Großartige Premiere für die Plattsnackers und den „ABC-Trupp“ aus Holtebüttel

Verpassen fast verboten

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„Nein! Doch! Oooh!“ Da gucken die drei Tanten Alma, Berta und Christa, als Lieblingsneffe „Bubi“ mit seiner neuen Freundin Heike ins Haus schneit. Ob „Bubi“ und Heike womöglich Bankräuber sind?

Holtebüttel - Von Wiebke Bruns. Besser hätte es bei der Premiere am Sonnabend auf der Freilichtbühne Holtebüttel kaum laufen können. Knapp 300 Zuschauer waren gekommen und amüsierten sich köstlich bei dem diesjährigen Stück „Sötens för de Tanten“. Immer wieder durchdrang schallendes Gelächter den Wald. Dafür brauchten die drei Fräuleins mit ihren auffälligen Charakteren nur im Gänsemarsch die Bühne zu betreten.

An erster Stelle läuft und redet stets die abergläubische Alma, dann folgt die „beten eenfach gestrickte“ Berta und zuletzt die christliche Christa. Großartig gespielt von Angelika Bresagk, Silke Sonnenberg und Anja Jacobs. Der „ABC-Trupp“ bekommt Besuch von Neffe „Bubi“ (Meiko Lindhorst), der zum Entsetzen der Tanten seine neue Freundin Heike mitbringt. In dieser Rolle feiert Marie Intemann eine persönliche Premiere. Sie ist ganz neu bei den Holtebütteler Plattsnackers, spielt aber sehr souverän und überzeugend.

Das junge Paar verheimlicht den Tanten, dass es mit dem Motorrad angereist ist, denn das würde die alten Damen nur unnötig in Angst versetzen. Als diese dann jedoch die versteckte Motorradkleidung finden und von der Dorftratsche Hedwig, wunderbar verkörpert von Ursel Haase, erfahren, dass es einen Banküberfall durch zwei Motorradfahrer gegeben hat, nimmt das Chaos seinen Lauf und das Publikum hat unüberhörbar seinen Spaß. Es spendete nicht nur immer Applaus, sondern begann irgendwann im Takt klatschend den Ein- und Ausmarsch der Tanten zu begleiten.

Situationskomik, flotte Dialoge, Wortwitz - alles ist dabei. Insbesondere die drei Tanten und Ursel Haase zeigen vollen Körpereinsatz. Der sehr unterhaltsame Schwank von Erika Elisa Karg, in der plattdeutschen Fassung von Heino Buerhoop, wird von den zehn Darstellern hervorragend umgesetzt.

Unter der erfahrenen Leitung ihrer Regisseurin Marita Coels wurde wochenlang geprobt. Dieses Jahr in etwas kleineren Rollen, aber ebenfalls super spielend sind Heiner Lindhorst, Jörg Grimm, Andreas Grimm und Jürgen Reimers zu sehen.

Vielleicht war die Leichtigkeit des Spiels ein bisschen auch dem Umstand geschuldet, dass es sich zumindest für den Premierenabend endlich mal ausgeregnet hatte. Bei der „Sömmerkarken“ am Sonntagmorgen, die eigentlich auf der Bühne gefeiert werden sollte, sah es jedoch ganz anders aus. Regenbedingt wurde der Gottesdienst in die Kapelle nach Schülingen verlegt.

Gespielt werden soll bis zum 2. August noch acht Mal. Immer mittwochs, sonnabends und sonntags um 20 Uhr. Einzig am Freitag, 24. Juli, ist eine Nachmittagsvorstellung um 16.30 Uhr geplant.

Wer das Stück nicht sieht, hat wirklich etwas verpasst. Also nicht lange warten, sondern den nächsten trockenen Termin nutzen und ab nach Holtebüttel.

Die Wetterprognosen für morgen Abend sehen gut aus. Der Eintritt beträgt acht Euro für Erwachsene und drei Euro für Kinder. Gruppenermäßigungen können an der Kasse ausgehandelt werden.

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