Ein gutes Jahr für Meister Adebar

Es geht aufwärts mit dem Weißstorch: Bestand steigt seit 80er Jahren stetig

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Der Vorstand des Fördervereins zum Schutz des Weißstorchs (v.li.): Peter Bohlmann, Annelie Beutner, Silke Brünn, Lutz Brockmann, Hermann Strußmann und Bruno Ernst.

Es läuft bestens mit dem Storchenbestand im Kreisgebiet und auch beim Förderverein zum Schutz des Weißstorchs im Landkreis Verden. Es gab großzügige Spenden und auch die Mitgliederzahl erhöhte sich, freute sich Schatzmeisterin Silke Brünn während der Jahreshauptversammlung des Vereins im alten Küsterhaus zu Daverden.

Daverden – Im Geschäftsjahr 2018 registrierte der Verein 83 besetzte Horste sowie 123 ausgeflogene Jungstörche – und dass trotz des kühlen Wetters im Frühjahr. Silke Brünn blickte auch auf das laufende Jahr 2019, in dem 84 Horste besetzt waren und 199 Jungstörche ausflogen. Auch wenn es kein Jahrhundertsommer war, so war es immerhin ein Mäusejahr und durch die Feuchtigkeit kamen auch viele Würmer als Fressnahrung für die Störche nach oben. Auf alle Fälle berichtete Silke Brünn mit Freude, dass seit den 1980er Jahren im Kreisgebiet ein stetiger Anstieg des Storchenbestands festzustellen ist. Es gab sogar Störche, die sich ihre Nester selbst bauten, etwa auf umgefallenen Bäumen und nicht wie in der Regel üblich auf menschliche Vorarbeit setzten.

Hans-Joachim Winter aus Etelsen ist Storchenbetreuer im Landkreis und daher nicht nur Ansprechpartner bei Fragen rund um den Storch. Er packt auch bei anstehenden Arbeiten mit an, auch in luftiger Höhe. „Der Storchenbestand hier in dieser Gegend ist eine Besonderheit in Nordwestdeutschland“, so Winter und berichtete von einem Horst in Allerdorf, der erstmals angenommen wurde. Selbst eine HSV-Fahne direkt nebenan konnte das Storchenpaar nicht schrecken.

Allerdings beklagte Winter auch einen toten Storch an einem Windrad. Zwei Störche seien durch ein Windrad verletzt worden. Winter zählt in jedem Jahr die Horste, die Paare und den Nachwuchs. Die Zahlen werden regelmäßig an die Landesarbeitsgemeinschaft Weißstorchschutz Niedersachsen/Bremen des Nabu gemeldet.

Verletzte, schwache oder aus anderen Gründen nicht flugfähige Störche werden in der Storchenpflegestation gepflegt, die von Petra Müller ehrenamtlich geleitet wird.

Sie betreut die Störche, die dort aufgenommen, doch „in diesem Jahr hatte Frau Müller nicht viel zu tun“, bilanzierte Silke Brünn. Witterungsbedingt gab es ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Jedoch regnet es in der Pflegestation oft rein, sodass ein Arbeitsdienst für Abhilfe sorgen muss. Auch ein Unterstand wurde gebaut, doch scheuen sich die Störche, unter ein Dach zu gehen.

Bei ihrer Arbeit werden die Wildstorchbetreuer von der Kreisstraßenmeisterei unterstützt, die einen Steiger bereitstellt, damit die Horste in luftiger Höhe kontrolliert werden können. Die Kontrolle kostet, das Futter in der Pflegestation kostet, doch die Einnahmen des Fördervereins überstiegen die Ausgaben, freute sich Schatzmeisterin Brünn.

Laut Vereinssatzung übernimmt der jeweilige Landrat den Vereinsvorsitz, folglich leitete Landrat Peter Bohlmann die turnusgemäßen Neuwahlen. Der Verdener Bürgermeister, also Lutz Brockmann, ist automatisch Stellvertreter. „Geborenes“ Vorstandsmitglied ist auch Silke Brünn, weil Fachdienstleisterin für den Naturschutz beim Landkreis. Zu weiteren Vorstandsmitgliedern wurden Jutta Sodys (Ortsbürgermeisterin in Dauelsen, hier ist die Storchenstation) sowie Hermann Strußmann, Bruno Ernst und Annelie Beutner gewählt.

Silke Brünn wusste noch zu berichten, dass erfreulicherweise Gelder über die Stiftung der Kreissparkasse und die Umweltstiftung fließen werden. So könne im nächsten Jahr die Erstellung und Vergrößerung von Naturschutzgebieten und Feuchtgebieten als Biotope erfolgen. Einnahmen gibt es auch durch Patenschaften für Jungstörche, 2018 waren es zehn.

Da die Versammlung zum ersten Mal im relativ frisch sanierten Küsterhaus Daverden stattfand, begrüßte die Vorsitzende des Vereins für Kultur und Geschichte Daverden, Theda Henken, die Gäste. Helmut Kucher führte die Gäste noch durch das Haus, und Manfred Knake berichtete von den Kraftanstrengungen, die nötig waren, um das Haus zu sanieren.  hu

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