Kultur im Norden präsentiert Werk des Langwedeler Künstlers im Internet

Erinnerung an Udo Smorra

Udo Smorra bei einer seiner letzten Ausstellungen, hier im Häuslingshaus.
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Udo Smorra bei einer seiner letzten Ausstellungen, hier im Häuslingshaus.

Langwedel – Der Verein KUNO – Kultur im Norden erinnert mit einer Online-Ausstellung ab kommenden Montag, 14. September, um Mitternacht an einen Langwedeler Künstler. „Kunst aus Altmetall – Udo Smorra“ lautet der Titel der Ausstellung.

„Ich arbeite mit Altmetall,“ so der Künstler selbstbewusst 2017 in einem Statement, „in diesem Abfallprodukt – dem Weggeworfenen, dem Rostigen, dem Verbogenen, dem Zerstörten – liegt für mich etwas Verborgenes, Ästhetisches und Zartes.“ Und er bringt seine Arbeit mit diesem Material, das kreative Recyceln, heute Upcyceln genannt, auf den Punkt mit dem Begriff der „Re-Formation“. Nach dem Maler Hans Maaß (1914 bis 2000) gleichfalls aus Langwedel, dem auch Kultur im Norden zu seinem Einhundertsten eine posthume Würdigung widerfahren ließ, soll nun als zweitem Künstler des Bildhauers Udo Smorra (1953 bis 2019) gedacht werden.

„Während der eine ein langes Leben der Kunst widmen konnte, war dem anderen nicht einmal ein Jahrzehnt dazu vergönnt“, so Paul Kroker von KUNO und erklärt weiter: „Wenn einer sich sein Material auf dem Schrottplatz sucht wie Udo Smorra, wird seine Arbeit oft vorschnell als Schrottkunst bewertet und damit ebenfalls quasi abgewertet. Nun gilt in diesem Segment wie überall in der kreativen Produktion die Unterscheidung zwischen Kunst und Kunsthandwerk, ohne dass eine absolute Trennlinie gezogen werden kann. Aber eines ist hier ganz klar: Die einen Objekte orientieren immer auf Verkauf und sich damit selbst am Geschmack des Publikums. Natürlich, auch Kunstwerke finden gern Käufer, entstehen zunächst aber aus einem notwendigen kreativen Bedürfnis und erst mal und zumeist als Selbstzweck und nicht als Gebrauchswert. Kunst, die ja immer auch ein Geheimnis verbirgt, ist nicht zu verwechseln mit Dekoration, braucht immer ein Publikum, das sich mit den Fragen, die da aufgeworfen werden, auseinandersetzen kann und möchte.“

Udo Smorra war für Paul Kroker beides, ein findiger Metallkunsthandwerker ohne den ausgesprochenen Hang zur möglichst schnellen Wiedererkennbarkeit seiner Objekte. Und Smorra war ein Metallkünstler mit einer Formensprache, oft abstrakt und minimalistisch.

„So finden sich in der Online-Ausstellung stelenartige Skulpturen gleich in mehrfachen Varianten. Und es werden zugleich Möglichkeiten gezeigt, wie man sich diesen Arbeiten nähern und sie interpretieren kann. Und es steht diese Seite des Schaffens des Udo Smorras im Fokus dieser Online-Schau mit ihren drei Dutzend Werken. Die KUNO-Ausstellung schließt mit dem Treffen des Künstlers, seiner Skulptur und dem Modell für die Sylvette (1954) von Pablo Picasso anlässlich der Ausstellung in der Bremer Kunsthalle vom Februar 2014“, erklärt Paul Kroker.

Zu sehen ist die Ausstellung ab 14. September, 0 Uhr, im Internet auf www.kunoweb.de.  jpw

„Zusammen“ – ein Beispiel für die Metallkunst des Langwedelers: minimalistisch, abstrakt, auf den Punkt.

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