An der Etelser Mühle gibt es Sanierungsbedarf – und ein Bier für eine Unterschrift

Großereignis für einen guten Zweck

Mit welchen Gerätschaften sich Mensch einst das Leben versuchte einfacher und besser zu gestalten, ließ sich trefflich in Heiner Königfelds Museum im oberen Stockwerk der Etelser Mühle betrachten. Der eine oder andere entdeckte sogar Geräte wieder, die er auch noch im Besitz hat – als Erbstücke.

Etelsen - „Ich hab in meinem Leben wohl noch nie so oft auf den Wetterbericht geguckt, wie in dieser Woche“, meinte gestern Mittag Wolfgang Ewert. Und strahlte. „Läuft gut. Es sind den ganzen Tag Leute da“, so Willem Wildschut. „Bei heißem Wetter kommen nicht so viele Leute“, hat Riccardo Costa beobachtet. Die Männer vom Dorfverein Etelsen/Cluvenhagen/Hagen-Grinden waren zufrieden. Es kamen jede Menge Leute zum Deutschen Mühlentag nach Etelsen, um sich den Galerieholländer „Jan Wind“ und Heiner Königfelds Museum up’n Böhn anzugucken.

Schon zur Mittagszeit herrschte im Etelser Mühlencafé ordentlich Betrieb.

Jan und der Dorfverein können die vielen Gäste, die dann möglichst ein paar Euro in der Kasse lassen, auch verdammt gut gebrauchen. Die Fassade der Mühle ist in die Jahre gekommen, man muss sich Gedanken über eine Sanierung machen. Was auch schon passiert ist. Also: Alles noch einmal überstreichen? Hält nur ein paar wenige Jahre, dann müsste man wieder dabei. Den alten Putz runter und einen neuen wetterfesten Putz drauf? Würde auch nicht viel länger halten. Außerdem muss man sich überlegen, wie man die Risse in der Fassade dicht bekommt, es dringt Feuchtigkeit ein.

Man hat einen Bauausschuss gegründet, in dem Vertreter zweier ortsansässiger Baufirmen, des Fördervereins und des Dorfvereins schon zusammen gesessen haben. Die Verkleidung mit Schindeln, vielleicht sogar mit Schiefer, zeichnet sich als die sinnvollste, mittel- und längerfristig auch als wirtschaftlichste Lösung ab.

Dafür wird man allerdings 30 bis 35 000 Euro brauchen. Die muss man erst einmal über Spenden und Förderer auftreiben. Und über die Einnahmen bei Großveranstaltungen. Der Mühlentag ist bislang der einzige Termin dieser Art in Etelsen. Auch darum laufen schon Planungen für ein Weinfest nach den Sommerferien.

Gestern führte Müller Robert Nannen die Besucher mit viel Fachwissen durch die Mühle – und machte tüchtig Werbung für eine Mitgliedschaft im Dorfverein. „Wer gleich unterschreibt, dem geben wir ein Bier aus.“

Mit welchen Gerätschaften sich Mensch einst das Leben versuchte besser zu gestalten, ließ sich trefflich in Heiner Königfelds Museum im oberen Stockwerk der Etelser Mühle betrachten.

Getränke fanden auch so ihre Abnehmer, genau wie die Bratwürste und der Kartoffelsalat. „Der ist hausgemacht. Nicht aus dem Eimer, von Kraft oder so.“ Na, da nahm so mancher doch eine Portion. Schon zur Mittagszeit sehr beliebt: das Mühlencafé mit selbst gebackenen Torten und Kuchen – und die hatte der Dorfverein reichlich gespendet bekommen. Horst Wendt verkaufte seinen Monschauer Senf. Aus dem mobilen Backofen gab es frisch gebackenes Brot und Focacchia. Wer hier kaufte, der nahm nicht nur was echt Leckeres mit nach Haus, sondern tat auch noch ein gutes Werk: Er brachte Geld für die Sanierung von Jan Wind in die Kasse. Und der hat es, wie gesagt, nötig. 

jw

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