Gemeinderat sucht nach Einsparmöglichkeiten / Einzelne wollen Mehrausgaben

Kostspieliger Neubau der Oberschule birgt Zündstoff

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Die alte Oberschule am Goldbach soll durch einen Neubau ersetzt werden.

Langwedel - Bis spät in den Abend hinein, der Zeiger zeigte am Schluss schon nach 22 Uhr, debattierte der Langwedeler Gemeinderat am Donnerstag über den Neubau der Oberschule am Goldbach. Bei dem auf 15,8 Millionen Euro Kosten geschätzten Großprojekt wurde ebenso nach Einsparmöglichkeiten gesucht wie beim ebenfalls ins Geld gehenden Vorhaben, am Lindenweg eine neue Krippe zu errichten. Allerdings redeten einzelne Ratsmitglieder hier wie da auch kostspieligen „Nachrüstungen“ das Wort.

Bauamtsleiter Frank Bethge wies zu Beginn in Sachen Schulbau auf die Einsparvorschläge der Gemeindeverwaltung in Höhe von 400000 Euro hin. Diese seien bei den vorherigen Beratungen aber leider verworfen worden. Dabei entstünden durch das Projekt allein Abschreibungskosten von einer halben Million Euro pro Jahr. Da werde die Gemeinde schon bald ohne Steuererhöhungen kaum über die Runden kommen. „Früher wurde hier im Flecken jede Mark fünfmal umgedreht“, fügte Bethge an und erwähnte lobend die langjährigen Ratsgrößen Jonny Intemann, Erich Roseland, Joachim Stünker und Karl-Georg Prüser.

„Es ist eine Frechheit, dass der Bauamtsleiter dem Rat vorwirft, in Finanzfragen den Weg des vernünftigen Handelns zu verlassen“, echauffierte sich daraufhin Alfons Adam (SPD). Er forderte, dass die neue Schule nicht nur „barrierearm“, sondern „barrierefrei“ gebaut werden müsste. Das Konzept des Architekten erfülle alle gesetzlichen Vorgaben, entgegnete Hauptamtsleiter Rolf Korb. Adams Antrag, zusätzliche Finanzmittel einzuplanen, folgten nur sein Fraktionskollege Hans-Hermann Prüser sowie Norbert und Petra Krüler (Grüne).

Prüser hielt es zudem für sinnvoll, eine zentrale Lüftungsanlage in die Schule einzubauen. Der Investition von 350000 Euro stünde eine jährliche Energiekosten-Einsparung von 25000 Euro gegenüber, argumentierte er. Durch solch eine Maßnahme müsste der Zuschnitt des Baukörpers geändert werden, am Ende würden Kosten von mehr als einer halben Million Euro entstehen, wandte Bethge ein. Prüser blieb der einsame Befürworter der Anlage; selbst sein Fraktionskollege Volker Penczek, Lehrer von Beruf, stichelte: „Lüften geht ganz einfach, indem man die Fenster aufmacht.“

Auch der Antrag von Petra Krüler, alle Einsparungsvorschläge der Verwaltung zu beherzigen, stand auf verlorenem Posten. Nur ihr Mann, Adalbert Meyer und Hermann Heimsoth (beide CDU) sowie Erich Roseland (UBL) sahen es genauso. Die Mehrheit war dafür, Rasenterrassen beim Müllsammelraum und Baumroste mit Gesamtkosten von 100000 Euro einzusparen.

Der auf 1,3 Millionen Euro geschätzte Neubau einer Krippe mit 30 Plätzen am Daverdener Lindenweg wurde bei einer Gegenstimme von Adam im Grundsatz gebilligt. Mit Verweis auf die UN-Behindertenrechtskonvention forderte er auch hier „Barrierefreiheit, zum Beispiel genügend breite Türen“. Korb machte darauf aufmerksam, dass in der Krippe überhaupt keine behinderten Kinder betreut werden sollen.

mm

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