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Frauen starten die „Dorfzeit“ in Völkersen

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Von: Jens-Peter Wenck

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Mit der „Dorfzeit“ wollen diese Frauen mehr Leben in das Völkerser Gemeindehaus bringen. Und neben den ersten drei Angeboten haben sie noch eine Menge Ideen mehr.  Auf dem Foto fehlt Heike Volk.
Mit der „Dorfzeit“ wollen diese Frauen mehr Leben in das Völkerser Gemeindehaus bringen. Und neben den ersten drei Angeboten haben sie noch eine Menge Ideen mehr. Auf dem Foto fehlt Heike Volk. © Wenck

Völkersen – Schon länger ist bekannt, dass die Domgemeinde plant, ihr Gemeindehaus in Völkersen zu verkaufen. Aus dem Dorf waren Proteste zu hören, großes Bedauern zu vernehmen – dann wurde es auch wieder still. Scheinbar. „Völkersen gibt nicht auf“, sagt Dorina Petersen und strahlt. Sie gehört zu der Nähgruppe von Frauen, die sich immer noch im Gemeindehaus am Kapellenweg trifft. Genauso wie der Singkreis übrigens, der Frauenkreis und die Konfirmanden der Domgemeinde III, zum Beispiel.

Die Frauen haben mit Ortsbürgermeister Andreas Noltemeyer gesprochen. Sie haben mit Andreas Brandt, Bürgermeister des Fleckens Langwedel und außerdem Völkerser, gesprochen. Natürlich haben sie auch mit Pastor Dieter Sogorski geschnackt. Ein Resultat danach: „Im Gemeindehaus ist zu wenig los.“ Ach, ja?

„Wir haben noch andere Möglichkeiten zu zeigen, das wir es drauf haben“, sagt Dorina Petersen bei einem Treffen im Gemeindehaus. „Wir haben noch viele, viele tolle Ideen.“ Gemeint sind damit bislang elf Frauen, die sich zusammengetan haben, um Angebote für und in ihrem Gemeindehaus, für ihr Dorf zu entwickeln. „Dorfzeit – Zusammen Schönes machen“ haben sie das Ganze genannt. „Wir haben uns erst einmal auf drei Punkte geeinigt, die wir jetzt anschieben“, erklärt Dorina Petersen.

Das ist zum Ersten der Nähkurs für Eltern, Großeltern und überhaupt alle Interessierten, auch und unbedingt für Anfänger der da heißt: „Kinderkleidung nähen“. Einige nähbegeisterte Frauen aus Völkersen möchten dabei ihre Kenntnisse weitergeben, an vier Abenden immer montags von 19 bis 22 Uhr im Gemeindehaus Völkersen. Weil man erst die aktuell hohe Coronawelle abreiten möchte, ist der Beginn am 2. Mai. Die Kursgebühr wurde auf 20 Euro festgelegt. Die Teilnehmer(innen)zahl ist begrenzt. Wer mitmachen möchte, der meldet sich bei Dorina Petersen (Tel. 0151 /  4035 7146) oder Karin Meyer (Tel. 04232 / 7261).

Zum Zweiten gibt es das Mittagsprojekt „Völkersen an einem Tisch“. Vorrangig haben die Frauen dabei an die älteren Mitbürger gedacht, möchten an jedem zweiten und vierten Freitag im Monat Seniorinnen und Senioren jeweils ab 12 Uhr im Gemeindehaus zusammenbringen. „Mit dem Mittagsangebot wollen wir aber erst im Juni beginnen, wegen Corona“, erklärt Inge Vogel, die maßgeblich am Gesamtkonzept gearbeitet hat. Beginnend mit dem 10. Juni soll es dann ein Mittagessen geben, selbst gemachte Nachspeise, Kaffee, Getränke und Gemeinschaft. Das Mittagessen liefert die Fleischerei Badenhof. „Das ist gut und lecker. Und natürlich wollen wir mit den hiesigen Firmen zusammenarbeiten“, so Inge Vogel.

Wie bei den anderen Angeboten auch, sind zwei Frauen die Hauptansprechpartner, die anderen wirbeln als Helferinnen im Hintergrund. Also bei „Völkersen an einem Tisch“ sind das Ulrike Meyer (Tel. 04232 / 1624) und Jutta Kastens (Tel. 04232 / 1249).

Bleibt noch das dritte Angebot. Das ist ein Spielennachmittag für Jung und Alt. Den soll es an jedem dritten Donnerstag im Monat von 15 bis 18 Uhr im Gemeindehaus geben – ab dem 19. Mai. Kinder sollten mit Begleitperson kommen, Getränke und Kekse gibt es zu den Spielen obendrauf auch noch. Ansprechpartnerinnen für den Spielenachmittag sind Svenja Fronzek (Tel. 0176 / 3271 0127) und Jutta Kastens (Tel. 04232 / 1249).

„Ohne Anmeldung geht es nicht“, macht Elisabeth Poetukat für alle drei Angebote deutlich. „Und beim Ferienspaßprogramm sind wir in diesem Sommer übrigens auch wieder dabei.“ Das sind in diesem Fall Frauen der Völkerser Nähgruppe, die „alte Jeans mit neuem Leben“ erfüllen wollen, beziehungsweise zeigen möchten, wie das geht.

Mit der „Dorfzeit“ sind die Frauen unter das Dach der Dorfgemeinschaft Völkersen geschlüpft, die schon ein eigener eingetragener Verein ist. „Das Gute bei uns ist auch unsere Altersstruktur“, erklärt Inge Vogel. Es sind nicht nur ältere Frauen engagiert, sondern auch junge, Anfang Mitte 30. Da sei auch die Perspektive für die Zukunft gegeben.

Selbstverständlich ist die „Dorfzeit“ immer für Verstärkung offen. Das dürfen gern auch ein paar Männer sein. „Wir Frauen bereiten alles vor, und dann können die Männer kommen“, meint Elisabeth Poetukat – und lacht.

„Wir sind auch immer offen für neue Ideen“, sagt Inge Vogel. Über ein Repaircafé haben sie schon nachgedacht, über Schulungen, die sich im Gemeindehaus veranstalten ließen.

Und wenn die „Dorfzeit“ gut anläuft, wenn noch andere Angebote dazukommen – was, wenn das Gemeindehaus dann doch eines Tages verkauft wird? „Da haben wir schon einen Plan“, sagt Dorina Petersen.

Wie war das noch? „Völkersen lässt sich nicht unterkriegen.“

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