Freilichtbühne Daverden: Märchenstück hat am 20. Juni Premiere

Prinzessin, Piraten, Pistolen und ein roter Papagei

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Regisseurin Heike Schmidt (re.) und das Ensemble der „Schule der Piraten“.

Daverden - Munteres Treiben herrscht auf der Daverdener Freilichtbühne. Lachen, Schwerterklirren, donnernde Stimmen. Und Musik. Genau: Das Ensemble der Freilichtbühne probt eifrig für die Aufführungen des Märchenstücks. Das ist in diesem Jahr ein Abenteuerstück: „Die Schule der Piraten“ lautet der Titel.

Inmitten des Gewusels schaurig ausstaffierter Seeräuber und deren Nachwuchses agiert Heike Schmidt. Sie ist die neue Regisseurin. Ruhig und recht leise, aber bestimmt gibt sie Anweisungen.

Das beginnt gleich am Anfang. „Habt ihr eure Requisiten?“, fragt sie nach der Begrüßung. In Richtung der Kinder: „Benehmt euch wie Piraten, mit ordentlich Schmackes und Spannung - so, wie wir es geübt haben.“

In zahlreichen Proben. Denn seit März – dem Wochenende mit dem Workshop – wird auf der Bühne im Daverdener Holz kräftig geübt. Jeden Sonnabend. Erst Szene für Szene, inzwischen das ganze Stück in einem Rutsch. Naja, wenn die Regisseurin nicht unterbrechen würde. Mal sind ihr die Piratenkinder zu müde, mal hat der schreckliche Blackbeard seinen Text vergessen oder die liebliche Prinzessin betritt im falschen Moment die Bühne. Die Schwarze Witwe und Bloody Mary fuchteln derweil mit Pistolen und Degen herum.

Heike Schmidt sieht alles und scheint allgegenwärtig zu sein. Mal steht sie am Bühnenrand und beobachtet das Schauspiel mit Argusaugen, mal läuft sie zwischen den Akteuren umher und dirigiert jeden bei Bedarf an seinen Platz - mit dem Gesicht zum noch imaginären Publikum. Sie ist zufrieden, denn das meiste sitzt. „Wir haben schon viel geschafft und wollen die verbleibende Zeit bis zur Premiere nutzen, um Kleinigkeiten herauszuarbeiten.“

Heike Schmidt gehört dem Ensemble seit sieben Jahren an - erst war sie als Schauspielerin in plattdeutschen Stücken zu sehen. 2010 soufflierte sie zudem. 2013 wechselte sie zum Märchenstück. Nach und nach brachte die Daverdenerin ihre ganze Familie zur Freilichtbühne: ihre drei Kinder und Ehemann Heiko, der sich um den Internetauftritt und Entwurf der Flyer kümmert.

„Mein Vorgänger Uwe Witten hat angekündigt, nach zwölf Jahren nicht mehr als Regisseur tätig sein zu wollen, und da hat der Vorstand mich angesprochen, ob ich nicht Regie führen wollte“, erzählt die 44-Jährige. Lange überlegte sie: „Das ist sehr zeitaufwändig.“ Doch von allen Seiten wurde ihr gut zugeredet und Unterstützung angeboten. Da sagte sie zu: „Ich versuche es mal.“ Es folgte Skepsis: „Liegt es mir, Regie zu führen? Bin ich kreativ genug, um alles zusammenzuführen?“ Inzwischen ist Heike Schmidt froh darüber, den Posten übernommen zu haben: „Es ist eine neue Erfahrung.“ Sie ist dankbar über die vielen helfenden Hände, die unaufgefordert mit anpacken.

Übrigens: Das Stück hatte Schmidt bereits im Herbst ausgewählt. Es stammt weder aus der Feder von Edelfried Hennig noch von Sarah Wittenberg. Sondern ist ein Fremdes. „Ich wollte etwas Neues. Es war schwierig, ein zur Bühne und zu den Schauspielern passendes Stück zu finden. Das hat mir einige schlaflose Nächte bereitet“, sagt die Regisseurin. Doch auf Musik wollte sie nicht verzichten, und so komponierte Hennig die Lieder.

Im Mittelpunkt des Abenteuerstücks stehen die Kinder Timo und Tina Kleinschmitt, die durch einen Piratenzauber ins Jahr 1710 auf die Insel Totumba verschlagen werden. Sie stellen fest, dass in der Piratenkneipe „Zum Roten Papagei“ eine Piratenschule betrieben wird, in der der Piratennachwuchs unter anderem in den Fächern „Gemein sein“ und „Angst machen“ unterrichtet wird. Als dann Timos und Tinas Eltern auftauchen, gibt es schnell ernsthafte Probleme.

Die Premiere steht am Sonnabend, 20. Juni, an und beginnt um 16 Uhr. Weitere Aufführungen: Sonntag, 21. Juni (Beginn 16 Uhr), Freitag, 26. Juni (Beginn 19 Uhr), Sonnabend, 27. Juni (Beginn 16 Uhr), und Sonntag, 28. Juni (Beginn 16 Uhr).

is

www.freilichtbuehne-daverden.de.

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