. ,,In meiner Jugendzeit habe ich alles mit dem Fahrrad erledigt“. Dann machte Gall einen Sprung in die Gegenwart und erzählte eine Fahrradtour-Geschichte von Erich Kästner.

Auf nach Irland

Nach einer Pause ging es weiter mit dem Mann und seinem Fahrrad. Er folgte ein Sprung in den Nordwesten Europas, nach Irland. Dort sind die Kneipen sechs Meilen entfernt und am Nachmittag durfte nur ein Gast Whisky trinken. So fuhr man eben diese sechs Meilen – aber dann nicht nur für ein Glas.

Inzwischen hat auch die Emanzipation das Radfahren erreicht, die Damen tragen auch Hosen. Und zwischendurch griff Gall immer wieder zu seiner Luftpumpe und sagte beim Pumpen den Namen des Fahrrads in fast allen europäischen Sprachen auf.

Auch kleine Witze brachte Gall zum Besten: „Wird ein Radfahrer gefragt: Wie geht es mit dem neuen Fahrrad? Antwort: Es fährt! Nachfrage: Und wie fährt es? Kurze Antwort: Es geht so.“ Oder: „Sieht ein Bub einen alten Mann das Fahrrad schieben. Fragt er ihn: Wo willst Du denn hin? Antwort des alten Mannes: Zum Friedhof. Dann kam die kindliche Frage Und wer bringt das Fahrrad dann zurück?“

So vergingen die zwei Stunden wie im Fluge. Zum Schluss schenkte Sigrid Ernst, stellvertretende Vorsitzende des Kulturvereins, jedem der Künstler eine Flasche selbst gebrauten Holunderlikör.

hu

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