Mit 70 Jahren ist jetzt Schluss

Dr. Joseph Faensen gibt seine Tierarztpraxis ab  

Gruppenbild mit Hund: die Helferinnen Barbara Lemke und Nadine Lerke, die neue Tierärztin Christina Noga, ihre Kollegin A.W. Nowavro de la Paz und Joseph Faensen, der nach fast 40 Jahren als Tierarzt in Etelsen in den Ruhestand geht. - Foto: Hustedt

Etelsen - Ein engagierter Tierarzt hört auf, eine engagierte Tierärztin fängt an. Am 1. Mai übernimmt Christine Noge die Tierarztpraxis von Dr. Joseph Faensen, der sich mit 70 Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Drei Jahre hat er nach einer interessierten Nachfolgerin oder einem Nachfolger gesucht und ist jetzt fündig geworden. Seit März schon arbeitet Christina Noge in der Etelser Praxis.

Joseph Faensen, der aus einem kinderreichen Elternhaus in Berlin stammt, hatte zunächst eine landwirtschaftliche Lehre bei Heidelberg absolviert. Das ermöglichte ein Studium an der Ingenieurakademie für Landwirtschaft in Celle – und die Erlangung der Hochschulreife.

Faensen studierte dann Veterinärmedizin an der Freien Universität (FU) Berlin, und erhielt am 4. August 1978 seine Approbation zum Tiermediziner. Am 1. Oktober 1978 übernahm er die Tierarztpraxis von Dr. Fritzsch in Daverden. Am 6. Mai 1983 erlangte er dann die Promotion an der FU Berlin.

Im Gespräch erinnerte sich Joseph Faensen an seine fast 40 Jahre als Tierarzt, seit 1981 in Etelsen an der Bremer Straße. Viele Tiere hat er seitdem behandelt, seine Praxis laufend ausgebaut. Selbst Zirkustiere hat Faensen behandelt – als ein Zirkus in der Gegend gastierte. Einer der Höhepunkte war die Operation einer Schlange. Allerdings überlebte die Boa nur einen Tag. Wie bei Greifvögeln wurde der Schlange ein Narkosesack über den Kopf gestülpt, anderes ist eine derartige Operation nicht machbar.

Die Behandlungsmethoden haben sich in fast vier Jahrzehnten natürlich schon geändert, so Faensen. In den frühen 1980-er Jahren verlagerte sich der Schwerpunkt in der Gemeinschaftspraxis auf Kleintiere, heute arbeitet hier ein hoch motiviertes Team auf allen wichtigen Gebieten der Kleintiermedizin.

Ein Labor wurde aufgebaut, ein Röntgengerät angeschafft. Faensens Nachfolgerin will auch die Endoskopie ermöglichen. Die Kleintierarztpraxis ist Station für Notfallmedizin und berät Züchter. Sie verfügt über eine bildgebende Diagnostik mit moderner Hochfrequenz-Röntgenanlage und über ein Labor für Blutuntersuchungen. Narkosebehandlung gehört ebenfalls dazu wie ein separater Operationsraum und eine Katzen- und Hundestation für die Zeit nach Operationen. Auch eine Apotheke ist in der Praxis enthalten. Öffnungszeiten sind Montag bis Sonnabend von 10.30 bis 12 Uhr sowie montags bis freitags von 16 bis 18 Uhr – oder nach Vereinbarung. Christina Noga will diese Öffnungszeiten montags und mittwochs bis 19 Uhr verlängern.

Zum engagierten Team gehört auch die Tierärztin A.W. Nowavro de la Paz sowie die Helferinnen Nadine Lerke und Barbara Lemke. „In unserer Praxis gibt es keine Wartezeiten“, stellen die beiden Veterinäre fest.

Seit 2004 gibt es zu der Praxis auch eine Greifvogelpflegestation, eine Einrichtung, die der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis untersteht und vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz gefördert wird. Verletzte und geschwächte Greifvögel werden hier aufgenommen, untersucht und medizinisch versorgt. So waren es im vergangenen Jahr sechs Schleiereulen, vier Wildohreulen, neun Turmfalken und ein Sperber, die versorgt und aufgepäppelt wurden, um dann wieder in die freie Wildbahn entlassen zu werden. In den ersten Monaten dieses Jahres wurden in Etelsen bereits zehn Eulen, sechs Turmfalken, zwei Schleiereulen acht Bussarde und einen Sperber aufgenommen. Drei Volieren und sechs Boxen für Jungvögel gehören zur Greifvogelstation. Und wie schützt der Tierdoktor seine Hände vor den scharfen Schnäbeln? „Müllhandwerker-Handschuhe des Modells Mülheim sind die sichersten“, so Faensen.

Joseph Faensen ist seit 2002 Vorsitzender der Kreisstelle der Tierärztekammer Niedersachsen und war zeitweise auch Kammerdelegierter in den Ausschüssen für Öffentlichkeitsarbeit und Tierschutz. Seinen Ruhestand will er mit Reisen genießen, aber auch seinen großen Garten pflegen und natürlich seine Hühner, Lieferanten für das Frühstücksei.

Faensens Nachfolgerin, die 36-jährige Christina Noga, hat in Leipzig Veterinärmedizin studiert und wohnt in einem Achimer Ortsteil. Sie stammt aus Schleswig-Holstein und hat bereits in Flensburg sowie in Kliniken im Saarland und in Düsseldorf gearbeitet.

hu

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