Auf der Freilichtbühne in Daverden sind die Piraten los / Tolles Märchenstück

Echt fiese Typen: „Himmel, Hölle und Seetangpizza“

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Schau mal an: Kleine und große Piraten sorgen für jede Menge Trubel auf der Freilichtbühne Daverden.

Daverden - Von Inka Sommerfeld. Es war eine doppelte Premiere, und beides ist gelungen. Die Freilichtbühne Daverden startete mit dem Märchenstück „Die Schule der Piraten“ am Wochenende in ihre Saison. Zahlreiche Familien sahen sich das Abenteuerstück an und belohnten die Akteure mit kräftigem Applaus für ihr hervorragendes Schauspiel. Erleichtert war die neue Regisseurin Heike Schmidt: Alles lief glatt.

Bevor das Ensemble das Publikum auf die Pirateninsel Totumba mitnahm, erklärten Edelfried Hennig und Caroline Trutz die Verhaltensregeln für die Freilichtbühne. Wer Hennig kennt, weiß: auf musikalische Weise, mit dem „Mucksmäuschenlied“. Artig machten die Zuschauer mit, und Hennig gab zufrieden die Bühne frei. „Jetzt geht’s an Bord, Leinen los“, rief er. Übrigens: Der Musiker hatte das Theaterstück mit selbstkomponierten Liedern aufgepeppt.

Leinen los, gut und schön. Doch statt des wilden Piratenlebens sieht man Familie Kleinschmitt beim Frühstück. Morgens um halb sieben, ist die Welt noch in Ordnung. Als Timo seine Schwester Tina mit seinem Piratenfimmel nervt – der Junge erscheint mit Augenklappe am Tisch, liest aus seinem Piratenbuch vor und fuchtelt mit dem Degen herum. Tina verdreht nur die Augen. Der Vater kommentiert trocken: „Wenn du in Mathe und Englisch den selben Eifer an den Tag legen würdest, bekämst du bessere Noten.“ Die Mutter fügt resigniert hinzu: „Den Müll habt ihr auch nicht rausgebracht. Alles muss man selber machen.“

Was Timo aber nicht davon abhält, weiter in seinem Buch zu schmökern. Auch einen Zauberspruch zitiert er. „So ein Quatsch, das funktioniert doch gar nicht“, meint Tina und reibt wie im Buch beschrieben die Kaffeetasse, während ihr Bruder das magische Wort spricht.

Die Erzählerin trommelte auf dem „Donnerblech“ und rief den Besuchern zu: „Jetzt ganz fest die Augen schließen.“ Was aber nicht alle taten.

Wer nach einem kurzen Moment die Augen wieder öffnete, war mit den Geschwistern im Jahr 1710 auf der Pirateninsel Totumba.

Der ersten Begeisterung folgt die Ernüchterung: Ganz schön fiese Typen hier, finden Timo und Tina, als sie das Lehrerkollegium der Piratenschule, Käpt’n Blackbeard und die Schwarze Witwe, belauschen. Der Kapitän kann ganz schön fluchen: „Himmel, Hölle und Seetangpizza“.

Bloody Mary, Wirtin der Schänke „Roter Papagei“, ist nicht weniger blutrünstig. Und der Piratennachwuchs erst. „Wie seht ihr denn aus?“, „Ihr seid ja gut erzogen“ und nach Durchsuchen von Tinas Schultasche „Bücher gehören ins Wasser“, höhnen die wilden Mädchen und Jungen. Dann schon lieber ein zünftiger Kampf mit den Säbeln. Timo und Tina wird bange – sie wollen nach Hause.

Heimweh plagt auch die englische Prinzessin, die sich zurück in ihr behagliches Leben sehnt, in dem 80 Diener für ihr Wohlergehen sorgen. Hier auf der Insel hat sie immerhin ihre schlagkräftige Zofe dabei, die Blackbeard energisch daran hindert, der edlen Dame zu nah zu kommen.

Mitten in die raue Welt hinein platzen Vater und Mutter Kleinschmitt. „Das sieht ja aus wie im Kino“, ruft die Mutter begeistert. „Ob das ein Studio ist?“, fragt der Vater. Weder noch. Als er auch die versteckte Kamera nicht entdeckt, dafür aber Blackbeard und die Schwarze Witwe auftauchten, wird den beiden mulmig – und dann braucht auch noch Messer-Bill einen Gegner für den Zweikampf am Abend…

Wie das Stück weitergeht, wird an dieser Stelle nicht verraten. Wer es erfahren möchte, begibt sich zur Freilichtbühne im Daverdener Holz. Dort stehen am Freitag, 26. Juni (Beginn 19 Uhr), Sonnabend, 27. Juni (Beginn 16 Uhr), und Sonntag, 28. Juni (Beginn 16 Uhr), weitere Aufführungen an.

www.freilichtbuehne-daverden.de

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