Freilichtbühne Holtebüttel bringt erstmals Jugendstück auf Platt / Darsteller überzeugen in Sprache, Mimik und Gestik

Böses Erwachen nach der Disconacht

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Wie fatal Gruppendynamik sein kann, thematisiert das Stück „Freedag Nacht“. Hier ist die Vorfreude auf die Disconacht noch groß. Ein Vorfall auf der Rückfahrt ändert alles.

Holtebüttel - Erstmalig brachte die Freilichtbühne Holtebüttel mit „Freedag Nacht“ von Stephen Greve ein Jugendstück auf die Bühne. Am Freitag wurde Premiere gefeiert und schon gestern Abend gab es die letzte von drei Aufführungen. Alle acht Darsteller überzeugten in ihren Rollen und zeigten eine solche Spielfreude, dass die Holtbütteler Plattsnackers sich in Sachen Schauspielnachwuchs Hoffnungen machen können.

Man könnte meinen, dass echte Profis auf der Bühne standen. Von einem kräftigen Regenguss, der etwa 15 Minuten nach Beginn der Premierenvorstellung für eine zehnminütige Unterbrechung gesorgt hatte, ließen sie sich genauso wenig erschüttern, wie von geringen Besucherzahlen. Das Problem ist eben, Jugendliche, die zumeist kein plattdeutsch sprechen, für plattdeutsches Theater zu begeistern.

Das Stück handelt von Jugendlichen, deren Alltag von Langeweile bestimmt wird und dem Umgang mit Außenseitern. Es könnte in einem Ort wie Holtebüttel spielen. Um am Wochenende in die Disco zu kommen, braucht es einen Fahrer. In dem Stück ist es David, der sich ein paar Drogen einwirft, um auch Spaß zu haben. Als er auf der Rückfahrt einen Unfall verursacht, wenden sich seine so genannten Freunde von ihm ab. Nur die vorher von den anderen ausgegrenzte Eva erweist sich als wahre Freundin.

Ein unterhaltsames und zum Nachdenken anregendes Stück, das Alltagsprobleme Jugendlicher wiederspiegelt. Mit einer bemerkenswerten Leichtigkeit spielten Fenja Gerkens, Mattis Gerkens, Beeke Haase, Clemens Grimm, Lennart Grimm, Christoph Lindhorst, Vineta Grimm und Stina Allermann. In der Pause gab es von den Maskenbildnern ordentlich etwas auf die Nase, natürlich nur Theater-Make up, um die Verletzungen nach dem Unfall gut darzustellen.

Schauspielerisch waren alle gut, jeder spielte seine Rolle top, ob Dealer, betrunkener Discogast oder der Unfallverursacher mit schlechtem Gewissen. Regisseurin Marita Coels war mit den jungen Talenten sehr zufrieden. Bis auf Christoph Lindhorst mussten alle erst einmal plattdeutsch lernen. Außerdem nahmen sie sich Zeit für Stimmübungen mit Gesangslehrerin Michaela Vogler, die ihnen auch zeigte, wie man Nervosität wegklopfen kann.

Mit ihrer Gelassenheit versetzten sie so manchen erfahrenen Holtebütteler Plattsnacker in Staunen. Apropos Plattsnacker: Die sind selbst auch bald wieder dran. Am 18. Juli soll mit „Sötens för de Tanten“ Premiere gefeiert werden. Feiern ist dieses Jahr ein großes Thema bei dem Verein, schließlich wird seit 50 Jahren auf der Freilichtbühne Theater gespielt.

wb

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