„Für mehr Lehrer werben“

CDU-Schulexperte legt sich beim Wahlkampf-Finale ins Zeug

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Adrian Mohr (links) hatte zum „bildungspolitischen Wahlkampf-Finale“ Kai Seefried, schulpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, ins „Waldschlößchen“ eingeladen.

Daverden - „Wenn nicht nach Gefühlen, sondern nach Themen gewählt wird, müssten wir eigentlich am Sonntagabend vorne liegen“, sagte Kai Seefried. Der schulpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion zeigte sich am Donnerstagabend im „Waldschlößchen“ giftig. Beim Wahlkampf-Finale von Adrian Mohr, CDU-Landtagskandidat für den Wahlkreis Achim-Verden, drehte sich alles um das Thema Bildung.

Vor rund 40 Parteifreunden und einigen weiteren Interessierten sprach Seefried von einer „extrem stürmischen Zeit an den Schulen in Niedersachsen“. Es gebe eine „Belastungssituation für Lehrer, Schüler und Eltern“ und „die schlechteste Unterrichtsversorgung seit 15 Jahren“.

Zahlreiche Angriffe auf die Landesregierung

Der CDU-Bildungsexperte aus Stade griff immer wieder die rot-grüne Landesregierung unter Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) an und warf insbesondere Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) schwere Versäumnisse in der Bildungspolitik vor. Andererseits forderte er, die „Strukturdebatte“ zu beenden. „Wir brauchen Ruhe in der Schullandschaft.“

Seefried wollte an dem Abend über „Qualität und Inhalt“ auf diesem Feld reden. Nachdem er sich am politischen Gegner mit immer wieder neuen Beispielen und Zahlen gründlich abgearbeitet hatte, benannte er endlich die „drei Eckpunkte“ der Christdemokraten für den Bildungssektor im Land.

„Wir brauchen in Niedersachsen bis zum Jahr 2020 etwa 2000 bis 2500 zusätzliche Lehrer“, sagte Seefried. Im Falle einer Regierungsführung durch die CDU versprach er den einheimischen Lehramtsstudenten eine „Einstellungsgarantie“. Die Ausbildungskapazitäten für Pädagogen, aber auch für Erziehungspersonal in Kindergärten müssten ausgebaut werden, fügte er an. Seefried beklagte zudem das schlechte Image der „Pauker“ in der Öffentlichkeit. „Wir müssen eine Werbeoffensive für Lehrer starten.“

Schulische Inklusion soll etwas zurückgenommen werden

Der zweite Eckpunkt war, die schulische Inklusion ein Stück weit zurückzunehmen. Am Menschenrecht der „Teilhabe“ wolle die CDU selbstverständlich nicht rütteln, stellte Kai Seefried zunächst mal fest. „Aber sie muss so gestaltet werden, dass sie allen nützt.“ Unterstützt von der SPD, habe die CDU-/FDP-Koalition in Hannover 2012 beschlossen, die Schulen für Kinder mit Lernförderbedarf von 2013 an auslaufen zu lassen, bekannte der Christdemokrat. „Wir wollten nicht mehr, dass Eltern einen Platz für ihr behindertes Kind an einer allgemeinbildenden Schule einklagen“, erläuterte er. Doch das führe dort zu Problemen, das „Recht auf Teilhabe“ lasse sich nicht so einfach umsetzen. Wenn Eltern ihren Nachwuchs besser in Förderschulen aufgehoben fühlten, sollten diese erhalten bleiben.

Als dritten Eckpunkt führte Seefried an, die berufliche Ausbildung stärken zu wollen. Man könne auch ohne Abitur und Studium ein gutes Leben führen, meinte der Handwerksmeister und fügte an: „Wir müssen viel mehr tun, um wieder mehr junge Menschen fürs Handwerk zu begeistern.“ Die CDU wolle dafür finanzielle Anreize bieten. „Wenn ein zukünftiger Apotheker für sein Studium nichts mehr bezahlen muss, sollte auch der angehende Handwerksmeister kostenlos ans Ziel gelangen können.“ Es sei wichtig, den Fachkräftemangel zu beheben, unterstrich Adrian Mohr.

In der anschließenden Runde mit dem Publikum ging es unter anderem um die Besoldung von Lehrern. Leiter von Grundschulen sollten mindestens von A 12 auf A 13 hochgestuft werden, sagte Seefried. Zudem hielt er es für sinnvoll, Gymnasiallehrer bei der Bezahlung gegenüber den an anderen Schulen tätigen Pädagogen nicht länger zu bevorzugen.

mm

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