Fünftklässler gehen mit Projektarbeit zum Schulneubau auf Bürgermeister los

„Eure neue Schule wird ganz anders aussehen als die alte“

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In Sachen „Unsere neue Schule“ hatte die O5c Langwedels Bürgermeister Andreas Brandt einiges zu sagen.

Langwedel - Ja, hallo! Was soll denn dabei herauskommen, wenn man 5. Klässlern die Pläne für den Bau einer neuen Schule, immerhin mit einem Investitionsvolumen von rund 13 Millionen Euro, vorlegt? Die Kinder sind doch mal gerade so erst 11 Jahre alt. Wenn man die Sache so angeht, wie die 5c der Langwedeler Oberschule am Goldbach, dann kommt zumindest schon mal ein beeindruckter Bürgermeister dabei heraus.

Das Ganze lief in einem „Weltretter Projekt“ unter dem Titel „Unsere neue Schule“. Gearbeitet wurde dabei nach einem Prinzip, das Erwachsene vielleicht schon unter dem Stichwort „Zukunftswerkstatt“ kennen. „Ich?“, meinte dazu Lehrer Derik Eicke, „ich war nur Anleiter. Nicht mehr.“

Deshalb hielt Eicke sich auch dezent zurück, als die Mädchen und Jungen jetzt das Ergebnis ihrer Arbeit Bürgermeister Andreas Brandt vorstellten. Dabei nutzten die Mädchen und Jungen auch gleich die Gelegenheit, um los zu werden, was ihnen an ihrer derzeitigen Schule überhaupt nicht gefällt: Die Toiletten sind dreckig, am Schulkiosk gibt es nur süße Sachen und überhaupt nichts Gesundes, in der Mensa muss man so lange auf sein Essen warten und überhaupt bräuchte man Tabletts. „Jahaaa“, so Bürgermeister Brandt. „Also, die Mensa, die ist ja auch ein Provisorium.“ Und bis die neue Langwedeler Schule fertig ist, müsse man sich so gut behelften, wie es eben geht.

Apropos neue Schule. Deren Bauplan hatten sich die Fünftklässler wie gesagt auch angeguckt. „Hattet ihr denn keine Schwierigkeiten, den Plan zu lesen?“, wollte Brandt wisssen. „Da haben sonst ja sogar Erwachsene manchmal Probleme.“

„Nö, war leicht“, kam es selbstbewusst zurück – und dann gab es Vorschläge für den Neubau. Eine Solaranlage auf dem Dach der neuen Schule wäre doch wohl gut. Und wenn man das Regenwasser für die Toilettenspülung nutzen könnte. Übrigens sollte es Rollos oder sowas für die Fenster der Klassenzimmer geben. Jetzt hat man nämlich keine, und wenn die Sonne da voll reinscheint, kann das auf die Dauer ziemlich blöde werden. Auch ganz wichtig: Eine oder mehrere Uhren für den Pausenhof und die Flure in der neuen Schule. „Damit wir immer wissen, wie spät es ist und wie lange die Pause noch dauert. Damit wir wissen, wann wir uns beeilen müssen.“

Was die Ideen mit der Solaranlage und dem Regenwasser anging, meinte Andreas Brandt. „Ein guter Ansatz. Bloß, das ist technisch nicht immer so einfach.“ Bezahlt werden muss die neue Schule ja außerdem auch noch und zu teuer werden darf sie nicht. „Aber für den Neubau hat der Planer den Auftrag bekommen, Energie zu sparen. Es muss sich aber rechnen“, erklärte der Bürgermeister den jungen Oberschülern.

Eine richtige Mensa bekommt die neue Schule ja auch. „Wie wäre es denn da mit einem Getränkeautomaten?“, wollte Brandt wissen. „Also, ich wäre dafür.“

Dafür gab es prompt breite Zustimmung. Aber gleich einen Dämpfer für den Bürgermeister und jubelnde Jungs. „Cola ist nicht erlaubt.“

Aber ein Waschbecken in jedem Klassenraum? Geht das? Hätten die Kinder nämlich gern. Aktuell gibt es das nicht. Die Teppichböden und die Türen und die Metallwände in der jetzigen Schule findet man in der 5c übrigens auch alles andere als brillant.

Das wird im Neubau alles kein Thema mehr sein, versicherte Brandt. „Eure neue Schule wird ganz anders aussehen als die alte, dass kann ich Euch schon mal versprechen. Und es wird mehr Platz für jede Schülerin und jeden Schüler geben.“

Einige Zeit wird es ja noch dauern, bis die neue Schule steht. Die Kinder aus der O5c werden aber die ganze Bauphase und den Umzug noch live und leibhaftig mitbekommen. Am Ende werden sie dann auch sehen, welche ihrer Ideen und Vorschläge mit aufgenommen wurden.

Jetzt will man mal versuchen, zur nächsten Sitzung des Langwedeler Gemeinderates am 2. Juli ein paar Stellwände ins Rathaus zubekommen, damit sich auch die anderen Politiker die Arbeitsergebnisse angucken können.

„Die so mitzunehmen ist natürlich auch stark“, befand Brandt – und meinte damit die Art und das Ergebnis der Projektarbeit an der Oberschule am Goldbach in Langwedel.

jw

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