Fachschule für Altenpflege feiert ihren Geburtstag

Wie vor 30 Jahren: Es fehlen Fachkräfte

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Etliche Ehrengäste, darunter der 1. stellvertretende Landrat Axel Rott, ehemalige und aktuelle Schülerinnen und Schüler waren zu der Feier gekommen.

Langwedel - 1984 hatte man die Idee, 1985 kamen die Ausführung. „Man wollte eine Ausbildung starten, wo gerade ein großer Mangel an Fachkräften bestand“, so Gudrun Schemel. Was die Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführerin des Instituts für Berufs- und Sozialpädagogik e.V (ibs) und ein gerüttelt Maß an Gästen nach Langwedel gebracht hatte: das 30-jährige Bestehen der Berufsfachschule Altenpflege in Langwedel, die in dieser Zeit rund 800 Schüler ausbilden konnte.

Ihre Geburtsstunde erlebte die Schule allerdings in Achim-Uphusen. Hier war man in einem Raum des TB Uphusen am Arenkamp untergekommen. Die Ausbildungsrichtlinien in Niedersachsen waren für Altenpfleger besser als in Bremen, eine zweijährige Ausbildung Pflicht. Zudem waren im Bremer Umland, vor allem in Oyten, etliche Einrichtungen zufinden, in denen man Fachkräfte benötigte – und mit denen die Schule zusammenarbeiten konnte.

„Die Kooperation mit den Einrichtungen ist für uns existentiell“, erklärte Schemel. Was sich auch an der Kontinuität der engen Zusammenarbeit ablesen lässt, wie sie seit Bestehen der Schule mit dem Haus Hasch in Oyten oder dem Johannisheim in Verden besteht.

1986 wurde es für die wachsende Schule in Uphusen zu eng – man zog in das Seniorenzentrum an der Magdeburger Straße in Achim. „Hier war es ein Geben und Nehmen. Eine gute Zeit.“ 2003 kam dann der Umzug in das Gebäude der Druckerei Mack in Langwedel. „Und hier wurde der Ursprung für die Entwicklung weiterer Schulstandorte gelegt: Osterholz-Scharmbeck, Rostock, Berlin und Bremen.“

In Langwedel will man die Altenpflegeschule am liebsten mindestens die nächsten 30 Jahre halten, wie Bürgermeister Andreas Brandt in seinen Grußworten versicherte. Der Bedarf nach Fachkräfte sei einfach da, so Brandt und der Bedarf wachse in einer älter werdenden Gesellschaft gewissermaßen täglich.

Was Thomas Knäpper vom Bundesamt für Familien- und zivilgesellschaftliche Aufgaben (das gibt es tatsächlich) nur bestätigen konnte. Knäpper lieferte einen Vortrag mit dem Ausblick auf die „Perspektive der Altenpflege“.

Die hat nicht nur eine gewaltige Imageaufbesserung nötig, sondern soll in Zukunft in Aus- und Fortbildung auf eine neues Fundament gestellt werden.

„Generalistische Pflegeausbildung“ lautet das Stichwort, mit dem die Gesetzgeber auf eine einheitliche dreijährige Grundausbildung in der Pflege hin arbeiten, bei der dann zum Ende hin eine Spezialisierung in Richtung Altenpflege, Krankenpflege oder Kinderkrankenpflege erfolgt.

„Das Thema Fachkräftemangel gibt es schon sehr lange, und es wird uns auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten begleiten“, meinte Knäpper.

Die Ausbildung an der Fachschule für Altenpflege hat sich in den vergangenen 30 Jahren erheblich verändert und sie wird es auch in Zukunft tun. Auch wenn der Termin für den Start in die neue Pflegeausbildung noch nicht steht, sie wird kommen. Nur an der Ausgangslage hat sich nichts geändert: Es fehlen Fachkräfte.

jw

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