Gemeinheit ohne Grenzen und voller Bosheit

Goldbachbühne begeistert Krimikomödie „De allerleste Tango“

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„Aaauuuuuu!“ Bodo (Richard Elling) ereilt der Hexenschuss. Kann Frauke (Meike Söhl) helfen? Bodos Frau Marga (Silke Thies) muss erst einmal mit Dirk (Sebastian Schröder) ihrer Leidenschaft, dem Tango, frönen. Es ist aber noch nicht der Allerletzte. 

Langwedel  - Was kann es Schöneres geben, als an einem grauen regnerischen Novembermorgen ins Theater zu gehen und sich eine Kriminalkomödie anzusehen. Eine, in der es von Bosheit nur so strotzt, in der Gemeinheit keine Grenzen kennt, und die gespickt ist mit schwarzem Humor. Das alles trefflich herausgespielt, und der graue Novembertag wird strahlend hell. So geschehen am Sonntag, als die Langwedeler MTV-Goldbachbühne mit ihrem plattdeutschen Dreiakter „De allerleste Tango“ Premiere feierte.

Gut gefüllt war der Saal in Klenkes Gasthaus, und gestärkt mit einem guten Frühstück freuten sich die Besucher auf das Stück. Sie wurden nicht enttäuscht.

Dem fünfköpfigen Ensemble war die Spielfreude von Beginn an anzumerken, alles klappte hervorragend, sodass Souffleuse Marion Gerken nichts zu tun hatte. Regisseur Arno Stomberg hatte wieder einmal beste Arbeit geleistet. Das Publikum schien die Akteure anzufeuern: Immer wieder brandete Szenenapplaus auf und manches Mal wollte das Lachen kein Ende nehmen. Am Schluss gab es wohlverdienten Applaus, den die Schauspieler sichtlich genossen.

Marga (Silke Thies) liebt Tangotanzen. Sogar mehr als ihren Ehemann Bodo (Richard Elling). Der macht sich nämlich nichts aus Tango. Deshalb tanzt sie eben allein.

Das alternde Paar scheint sowieso nicht mehr allzu viel voneinander zu halten, zudem ist das Geld knapp geworden: Margas Schmuck besteht aus Blech, das große Auto ist geleast, und die Jacht wird nur noch von der Farbe zusammengehalten. Deshalb schmieden Marga und Bodo einen Plan, um an Moneten zu kommen: Sie wollen ihre marode „Störtebeker“ versenken und die Versicherungssumme kassieren.

„Ich bekannt für meinen schrägen Humor“

Um das zu bewerkstelligen, haben sie per Kontaktanzeige ein junges Pärchen gefunden, das sie auf Kreuzfahrt schicken wollen. „Die jungen Leute können sich schwimmend an Land retten“, argumentiert Marga.

Doch Frauke (Meike Söhl) und Dirk (Sebastian Schröder) sind so naiv wie Marga und Bodo reich sind: gar nicht. „Wir leben davon, wohlhabende ältere Ehepaare auszunehmen“, bekennt Frauke. Da liegt es auf der Hand, dass die Gauner einen Plan aushecken, um den Alten den vermeintlichen Reichtum abzuluchsen.

Zwischendurch schneit Kommissar Brüggemann (Ulrich Blohme) in die illustre Runde. Marga ist begeistert von ihm, denn er kann Tango tanzen, und das sogar richtig gut. So wie sie. Ob Brüggemann wohl von ihrem Vorhaben Wind bekommen hat? Aber nein – alles nur Spaß. „Ich bekannt für meinen schrägen Humor“, beruhigt er.

Der Kommissar will Marga und Bodo lediglich warnen, dass ein Anschlag auf die Jacht angekündigt wurde. Anonym. Wie wäre es da, die Versicherungssumme des Boots zu erhöhen? Gute Idee, findet Bodo und setzt den Vorschlag des Kommissars sofort um. Eine Million bekommen Marga und Bodo, wenn der Jacht etwas passieren sollte. Die Vorfreude ist groß, Bodo reibt sich die Hände.

Obendrein erlebt der Alte mit der knackigen Frauke Frühlingsgefühle, und Marga ist dem jungen Dirk nicht abgeneigt. Die neuen Verbindungen, die so nicht abzusehen waren, bringen die Pläne beider Paare völlig durcheinander. Klar, auf das Geld haben es alle abgesehen. Doch wer mit wem gegen wen um die Kohle konkurriert, ändert sich erst zaghaft, dann werden die neuen Bande fester.

Oder will den Zaster etwa jeder für sich? Mit vergiftetem Cognac will Bodo Marga und Dirk aus dem Weg räumen, eine Bombe im Boot soll die Spuren verwischen. Dirk treibt als Wassergeist seine Ex-Komplizin Frauke an den Rand des Wahnsinns, und Marga holt zum Gegenschlag aus. Dazu ereilen Bodo immer wieder Hexenschüsse, herrlich anzusehen und ebenso anzuhören. Das Publikum amüsierte sich köstlich über Margas unkonventionelle Art, Bodo von seinem Leiden zu befreien.

Und wer tanzt mit wem den allerletzten Tango? 

Das wird an dieser Stelle nicht verraten. Wer es wissen möchte: Die Auflösung gibt es amDonnerstag, 9. November (Beginn 19 Uhr), Sonntag, 12. November (10.30 Uhr, anschließend Kohl- und Pinkelessen), Donnerstag, 16. November (19 Uhr), und Sonnabend, 18. November (19 Uhr), in Klenkes Gasthaus. Restkarten gibt es bei Inge Wieters unter Telefon 04232/1498 und per E-Mail an Inge-Wieters@gmx.de sowie an der Abendkasse. Wer den Theaterabend mit einem italienischen Buffet beginnen möchte, meldet sich dazu in Klenkes Gasthaus an. 

is

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