Entscheidung des Dialogforums Schiene bringt mehr Verkehr nach Langwedel

40 Güterzüge mehr am Tag

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Wird die Amerikalinie wie geplant ausgebaut, ist auch der Bahnübergang Langwedel-Förth betroffen.

Langwedel - Dem Flecken Langwedel und dessen Bürgern, die an der Bahn wohnen, steht in Zukunft einiges in Sachen Gleisarbeiten und zunehmendem Bahnverkehr bevor. Die lange debattierte und auch heiß umstrittene Y-Trasse dürfte nach einer Entscheidung des Dialogforums Schiene Nord (DSN) Geschichte sein. Das DSN sprach sich mit großer Mehrheit für den Ausbau vorhandener Strecken aus – und da sind die Langwedeler dabei.

Eine gravierende Entscheidung betrifft die „Amerika-Linie“, die Langwedel mit Uelzen verbindet. Das ist zwar eine Ost-West-Verbindung, und eigentlich braucht man vor allem von den deutschen Häfen in Richtung Nord-Süd Entlastung. Allerdings ist für die Bahn auch eine „Umroutung“ sehr gut vorstellbar. Was vor allem für Güterzüge quasi auf eine Umleitung schickt, aber helfen soll, die für die Zukunft erwarteten wachsenden Schienenverkehre zu bewältigen.

Auf dem Tisch ist nun, die Eisenbahnstrecke von Uelzen nach Langwedel zu elektrifizieren und auf der Strecke neun Ausweichgleise zu bauen. Aktuell fahren auf der Strecke durch Langwedel-Förth 24 „Heidesprinter“ als Personenzüge und eine Hand voll Güterzüge am Tag. Nach dem Ausbau dürften es dann 40 Güterzüge pro Tag mehr werden, berichtete Bürgermeister Andreas Brandt.

Unbedingt lösen muss man bei der Bahn und im Bundesverkehrsministerium in Zukunft auch die Problematik um den Knotenpunkt Bremen. Hat man diesen Flaschenhals beseitigt, so sieht zumindest ein vom Bundesverkehrsministerium bestellter Sachverständiger den dreigleisigen Ausbau der Strecke zwischen Langwedel und Bremen als notwendig an.

Aktuell fahren 288 Personen- und Güterzüge durch Langwedel, Daverden und Etelsen. 2030 sollen es, obwohl man mit mehr Güterverkehr in Richtung der Häfen rechnet, laut Prognose auch 288 Züge sein, dank „Umroutung“.

Die soll zur Entlastung Bremens auch über eine alte Verbindung von Bremerhaven über Bremervörde nach Rotenburg, die schon zur Zeit saniert wird und auf der bis zu 40 Güterzüge am Tag fahren sollen, passieren. Zudem soll die Eisenbahnstrecke zwischen Rotenburg und Verden zweigleisig ausgebaut werden.

Unterschrieben haben diesen Lösungsvorschlag schon etliche der 94 Beteiligten am Dialogforum Schiene Nord Beteiligten: Vertreter von Landkreisen und Kommunen, Umwelt- und Verkehrsverbände, Bürgerinitiativen, Hafenwirtschaft, Länder, Bund und Bahn AG. Einige haben ihre Zustimmung aber auch verweigert, wie etwa die Stadt Lüneburg, die sich und ihre Bürger zu massiv beeinträchtig sieht.

Langwedels Bürgermeister Brandt war beim Forum ebenfalls dabei – und hat auch noch nicht unterschrieben. Aber nur, weil er sich in dieser Sache die Zustimmung vom Gemeinderat geben lassen will. Der Bauausschuss empfahl einstimmig, das Abschlussdokument des DSN zu unterschreiben. Genauso einstimmig wurde aber auch empfohlen, eine Resolution der Fraktion WGL/Noltemeyer ans DSN und das niedersächsische Wirtschaftsministerium zu senden.

Hier fordert man, wie andere Gemeinden auch schon, unter anderem: aktiven Lärmschutz nach neuestem Stand und über gesetzliche Anforderungen hinaus, Maßnahmen zum Schutz vor Vibrationen und ausschließlichen Einsatz von Zügen mit Flüsterbremsen, die Beibehaltung der aktuell gültigen Höchstgeschwindigkeit auf den ausgebauten Strecken, den Erhalt von Bahnübergängen – und dass die betroffenen Kommunen auf keinen Fall an den Kosten beteiligt werden.

Im Moment steht die Entscheidung für die „Alpha-E-Variante“ nur im „Abschlussdokument zum Dialogverfahren“. Allerdings zweifelt keiner der Beteiligten daran, dass sich die ausgehandelten Lösungen im Bundesverkehrswegeplan 2016 wieder finden und in den kommenden Jahren auch umgesetzt werden.

jw

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