„Glück zu!“: Geschichte, Geschichten und mehr rund um die Etelser Mühle „Jan Wind“

Brot und der traditionelle Müllergruß

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Alle Dreiviertelstunde gab es gestern eine Führung rund um in „Jan Wind“ mit Robert Nannen (2. v. re.)

Etelsen - Drinnen in der Etelser Windmühle haben sich die ersten Leute versammelt – doch Robert Nannen zieht es auf den Mühlenhof. „Die Führung beginnt draußen“, lässt der Mann vom Dorfverein Etelsen/Cluvenhagen/Hagen-Grinden die versammelten Besucher wissen. Na, dann: Alles wieder raus.

„Glück zu!“, ruft Nannen der Schar zu. Wie meinen? „Das ist der traditionelle Gruß der Müller“, lässt Nannen wissen und hat in der Folge nach eine ganze Menge zur Geschichte der Mühlen in Deutschland im Allgemeinen und zur Historie der 1873 erbauten Etelser Windmühle in petto.

Den Galerieholländer nennen sie heute liebevoll „Jan Wind“. Dass der jetzt wieder so gut da steht und am Deutschen Mühlentag präsentiert werden kann, hat man dem Dorfverein zu verdanken. In den 50-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zahlte Vater Staat nämlich sogar Prämien, wenn Mühlen dicht gemacht wurden. Und in der Folge verfielen die Gebäude, die mindestens bis zur Industrialisierung Stadt und Land mit ihrer Erscheinung geprägt hatten, immer mehr. „Jan Wind“ wurde von einigen engagierten Etelsern in den 90-ern aus seinem Dornröschen geweckt und wird seit dem mit viel Engagement und einigem Finanzaufwand am Leben gehalten.

Flügel und Mahlwerk von „Jan Wind“ drehen sich seit der Renovierung (und auch in den letzten Jahren seines Arbeitslebens) dank eines Elektromotors. Wie alle Gebäude braucht auch die Mühle einen ständigen Unterhaltungsaufwand – und den kriegt man mit einem starken Dorfverein plus Förderkreis (dem die Mühle gehört) viel besser hin.

Darum auch Nannens unverhohlene Aufforderung: „Werden sie Mitglied im Dorfverein.“

Wer sich noch nicht gleich zu einem Vereinsbeitritt entschließen konnte, der unterstützte „Jan Wind“ gestern mit dem Verzehr von selbst gebackenen Torten, Grillwürstchen, Kartoffelsalat, dem Kauf von im mobilen Ofen gebackenem Brot und Focaccia. Der Erlös aus der Bewirtung der zahlreichen Besucher bildet nämlich einen nicht unwesentlichen Posten in den Finanzen des Dorfvereins – der davon wieder eine Windmühle erhält, die nicht nur das Etelser Dorfbild prägt, sondern auch eine ganze Menge über das Leben unserer nächsten Vorfahren zu erzählen weiß.

Auch weil Heiner Königsfeld mit seinem „Museum up‘n Böhn“ unter dem Dach von „Jan Wind“ Gebrauchsgegenstände aus dem Alltagsleben früherer Generationen zeigt.

jw

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