Elfriede Lebedies feiert heute ihren 90. Geburtstag / 16 Jahre lang die VAZ ausgetragen

„Sie liebt es, wenn es blüht“

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Elfriede Lebedies aus Daverden wird heute 90 Jahre alt.

Daverden - Soll man das glauben? Also, ohne den berühmt-berüchtigten Charmeur auszupacken: Elfriede Lebedies sieht nicht danach aus, als ob sie heute ihren 90. Geburtstag feiern würde. Tut sie aber. Sicher, das Alter hat seine Spuren hinterlassen, sie ist nicht mehr so fit, wie sie wohl gerne wäre… „Aber ich kann mich doch nicht ins Bett legen. Da sterben die meisten Leute“, sagt die Daverdenerin. Gar keine Frage, auch wenn mit den Jahren viel verloren ging, ihren Humor hat sie noch.

Dabei ist ihre Lebensgeschichte, wie bei so vielen aus der Kriegsgeneration, beileibe nicht nur lustig. Aus Ostpreußen ging die Jubilarin am Ende des Zweiten Weltkrieges mit ihrer Mutter auf die Flucht. Erst von Tilsit nach Sachsen. „Zu Fuß.“ Später erreichte Elfriede Schönig dann die Nachricht, dass ihr Verlobter Gerhard Lebedies in Daverden gelandet war. Also auf nach Niedersachsen.

1948 heirateten Gerhard und Elfriede, die Söhne Wolfgang und Norbert wurden geboren. 1958 wurde das eigene Haus an der Breslauer Straße fertig. Na, ja. Jedenfalls bezugsfertig. Tochter Carola war gerade zwei Monate alt. Gerhard Lebedies war auch Flüchtlingsbetreuer, aber auch ohne das halfen sich die Flüchtlinge beim Bau ihrer Häuser. Das Haus der Lebedies hat sogar einen Keller, inklusive Swimmingpool. „Das Wasser ging mir bis hier“, sagt Wolfgang Lebedies und hält die Hand in Brusthöhe. „Und oben war auch noch alles offen“, erinnert sich seine Mutter. Die Badegelegenheit im Haus war unbeabsichtigt. Grundwasser drang ein, der Keller musste neu abgedichtet werden. Aber das war nichts, was man nicht gemeinsam schaffen konnte.

Sohnemann Wolfgang fing später an, die Verdener Aller-Zeitung (VAZ) auszutragen. Als er in die Lehre kam, übernahm Muttern die Aufgabe. 16 Jahre lang hat sie die Zeitung in Daverden zu den Lesern gebracht. „Das war eine ganz schöne Menge.“ Mit dem Fahrrad war sie dabei unterwegs.

Mit ihrem Mann und einer ganzen Truppe haben sie früher gern Radtouren gemacht. „Dabei sind wird dann auch eingekehrt. Zu Kaffee und Kuchen oder haben schön gegessen.“ Zum Kegeln sind die Lebedies gegangen, Elfriede hat im TSV Daverden Sport gemacht. Den Schützenverein hat sie ihrem Mann überlassen.

Gerhard Lebedies ist 2013 im Alter von 92 Jahren gestorben. Die letzten Jahre hat seine Frau ihn gepflegt. Das hat Kraft gekostet und auch seine Spuren hinterlassen.

„Sie liebt ihren Garten und ihre Blumen. Sie liebt es, wenn es blüht“, wirft Sohn Wolfgang ins Gespräch ein. Seine Mutter winkt ab. Das muss doch langsam gut sein und reichen für einen Artikel.

„Ihre Kinder, Enkel und Urenkel lieben sie und ihr berühmtes Essen“, sagt der Sohn. „Die Zeiten sind lange vorbei“, meint das heutige Geburtstagskind. Aber ihr Lächeln verrät, dass sie sich freut. „Die Arbeit im Haus macht sie auch noch.“

„Ach, komm“, sagt Elfriede Lebedies. „Ich hab ja Hilfe“, meint sie mit einem Blick auf ihren Sohn. „Aber wer rastet, der rostet. Das weißt Du doch…“ Heute darf sich Elfriede Lebedies feiern lassen. Auch von ihrer großen Familie. Das sind unter anderem neben den drei Kindern, neun Enkel und sechs Urenkel.

jw

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