Freilichtbühne Daverden: Mal‘n ganz anderer Schnack mit Detlef Wutschik

Werner Momsen sinniert

+
Und dann ist es raus und offensichtlich: Hinter Werner Momsen steckt Detlef Wutschik.

Daverden - Detlef Wutschik schickt als Puppenspieler berufsbedingt echte Figuren vor, die dann sein Publikum zu Lachsalven treiben. Auf die Freilichtbühne in Daverden kam er mit Werner Momsen, seiner komödiantischen Allzweckwaffe. Immerhin fanden rund 250 Gäste den Weg zur Freilichtbühne, die allerdings noch einigen Besuchern mehr Platz bietet.

„Hummel, Hummel“, lautete die Begrüßung des Hamburgers Werner Momsen an die Gäste und die antworteten mit „Mors, Mors“. Doch was heißt eigentlich „Mors, Mors“? Darüber sinnierte Werner Momsen. Auf Plattdeutsch. Und Momsen lästerte über das Schwäbische, das er erlebte, als er kürzlich in Tuttlingen war. Schon mit der Zeitangabe „Ein Viertel Neun“ konnte er nichts anfangen, denn Neun kann man ja gar nicht durch vier teilen.

„Wir wollen das Leben entschleunigen“, versprach Werner Momsen und das könne nur Plattdeutsch gelingen, denn diese Sprache wird langsamer gesprochen. Im Norden angekommen ist man, wenn man acht Stunden lang auf das Wasser schaut, ohne dabei etwas zu denken. So Momsen.

Die Besucher im Daverdener Holz dachten sich aber sehr wohl ihren Teil und taten auch kund, was sie von der Veranstaltung hielten. „Was hier auf der Freilichtbühne abgeht, ist schon Karneval“, verglich Wutschik das tolle Publikum mit dem rheinischen Frohsinn. Fazit: „Wir können uns eben nicht auf Kommando freuen.“

Auch das norddeutsche Wetter kam zur Sprache. „Winter hatten wir ja nur einen Tag. Und an dem Tag gingen ältere Leute nur auf die Straße, wenn sie eine neue Hüfte brauchten.“ In München hingegen könne man auch im Winter draußen sitzen, denn die lassen da ja den Fön an.

Werner Momsen berichtete von seiner Kreuzfahrt mit der „MS Europa“. Mit der er die Datumsgrenze überfuhr, aber keine Grenze gesehen habe. „Auf der MS Europa gibt es 24 Stunden Nahrungszufuhr“, lästerte Werner Momsen und zeigte sich anschließend der Sangeskunst mächtig: Mit dem „Teddy Bär“ und einem selbst gedichteten Song zum Thema Baumarkt.

Die moderne Technik und ihre Jünger bekamen bei Werner Momsen auch ihr Fett weg.

„Wer soll sich die vielen Selfie-Bilder denn anschauen? Über Facebook hat man ja viele Freunde, aber glaubt Ihr, dass die kommen, wenn ich umziehe?“

Dann gab es Udo Jürgens „Ich war noch niemals in New York“. In der Momsen- Version. Natürlich aus dem Baumarkt.

Das Thema Sex kam ebenfalls zur Sprache. „Warum stehen so viele Männer auf Leder?“ Momsens Erklärung: „Weil es nach Auto riecht.“

Schließlich stellte Momsen auch den schwarzen Mann hinter ihm vor. „Den habe ich als Autonomen in Heiligendamm kennen gelernt, seitdem ist er mein schwarzer Begleiter. Immer bei mir hinten drin.“

Er selbst sei ja von Geburt an Sondermüll. Die Haut aus Polypropylen, die Haare aus Polyacryl und innen nichts als Schaumstoff. So habe er auch keinen Ausweis beantragen können.

Und noch ein Lied: Wieder aus dem Baumarkt – von der Schraube, die in den Dübel gedreht wird. „Was muss das für ein Gefühl für den Dübel sein?“ fragte er hintersinnig und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Mit seinem imposanten Halbwissen mischte Werner Momsen auch das Daverdener Publikum auf.

Beim Schlussapplaus lüftete Detlef Wutschik seine Tarnung und sang dann noch über Lisbeth, die er im Urlaub in Wyk auf Föhr kennen gelernt hatte.

Für das zweistündige amüsantes Programm und den Künstler gab es lang anhaltenden Beifall, Volker Penczek und Günter Kothe vom veranstaltenden Förderverein Freilichtbühne Daverden waren ebenso begeistert, wie die Zuschauer.

hu

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Montag

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Montag

Ankunft im Landhotel Schnuck in Schneverdingen

Ankunft im Landhotel Schnuck in Schneverdingen

Boule-Meisterschaft um den Mühlenteichpokal

Boule-Meisterschaft um den Mühlenteichpokal

Freaks and Folks, Fans and Friends - 55.000 feiern beim Deichbrand

Freaks and Folks, Fans and Friends - 55.000 feiern beim Deichbrand

Meistgelesene Artikel

Tolle Premiere für „Chaos in’t Bestattungshuus“

Tolle Premiere für „Chaos in’t Bestattungshuus“

Großeinsatz: Aber der Kanute übte nur

Großeinsatz: Aber der Kanute übte nur

Im Jaguar gegen die Leitplanke

Im Jaguar gegen die Leitplanke

Menschen an der  Elfenbeinküste: „Sie erleben die Hölle mit Folter und Vergewaltigung“

Menschen an der  Elfenbeinküste: „Sie erleben die Hölle mit Folter und Vergewaltigung“

Kommentare