Daniela Benke vom Senioren- und Pflegestützpunkt des Landkreises berät im Rathaus

Expertin weiß: „Man fängt so ein bisschen Leid auf“

Daniela Benke (rechts) hat bei ihren Sprechstunden im Rathaus auch Informationsbroschüren dabei. „Das persönliche Gespräch ist aber besser“, sagt sie. Joachim Gätje (links) kam gestern als erster in die Beratung. Bürgermeister Andreas Brandt und Kathrin Moje, Seniorenbeauftragte der Gemeinde, die ihnen für das Pressefoto über die Schulter blickten, freuen sich über das neue Angebot. - Foto: Mix

langwedel - Beratungsbedarf ist offenbar vorhanden. Als Daniela Benke vom Senioren- und Pflegestützpunkt des Landkreises Verden gestern Nachmittag ihre erste Sprechzeit zum „Leben im Alter“ im Langwedeler Rathaus anbot, fanden sich gleich zu Beginn um 14 Uhr drei ältere Damen und Herren vor dem Sitzungsraum ein.

Joachim Gätje aus Langwedelermoor war der erste und kam deshalb auch aufs Zeitungsfoto. Denn der Sprechstunde ging ein Pressegespräch zu dem neuen Angebot voraus.

„Pflegebedürftigkeit kann jeden treffen. Unfall oder Krankheit können zu Hilfsbedürftigkeit führen“, erläuterte Benke. Betroffene oder deren Angehörige benötigten in solchen Fällen oft Beratung, ob und wie es in den eigenen vier Wänden weitergehen könne. Wenn gewünscht, suche sie dann die Ratsuchenden gerne zu Hause auf, um Lösungsmöglichkeiten gemeinsam ins Auge zu fassen.

Zusätzlich bietet Daniela Benke jetzt aber auch auf Anregung von Kathrin Moje, Seniorenbeauftragte der Gemeinde Langwedel, an jedem ersten Dienstag im Monat eine offene, also anmeldungsfreie Sprechstunde im Rathaus an. Von 14 bis 15.30 Uhr ist sie im barrierefrei zu erreichenden Sitzungsraum im Erdgeschoss anzutreffen.

Die Sprechstunde laufe erst mal versuchsweise bis zum Ende dieses Jahres, hieß es gestern beim Pressegespräch. Bei guter Nachfrage soll sie ein festes Angebot werden. In Ottersberg und Oyten, wo Benke ebenfalls seit kurzem Sprechzeiten anbietet, werde die Beratungsmöglichkeit gut angenommen, berichtete sie.

„Es ist wichtig, dass die Leute eine vertraute Ansprechpartnerin vor Ort haben“, sagte Bürgermeister Andreas Brandt. Die Rentenberatung und weitere „Serviceangebote“ im Rathaus hätten „starken Zulauf“.

Bei den Hausbesuchen drehten sich die Gespräche meist rund um die Pflege und altersgerechtes Wohnen. „Da weise ich etwa auf einen Teppich als Stolperfalle hin“, informierte Benke. „Ich liebe diese Kontakte“, fügte die 59-jährige Sozialpädagogin an und nannte einige weitere Beispiele für Sorgen und Nöte ihrer Klienten.

So sagten ihr ältere Menschen, dass sie nicht mehr alleine einkaufen könnten. Andere kämen aus dem Krankenhaus nach Hause und benötigten dort Unterstützung. Ehrenamtliche Seniorenbegleiter könnten dann eine Hilfe sein.

Daniela Benke klärt für Bedürftige aber auch gerne den Pflegebedarf ab und beantragt erforderliche Sozialleistungen. Sie zeigt Möglichkeiten des barrierefreien Wohnens auf und kennt viele technische Hilfsmittel, die geeignet sind, die Selbstständigkeit von Gehandicapten zu erhalten.

Darüber hinaus berät die Expertin vom Fachdienst Soziales beim Landkreis Verden, der auch Informationsbroschüren unter dem Titel „Leben im Alter“ bereit hält, pflegende Angehörige bei der Suche nach Entlastungsmöglichkeiten. Daniela Benke ist mit Herzblut bei der Sache und überzeugt: „Man fängt so ein bisschen Leid auf.“ - mm

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