Fachtag für Erzieherinnen – und ein Zeichen für große Wertschätzung

Auf der Suche nach Quellen für mehr Kraft

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Nicht nur still sitzen und zuhören – für die Erzieherinnen und Erzieher gab es auch reichlich Entspannungsübungen zum Ausprobieren und unbedingt Mitmachen.

Langwedel - Schwupp, und auf ist der Regenschirm. „Nicht das jetzt jemand denkt, im Langwedeler Rathaus regnet das durch“, meint Monika Haane. Tut es nicht. Der Regenschirm ist in dem Moment auch kein Regenschirm, sondern quasi ein Schutzschirm gegen den Stress. Für alle Erzieherinnen und Erzieher aus allen sechs Langwedeler Kindergärten, und die waren darum gestern auch geschlossen.

Das pädagogische Personal hatte Teile des Langwedeler Rathaus den ganzen Tag lang für einen Fachtag unter dem Titel „Kraftquellen für Erzieherinnen“ mit Beschlag belegen dürfen. „Wie bekommt man es hin, trotz hoher Belastung gesund zu bleiben?“

Die Beantwortung dieser Frage ging Monika Haane als Referentin mit der „Salutogenese“ an. Dabei guckt man nicht auf Dinge, die Mensch krank machen, sondern auf die, die einen gesund erhalten. Es geht darum, Energie und Kraft zu schöpfen, sich gegen Stress zu wappnen, sich vor Überforderung zu schützen.

Absolut hilfreich ist dabei unter anderem eine Portion Optimismus und eine positive Selbsteinschätzung. Was nicht heißt, dass man alles toll finden soll. Stichworte „rosarote Brille“.

Im Laufe des Vormittags lauschte man im Bürgersaal nicht nur ergriffen dem Vortrag der Referentin, man machte sich in Gruppen auf Schatzsuche, etwa den positiven und begeisternden Aspekt des eigenen Berufes. Als dann laut und herzhaft gegähnt wurde, massenweise, war das nicht Ausdruck von quälender Langeweile. Sondern eine von etlichen Entspannungsübungen, die man gemeinsam erprobte.

Den Fachtag hatte Heike Twietmeyer, Leiterin der Kita Daverden, nach einer eigenen Fortbildung angeregt und mit Frauke Stomberg vom Fachdienst Jugend und Soziales eine absolute Befürworterin gefunden.

Was man beim Flecken Langwedel als zuständigem Dienstherrn für die sechs Kindertagesstätten von dem Fachtag hält, hatte Bürgermeister Andreas Brandt bei seiner Begrüßung erklärt.

Der guten und wichtigen Arbeit in den Kitas ist man sich sehr wohl bewusst – und auch der Tatsache, dass die Anforderung an die Kindergärten, Krippen und ihre Mitarbeiterinnen stetig gewachsen sind: die Betreuungsangebote werden länger (mit Mittagessen und schlafen). Schon Kinder ab dem ersten Lebensjahr haben Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz, der wird auch von immer mehr Eltern eingefordert – und ganz kleine Kinder wollen ganz anders betreut werden, als Dreijährige. Dann sollen in der Kita bitteschön auch Bildungspläne umgesetzt, Sprachförderung gemacht, Inklusion geleistet und eine frühzeitige Kooperation mit den Grundschulen eingegangen werden. Unter anderem.

Das will erst einmal geschafft werden und damit das geleistet werden kann, braucht man einen möglichst geringen Krankenstand. Auch darum liegt der Gemeinde als Arbeitgeber die Gesundheit der eigenen Mitarbeiter am Herzen.

Nicht nur was die räumliche Ausstattung im Flecken angeht in punkto Kitas angeht, auch in Sachen Personal und Personalstärke sei man in Langwedel sehr gut dabei, so Heike Twietmeyer und Frauke Stomberg.

Referentin Monika Haane war von den Langwedelern gar verblüfft: Vom beim Fachtag engagierten und experimentierfreudigen Personal. Und einer Gemeinde, die alle Kita-Mitarbeiter teilnehmen lässt, Teile ihres Rathauses zur Verfügung stellt – und auch noch die Mittagsverpflegung zahlt. „So etwas hab ich noch nicht erlebt.“

jw

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