Gegen neue Erdgasbohrungen

Mattfeldt will versuchen, auf LBEG einzuwirken

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In Langwedel-Förth und Scharnhorst könnten bald Bohrtürme stehen. Die Genehmigung vorausgesetzt.

Langwedel - „Sollte das Fördervolumen noch weiter gesteigert werden, prognostiziere ich weitere heftige Erdbeben, für die die Anwohner und die Umwelt am Ende erneut die Zeche zahlen werden.“ Das erklärt der hiesige CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt nach dem Bericht in dieser Zeitung über die geplante Erkundungsbohrung „Nindorf Z1“ nach einem neuen Erdgasfeld.

Von dieser Erkundungsbohrung und der geplanten neuen Förderbohrung „Völkersen Z12“ nordöstlich von Scharnhorst hält der Abgeordnete, der sich nach eigenem Bekunden seit Jahren für ein komplettes Verbot der Erdgasforderung in verdichteten Siedlungsräumen und in Trinkwasserschutzgebieten einsetzt, so überhaupt nichts.

Er versuche nun, auf das Landesbergbauamt einzuwirken, um eine Genehmigung neuer Bohrungen in Langwedel und Scharnhorst zu verhindern, so Mattfeldt in einer Pressemitteilung. Er werde sich dazu Anfang März mit Vertretern des Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) sowie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover zusammensetzen. Mattfeldt: „Der Schutz unserer Heimat hat für mich hier absoluten Vorrang. Angesichts bereits mehrmals eingetretener massiver Erdbeben mit umfassenden Schaden kann ich nicht nachvollziehen, wie eine ganze Region dem Profitstreben eines einzelnen Unternehmens geopfert werden kann. Ich fordere eine umgehende unabhängige Untersuchung zu den Folgen der Erdgasförderung hinsichtlich seismischer Ergebnisse sowie eine Ablehnung des Forderantrages durch das Landesbergbauamt.“

Nicht weniger erschütternd als die erneut geplanten Bohrungen ist aus Sicht des Abgeordneten, dass „das SPD-geführte Bundeswirtschaftsministerium scheinbar überhaupt keine Bedenken angesichts einer erneuten Steigerung des Fordervolumens“ habe. In einem Antwortschreiben des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage Mattfeldts im Januar hatte Brigitte Zypries erklärt, sie sehe keinen Anlass für weitere Handlungen.

Die vorherige Bundesregierung habe die bergrechtlichen Regelungen zur Erdgasförderung umfassend erneuert und verschärft, so Zypries. Der Rechtsrahmen sei ausreichen, „um für Geschädigte einen fairen Schadensausgleich zu erreichen“. Man dürfe auch nicht aus dem Blick verlieren, das eine heimische Erdgasförderung für eine sichere Energieversorgung wichtig sei und auch bleibe, bis man eine weitgehende Versorgung mit erneuerbaren Energien erreicht habe. Es dürfe nicht vergessen werden, so die Ministerin weiter, dass die heimische Gasförderung die Wirtschaft der Region stärke.

Letzteres kann Mattfeldt absolut nicht nachzuvollziehen. Tatsachlich, so Mattfeldt, sei das Gegenteil der Fall. Schon jetzt sei eine baulandplanerische Stagnation eingetreten, die für eine einst prosperierende Umlandregion wie die hiesige eigentlich untypisch und klar auf die negativen Auswirkungen der Erdgasförderung zurückzuführen sei. Landwirten drohe der Existenzverlust, Betriebe siedelten sich in direkter Nahe zur Autobahn nicht mehr an oder wanderten sogar ab. Eine weitere Folge sei ein massiver Wertverlust der Häuser und Grundstücke in der Region.

Er fordere auch Ministerpräsident Weil erneut auf, so Andreas Mattfeldt, sich ernsthaft einem kompletten Verbot der Erdgasförderung in Trinkwasserschutzgebieten und verdichteten Siedlungsräumen anzunehmen und wolle endlich konkrete Antworten auf seine bereits vor Monaten an die niedersächsische Landesregierung formulierten Fragen, wie Erdbeben in Zukunft verhindert werden sollen. J jw

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