Flan-Projekt trägt Früchte

Anpackende Flüchtlinge erhalten Ausbildungsplatz

Junge Männer aus Syrien, Afghanistan und Somalia halfen dem TSV Daverden zum wiederholten Mal bei Baumaßnahmen und Aufräumarbeiten an der Freilichtbühne im Daverdener Holz.

Langwedel - Flüchtlinge, die im Flecken Langwedel gelandet sind, packen in Vereinen mit an und lernen Fertigkeiten, die sie in ihrer neuen Umgebung brauchen. Die Integration vor Ort kommt also voran. Die Flüchtlingshilfe Langwedel (Flan) nennt jüngste Beispiele.

Männer aus Syrien, Afghanistan und Somalia errichteten jetzt zusammen mit Mitgliedern des TSV Daverden auf der Freilichtbühne eine notwendige Stützwand hinter dem Musikpavillon und machten die Tribüne winterfest. Vorher hatten sie in mehreren Arbeitseinsätzen den Bühnenbereich neu gepflastert, Sturmschäden beseitigt und den neuen Musikpavillon gestrichen.

„Dank der tatkräftigen Unterstützung durch die Flüchtlinge ging es immer flott voran“, lobte der Vorsitzende der Freilichtbühne, Volker Penczek die gute Zusammenarbeit. Er betonte, dass es auch diesmal beim gemeinsamen Schuften und vor allem danach sowie in den wohlverdienten Pausen einen lebhaften Austausch zwischen allen Beteiligten, zum Beispiel über die Situation in den Herkunftsländern, aber auch über das Leben und die Probleme der Flüchtlinge in der neuen Heimat Langwedel, gegeben habe.

Inzwischen kenne man sich ein bisschen besser und so seien Vorurteile abgebaut, neue Freundschaften geschlossen sowie die Deutsch-Kenntnisse der Flüchtlinge erprobt und vertieft worden, stellt Flan-Vorsitzender Michael Schablow fest und fügt erfreut an: „Zwei der beteiligten Flüchtlinge konnten auf diese Weise sogar einen Ausbildungsplatz bei Baufirmen erhalten, was ein großer und nachhaltiger Schritt zur Integration in Deutschland ist.“

16 Flüchtlingsfrauen nahmen an einem Nähkurs im evangelischen Gemeindehaus Etelsen teil. Viele von ihnen saßen das erste Mal an einer Nähmaschine und waren daher für Unterstützung dankbar.

Aus dem für die Projekte des Flan-Vereins bewilligten Förderprogramms „500 Landinitiativen“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums wurden Material, Werkzeug und Ausrüstung angeschafft, die für die Arbeiten notwendig waren. „Die freundliche, offene Aufnahme der bereits leidlich Deutsch sprechenden Flüchtlinge und die gemeinsame handwerklich-praktische Arbeit an frischer Luft in einem längerfristigen Projekt – das alles verbindet, wenn man hinterher ein konkretes Ergebnis sieht, auf das man wirklich stolz sein kann“, fasste Vorsitzender Michael Schablow die Erfahrungen und Erfolgsfaktoren bei dem von ihm geleiteten Projekt zusammen.

Als zweites Projekt wurde im evangelischen Gemeindehaus Etelsen unter Anleitung von Sylke Beckmann ein Nähkurs gestartet. Im Vorfeld war ein Team von neun Frauen gebildet worden, die dank der Fördergelder drei Nähmaschinen sowie das benötigte Material kauften und die 16 Kursteilnehmerinnen anlernten und betreuten. Egal ob es ein Kissenbezug oder Utensilo werden sollte – Unterstützung gab es bei der Auswahl und dem Zuschnitt der Stoffe, der Einstellung der Fadenspannung und bei der Bedienung der Nähmaschinen.

„Toll, wie fröhlich-motiviert die Teilnehmerinnen waren“

„Toll, wie fröhlich-motiviert die Teilnehmerinnen waren. Viele von ihnen saßen das erste Mal an der Nähmaschine. Dieses Projekt war eine Bereicherung für unsere Dorfgemeinschaft und eine gelungene Integration der Flüchtlingsfrauen in unser Dorf“, freute sich Anja Daum.

Jede Teilnehmerin konnte „nach getaner Arbeit“ ihr Werk stolz präsentieren und mit nach Hause nehmen. „Die gemeinsame Handarbeit bei der guten Ausstattung des Kurses, aber auch die lebhafte Kommunikation untereinander mit gegenseitigem Erklären und Vormachen sowie das gemeinsame Essen in den großen und doch vertrauten Räumlichkeiten des Gemeindehauses verbindet und macht Lust auf mehr“, zeigte sich Sylke Beckmann sehr zufrieden mit dem Beginn dieses Nähkurses, der ab Dezember regelmäßig einmal im Monat stattfinden soll.

An diesem Wochenende startet nun aber erst mal das dritte Projekt der Flüchtlingshilfe Langwedel. Die Rede ist von einem vierstündigen Trommel-Workshop zusammen mit der Samba-Gruppe „Clou-Hasa“ aus Cluvenhagen, der ebenfalls im Gemeindehaus neben der Kirche in Etelsen über die Bühne gehen wird.

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