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Wie das Projekt Souly in Langwedel von Liebe zur Musik und Freundschaft getragen wird

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Kleine Probe mit (v.l.) Melanie Schierenbeck, Gerd Alsleben und Hilton Luiz. Der Raum ist aber noch größer. So groß, dass die ganze Band hineinpasst, versichern die Musiker.
Kleine Probe mit (v.l.) Melanie Schierenbeck, Gerd Alsleben und Hilton Luiz. Der Raum ist aber noch größer. So groß, dass die ganze Band hineinpasst, versichern die Musiker. © wenck

Langwedel – Gert Alsleben steht schon vor der Haustür. Falls es noch Fragen gegeben hätte – der Weg führt durch das alte Tor aufs Grundstück, ins Haus, durch den langen alten Flur und noch um ein paar Ecken. Bitte die Schuhe ausziehen. Kein Problem und auch besser für den Holzfußboden in dem hellen warmen Braun. So speziell wie der Boden ist der ganze Raum: Tonstudio, Probenraum, am einen Ende sieht es ein bisschen nach Büro aus, am anderen Ende nach gemütlicher Sitzecke. Melanie Schierenbeck und Hilton Luiz (Gonzales) sind schon da, weil auch ein Teil von Souly.

„Hilton ist jetzt auch schon seit zwei bis drei Jahren dabei“, sagt Gert Alsleben. „Nee. Doch erst seit einem Jahr“, meint der gebürtige Brasilianer. Die Männer überlegen... Das erste große Konzert, das der Gitarrist und Sänger mitspielen sollte und das dann wegen der Pandemie abgesagt wurde... „Stimmt. Ist länger her. Mehr als ein Jahr.“

Souly selbst gibt es schon seit 2004. Als Gruppe, als Projekt – eine Schublade ist schwer bis unmöglich zu finden. Auf alle Fälle sind es von Anbeginn an Musikerinnen und Musiker, die sich von irgendwoher kennen. Eigentlich alle sind auch mit anderen Bands und Gruppen unterwegs. Aber irgendwie zieht es sie immer wieder in das Studio/den Probenraum nach Langwedel, um hier gemeinsame Sache zu machen.

„Wir machen Pop, Jazz, Soul, Latin und eigene Songs“, sagt Gerd Alsleben. Dabei gibt nicht ein Chef vor, was gespielt und gesungen wird, was ins Programm kommt. Natürlich geht es um persönliche Vorlieben. „Es geht aber auch darum, welchen Song du herausragend singen kannst“, sagt Melanie „Melly“ Schierenbeck. „Du erzählst ja auch eine Geschichte. Es muss passen.“

Hilton Luiz als neuestes Mitglied passt sehr gut. „Er hat als Brasilianer das perfekte Timing für Latin, ist absolut authentisch“, sagt Alsleben. „Wir gucken, hören, was er macht und hängen uns dran“, schildert Schierenbeck.

Jedes Mitglied der großen Gruppe hat das Recht, ein Stück vorzuschlagen. Man spielt an, arrangiert, probiert – wenn alle damit glücklich sind, kommt der Song ins Programm. Und das funktioniert. „Wir kennen uns alle aber auch schon recht lang“, versucht Alsleben eine Erklärung. Man schätzt sich und noch mehr: Aus musikalischen Freundschaften sind längst auch menschliche geworden. Souly hat im Laufe der Jahre bemerkenswerte weitere Freundeskreise gezogen, die sich zum Beispiel auf die Technik bei Auftritten oder Aufnahmen erstrecken, berichtet Alsleben.

In voller Besetzung ist Souly eine richtig große Gruppe.
In voller Besetzung ist Souly eine richtig große Gruppe. © PS

In der Coronazwangspause gab es zwar keine Auftritte – aber Souly hat etliche Videos produziert und bei Youtube ins Netz gestellt. Wer auf dem Portal SOULYMUSICde eingibt, findet aktuell 38 Clips. Aber ganz ehrlich: Auch für die Soulys gilt, dass Live-Auftritte durch nichts, aber wirklich gar nichts zu ersetzen sind.

In kleiner und kleinster Besetzung gab es schon wieder Auftritte. „Melly und ich hatten zum Beispiel gerade jetzt einige Hochzeiten“, so Alsleben. „Das Bedürfnis der Leute nach Musik ist da, die Resonanz ist unglaublich positiv.“ Es hat sich nicht nur bei den Musikschaffenden und Veranstaltern, sondern auch beim Publikum einiges aufgestaut, so der Eindruck von Gerd Alsleben: „Man hat das Gefühl, alles was zwei Jahre lang aufgeschoben war, passiert jetzt.“

In drei Wochen passiert es im Saal des Gasthauses Klenke (Herrenkamp 2). Veranstalter ist der Langwedeler Kulturverein, wenn ab 20 Uhr Souly auf der Bühne stehen. In der ganz großen Besetzung. Mit Rhythmusgruppe, mit vier Sängerinnen, mit Flötistin. Karten gibt es im Vorverkauf in der Langwedeler Buchhandlung Rohrberg (Große Straße 38) zum Preis von 12 Euro das Stück, Restkarten an der Abendkasse dann für 15 Euro.

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