„Geht das nicht auch beruflich?

Monika Röge-Egbers aus Völkersen ist Senioren-Assistentin

Seit einem Jahr ist sie als ausgebildeten Senioren-Assistentin unterwegs: Monika Röge-Egbers aus Völkersen.
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Seit einem Jahr ist sie als ausgebildeten Senioren-Assistentin unterwegs: Monika Röge-Egbers aus Völkersen.

Völkersen – Monika Röge-Egbers ist ausgebildete Krankenschwester. Als solche machte sie im Krankenhaus eine Erfahrung, die viele ihrer Kolleginnen und Kollegen schon gemacht haben. Und das schon vor geraumer Zeit und nicht erst angesichts voller Intensivstationen in Zeiten der Pandemie.

„Stichwort: Zeit für die Pflege“, sagt die Völkerserin. Wie viel Zeit das Pflegepersonal mit den Menschen zubringen kann, ist in Minuten bemessen, wird danach mit den Kassen abgerechnet. Wer da als Pflegekraft einem sterbenden Menschen Trost spendet, so lange, dass darüber der Arbeitstakt auf Station aus dem Rhythmus kommt, der sollte nicht mit Beifall rechnen, sondern sich lieber auf einen Verweis vonseiten der Vorgesetzten einstellen.

Monika Röge-Egbers machte eine Fortbildung zur Entspannungspädagogin und zur Gesundheitsberaterin. Sie kam zur ehrenamtlichen Hospizarbeit in Verden. „Da fühlte ich mich wirklich geerdet, spürte ganz viel Vertrauen.“

Angesichts der ganzen Ausbildungen, den gemachten Erfahrungen, stellte sich ihr die Frage: „Geht das nicht auch beruflich?“

„Dann habe ich diese Anzeige in der Zeitung gelesen: Ausbildung zur Senioren-Assistentin.“ Das Modell habe Ute Buchmann schon 2006 entwickelt, erzählt Monika Röge-Egbers. Von öffentlicher Seite gefördert, mit Preisen ausgezeichnet und staatlich anerkannt, gebe es mittlerweile sechst Standorte in Deutschland, an denen Senioren-Assistenten und -Assistentinnen nach dem sogenannten Plöner Modell ausgebildet werden. 140 Stunden hat die Völkerserin absolviert, ist Mitglied in der Bundesvereinigung der Senioren-Assistentinnen und hat sich damit zu 16 Stunden Weiterbildung im Jahr verpflichtet. Sie ist sich sicher, den für sie richtigen Beruf gefunden zu haben. „Weil bei mir der Mensch im Mittelpunkt meiner Arbeit steht und ich präventiv und ohne Zeitvorgaben arbeiten kann.“

Konkret bietet sie nun „individuelle Hilfeleistung für ältere, rüstige Herrschaften“ an. Monika Röge-Egbers möchte die „noch immer große Betreuungslücke“ zwischen den Angeboten von Pflegediensten und Haushaltshilfen schließen. „Ich begleite, berate, helfe den Menschen, so lange wie möglich selbstständig zurechtzukommen.“ Im normalen Tagesablauf, in der Haushaltsführung, bei Arztterminen, vor oder nach Krankenhausaufenthalten, bei Anträgen und Formularen – die Senioren-Assistentin hilft, selbstverständlich auf Wunsch auch den Angehörigen.

Bisweilen geht es darum, Trauerarbeit zu leisten. Oder einfach nur darum, zuzuhören. „Ältere Menschen möchten gern reden.“ Manchmal auch über Dinge, die sie mit ihren eigenen Kindern nicht frei besprechen mögen. Die Völkerserin kann Vermittlerin sein. „Es müssen aber unbedingt alle Beteiligten einverstanden sein.“ Sie hört sich Sorgen und Ängste an, merkt bei längerem Kontakt, ob und wie sich Menschen verändern und wann es Zeit für weitergehende Hilfen wird. Pflegetätigkeiten, Haushaltsarbeiten wie zum Beispiel kochen, übernimmt sie nicht. Dafür gibt es andere Dienstleister. „Mein Traum ist, dass alle miteinander arbeiten würden. Da ließe sich viel mehr bewegen.“

Die 51 Jahre alte Völkerserin hätte mit ihrer Ausbildung auch als Angestellte in einem Pflegedienst oder einem Altenheim arbeiten können. Sie hat sich aber entschlossen, als „selbstständige Dienstleisterin“ zu arbeiten – und zwar im südlichen Landkreis Verden, bevorzugt im Flecken Langwedel, im Raum Kirchlinteln und Verden. Wer ihre Hilfe in Anspruch nimmt, bekommt einen entsprechenden Vertrag, zum Teil lassen sich die Leistungen auch über die Pflegeversicherung abrechnen.

www.die-senioren-assistenten.de/monika-roege-egbers

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