Am besten ordentlich Rosinen im Kopf

Touristikverein: „Die Gegend ist unser Kapital“

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Christoph Meyer mag den Flecken Langwedel. 

Langwedel - Von Jens Wenck. Das gibt Leute, die meinen, Niedersachsen bestünde in weiten Teilen aus „Gegend“. Was durchaus abschätzig gemeint ist. Liegt der Flecken Langwedel nicht auch einfach einer „Gegend“? Mittendrin? Solche Fragen lösen bei Christoph Meyer einen mittelschweren Seufzer aus. Nach einem Schluck Kaffee kommt: „Diese Gegend ist unser Kapital.“ Dann erklärt der 1. Vorsitzende des Touristikvereins Langwedel (Weser), dass es in Langwedel und umzu so schön ist, „dass wir das anderen unbedingt zeigen wollen.“ Eine kleine, Pause, ein Blick. „Anspruchsvoll gedacht, wie?!“

Gut, Christoph Meyer ist ein Zugezogener, kam erst Ende der 90er Jahre nach Langwedel und hat deshalb vielleicht einen anderen Blick auf die hiesige Gegend, als so mancher Eingeborene. Anstifter und Gründungsvater für den Touristikverein war aber ein Hiesiger: Gerd Brandt, Ordnungsamtsleiter im Langwedeler Rathaus, nebenbei auch Tourismusförderer und 2014 kurz vor seiner Pensionierung gestorben.

„Gerd hat irgendwie mitbekommen, dass ich in der kirchlichen Tourismusarbeit tätig war“, erinnert sich der evangelische Pastor Meyer. Eigentlich ist er im Ruhestand, hilft aber ab und zu in Gemeinden auch im weiteren Umkreis noch aus. Brandt fragte an, Meyer tat mit – und entwickelte als erstes den Kirchenradwanderweg. Der hat mittlerweile in vielen anderen Gemeinden Nachahmung gefunden. Der Radweg „Langwedel erFahren“ und der passende Flyer dazu folgten. „Immer noch unverändert, in der zigsten Auflage beliebt und nachgefragt.“

Was für Meyer kein Wunder ist. Schließlich kommt man auf der Tour vom Spanger Forst bis in die Wesermarsch. „Die abwechslungsreichsten Landschaften in komprimierter Form. Das kann man nicht nur zeigen, das muss man sogar.“ Man habe zwischen Etelsen und Daverden den allerschönsten Geesthang überhaupt. Dazu die Alte Aller, auf der man Kanutouren machen kann. Den tollsten Blick von der Marsch auf besagte Geestkante, die Weser, den prächtigsten Blick aus der Marsch auf die Geest, den Overring bei Völkersen nicht zu vergessen.

Überhaupt kein geheimer und versteckter Platz. So sieht es im Sommer an der Alten Aller aus, hier führt sogar ein Wanderweg entlang.

Im vergangenen Oktober hatte der Touristikverein einen Workshop mit den Ortsbürgermeistern des Fleckens. Jeder sollte die drei schönsten Plätze seines Ortes aufschreiben. „Da hab ich gemerkt: Das fällt mir wahnsinnig schwer...“ Bei so vielen schönen Ecken im Flecken. Der Weserbogen zwischen Drosselhof und Meyerwiede fällt ihm auch noch ein. All das bringt der Touristikverein über Flyer, natürlich das Internet, über Mund-zu-Mund-Propaganda unter die Leute. „Und, ganz wichtig, wir sind in die Mittelwesertouristik eingebunden.“ So kam jüngst eine 35-köpfige Wandergruppe aus Bad Nenndorf, wanderte von Etelsen aus an der Alten Aller längs ins Daverdener Holz, kehrte im Waldschlößchen ein, wanderte über Moor und Wald zurück nach Etelsen. „Die waren aus dem Häuschen. Vor Begeisterung.“

Gibt es Pläne, Ideen für die Zukunft? „Ja, natürlich. Gerd und ich haben immer gesagt, wir müssen einen ordentlichen Vorrat an Rosinen im Kopf haben. Sonst wird das nichts.“ Wenn heute der Vorstand über die Rosinen diskutiert, sei man zwar nicht immer einer Meinung, aber am Ende einig.

Also: Man möchte an öffentlich zugänglichen Orten, Geschäften seine Tourismusinformationen aufstellen, damit Besucher auch Infos bekommen können, wenn das Rathaus zu hat. Es gibt noch einige Plätze, an denen man die bekannten Infotafeln aufhängen möchte. Ein Radweg entlang dieser Tafeln wäre eine gute Sache. Andere Pläne sind öffentlich noch nicht spruchreif.

Aber mit dem Touristikverein Langwedel ist weiter zu rechnen, auch 16 Jahre nach seiner Gründung.

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